Alle Artikel mit dem Schlagwort: Innovationspolitik

Künstliche Intelligenz (KI) gilt inzwischen als zentrale Schlüsseltechnologie des Digital-Zeitalters. Die Deutschen sehen die KI-technologie aber eher skeptisch und risikobehaftet. Foto: Geralt. Pixabay, CC0-Lizenz

Bund siedelt Agentur für Sprunginnovationen in Leipzig an

Rund 100 Millionen Euro Jahresbudget versprochen Leipzig/Berlin, 18. September 2019. Die Bundesregierung richtet eine neue Agentur für Sprunginnovationen in Leipzig ein. Das haben Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) mitgeteilt. In der als GmbH organisierten Agentur sollen bis zu 50 Spezialisten „bahnbrechenden Innovationen ,made in Germany’ zum Durchbruch verhelfen“ – und dies möglichst rasch, hieß es von den Ministern. Der Bund werde dafür eine Milliarde euro, verteilt über zehn Jahre, zur Verfügung stellen.

Blick in einen Absorbtionsraum an der TU Dresden, wo eine Radarantenne für einen europäischen Mars-River getestet wird.In puncto Forschung hat sich Sachsen deutlich vorgearbeitet. Die kommerziellen Früchte ernten aber oft andere. Foto. Jürgen Lösel, LHD

Sachsen holt bei Innovationskraft auf

Technologiebericht 2015 sieht Freistaat nun auf Rang 4  – verweist aber auch auf alte Schwächen Dresden, 30. Juni 2015. Sachsen ist in den vergangenen Jahren ein „bemerkenswerter Aufholprozess“ in puncto Innovationskraft und Bildungsniveau gelungen. Darauf verweist der „Technologiebericht 2015“, den das VDI-Technologiezentrum Düsseldorf und das „Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung“ (ZEW) in Mannheim für das sächsische Wirtschaftsministerium erstellt haben. Nach eigenen Bewertungsmaßstäben hat sich der Freistaat im Vergleich mit den anderen Bundesländern von Rang 6 im Jahr 2007 auf Platz 4 im Jahr 2013 (jüngste Erhebung) vorgearbeitet und liegt damit „erstmalig über dem Schnitt der alten Länder“, wie es in dem Bericht heißt. „Lediglich Baden-Württemberg, Bayern und Berlin konnten sich 2013 besser platzieren.“

Die Verladeanlage im Kaliwerk Roßleben mit den Gleisanschlüssen - die Aufnahme entstand 1992 kurz vor dem Abriss. Foto: Peter Weckbrodt

Kaliwerk Roßleben (5): Kaum fertiggestellt, schon veraltet

DDR-Innovationslenker brauchten viel zu lange und planten am Weltmarkt vorbei Roßleben, 1. Januar 2015: In den 1960er Jahren ließen die DDR-Wirtschaftslenker das Kaliwerk im thüringischen Roßleben mit großem Aufwand modernisieren, um mehr Devisen im Westen mit Kalidünger zu erlösen. Trotz bevorzugter Ressourcen-Zuteilung als Staatsplan-Vorhaben dauerte dieses zentral gesteuerte Innovationsprojekt jedoch viel zu lange, um mit der Entwicklung auf den Weltmärkten Schritt zu halten. Die Folge: Die neuen Dünger-Anlagen waren bereits veraltet, als sie endlich in Betrieb gingen.

Die Modernisierung des Kaliwerks Roßleben wurde zum "Staatsplanvorhaben" erhoben und bekam dadurch bevorzugt Ressourcen in der DDR-Mangelwirtschaft zugewiesen. Foto: Peter Weckbrodt, bearbeitet: hw

DDR-Kaliwerk-Projekt (4): Roßkur in Roßleben

Mit eiserner Hand und Schnaps zur modernsten Kalidünger-Fabrik der DDR Roßleben, 25. Dezember 2014. Es war eine wahre Rosskur, die der Belegschaft bei diesem Staatsplanvorhaben zugemutet wurde: Das Kaliwerk Roßleben sollte nach dem Willen der zentralen Wirtschaftslenker zur modernsten DDR-Düngerfabrik in ihrer Art ausgebaut werden. Während des laufenden Betriebes nicht nur einfach zu produzieren, sondern auch die Planziele Monat für Monat zu erreichen – was letztlich sogar gelang –, grenzte an ein Wunder. Eine Grundvoraussetzung dafür war, dass es insbesondere dem Werkdirektor Helmut Schirmer gelang, die Belegschaft davon zu überzeugen, dass es zu den Zielstellungen und den Terminen keine Alternative gibt.

So etwa sag das Kaliwerk Roßleben nach der Modernisierung aus. Die Aufnahme entstand 1992 kurz nach der Stilllegung. Foto: Peter Weckbrodt

Fallbeispiel „Kaliwerk Roßleben“: DDR-Ingenieure sprengten alte Fabrik weg

DDR-Innovationsprojekt in Roßleben (3): Neues Werk sollte Kalisalz für Dünger-Export reiner aufbereiten Roßleben, 21. Dezember 2014: In den 1960er Jahren ließ die DDR-Wirtschaftsführung das Kali-Bergwerk Roßleben aufwendig modernisieren, um mehr devisen-trächtiges Kalisalz für den Westexport zu gewinnen. Warum dieses Kernziel letztlich scheiterte, schildern wir in unserem innovationspolitischen Fallbeispiel. Nachdem wir im zweiten Teil die Modernisierung unter der Erde skizziert haben, wird hier die „tabula rasa“ an den Aufbereitungs- und Logistikanlagen über der Erde geschildert. So überstand übertage nur das unter Denkmalschutz stehende Verwaltungsgebäude den praktisch totalen Abbruch und Neubau schadlos. Es musste ein komplett neuer, dann weithin sichtbarer Förderturm in Stahlskelettbauweise her. Er wurde ausgemauert mit den auch für das aggressive Kali unanfechtbaren rotbraunen Klinkern.

Die Aufnahme von 1954 aus der Kali-Zeche "Marx-Engels" in Unterbreizbach zeigt die Technik, die auch in Roßleben bis zur Modernisierung so ähnlich verwendet Nachdem die Schrapper das gelöste Kalisalz in aus der Grube zu den Hunten gekratzt hatten, transportierten diese Loren das Kali zu Bunkern oder wurden gleich per "Fahrstuhl" nach oben gebracht. Foto: Wlocka/ ADN, Bundesarchiv, Wikipedia, CC3-Lizenz

DDR-Innovationsprojekt Kaliwerk Roßleben (2): Vom Grubenhunt zum Kiruna-Laster

Kali-Devisen durften nie versiegen: Untertage-Abbau wurde im laufenden Betrieb technologisch umgestellt Roßleben, 14. Dezember 2014. Die Planungen für den Kaliwerk-Ausbau Anfang der 1960er in Roßleben sahen vor, den gesamten Abbau im laufenden Betrieb zu modernisieren, damit der devisen-bringende Kali-Export gen Westen zu keiner Zeit versiegte. Dafür nahmen die DDR-Wirtschaftslenker einen immensen Umbau-Aufwand in Kauf. Aber erst einmal von der allgewaltigen Partei- und Staatsführung abgesegnet, gab es kein Halten mehr.

Kalibergbau heute. Leider konnten wir kein Untertage-Originalfoto aus dem Kalibergwerk Roßleben finden, aber so ähnlich erfolgte der Abbau auch dort nach der Modernisierung. Foto: K + S AG

Kaliwerk Roßleben: Der ostdeutsche Traum vom „Weißen Gold“ (1)

DDR-Regierung wollte mehr Devisen aus dem Schacht holen Roßleben, 12. Dezember 2014. Das Kaliwerk Roßleben (Thüringen) war für die DDR lange ein besserer Devisenbringer als der Maschinenbau oder die Computerindustrie. Ab den 1960er Jahren versuchten die ostdeutschen Wirtschaftslenker, die “Westgeld-Grube” auszubauen und zu modernisieren. Wir skizzierenin mehreren Kapiteln, woran dieses Beispiel staatlicher Innovationspolitik letztlich scheiterte. Um das Jahr 1960 beschloss der Ministerrat der DDR, das im Jahre 1903 geteufte* Kaliwerk „Heinrich Rau“ im thüringischen Roßleben im Zuge einer Rekonstruktion technologisch grundlegend zu modernisieren und gleichzeitig seine Produktion von Kalidüngemitteln deutlich zu steigern. Dies sollte bei laufendem Untertage- und Übertagebetrieb erfolgen, um die auf dem Weltmarkt durch die DDR absetzbare Menge an Kali mindestens in der bisherigen Höhe absichern zu können.

Birgt die Biene den Schlüssel für den Kampf gegen multiresistente Keime? Das Leipziger Startup AMP hofft, synthehtisierte Peptide der Imme einsetzen zu können, um Menschen wirkungsvollere Antibiotika verabreichen zu können. Foto: Ricks, Wikipedia, GNU-Lizenz

Dresdner „Bionection“ verkuppelt Tüftler und Risikokapitalisten

Von Keramikschaum-Knochen bis Bienen-Drogen Dresden/Leipzig, 9. Oktober 2014: Keramikschäume, die Knochen-Implantate besser zusammenwachsen lassen, neuartige Antibiotika von Bienen oder Automatenlabore, die schnell erkennen, wenn die Milchfabrik verkeimt: Sächsische Forscher sind findig und wollen derzeit auf der Dresdner „Bionection“ die Wirtschaft für ihre Erfindungen begeistern. Rund 200 Risikokapitalisten, Industrievertreter und Tüftler tummeln sich seit heute auf dieser exklusiven Technologietransfer-Messe im „Forschungszentrum für Regenerative Therapien“ (CRTD) an der Fetscherstraße und versuchen, zueinander zu finden. „Die sächsischen Biotech-Forscher hatten sich in einer Befragung ausdrücklich solch eine Plattform gewünscht“, betont Ulrike Gerecke vom Branchenverband „Biosaxony“, der die Messe-Premiere organisiert hat.

Wafer-Entwicklung beim LETI. Foto: LETI

Milliarden-Infusion für Sachsens Chipindustrie

Bund beteiligt sich mit 200 Millionen Euro Dresden/Berlin. Der Bund hat jetzt 200 Millionen Euro Fördergelder für die sächsische Mikroelektronik zugesagt. Damit kann die Chipindustrie im Freistaat nun das EU-Förderprogramm „ECSEL“ anzapfen – in Summe können dadurch im Zeitraum 2014-2020 bis zu 1,6 Milliarden Euro in neue Hightech-Pilotanlagen, Elektronikforschungen und andere Schlüsseltechnologieprojekte im Freistaat fließen. Das teilte das sächsische Wirtschaftsministerium mit. Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka (beide CDU) wollen in Kürze eine Kooperationsvereinbarung über die Kostenverteilung unterzeichnen.