Alle Artikel mit dem Schlagwort: Demografie

Der demografische und politische Sonderwünsche belasten die Rentensysteme und andere Sozialversicherungen zunehmend. Visualisierung: Dall-E

Ifo Dresden: Rente an Lebenserwartung koppeln

Wirtschaftsforscher verweisen auf ähnliche Lösungen in anderen Ländern Dresden, 16. Januar 2024. Die Deutschen sollten künftig abhängig von der Lebenserwartung in Rente gehen. Das haben Ifo-Forscher aus Dresden vorgeschlagen. „Einige unserer Nachbarländer haben das bereits beschlossen, so die Niederlande, Schweden und Finnland“, verweist Ifo-Rentenexperte Joachim Ragnitz auf ähnliche Regeln aus anderen Staaten.

Hat viel von seiner Strahlkraft eingebüßt: Der Elektroingenieur. Die Nachwuchsprobleme in der Branche sind ein Thema des Mikrosystemtechnik-Kongresses in Dresden. Visualisierung: Dall-E

VDI: Ingenieurmangel verschärft Energiekrise und bremst Transformation

Vor allem im Sektor Elektro und Energie sind die Engpässe hoch – im Bau dagegen schrumpfen sie Düsseldorf/Nürnberg, 9. November 2023. Obgleich der Wirtschafts-Abschwung in Deutschland gerade den Fachkräfte-Mangel gerade etwas dämpft: In der Industrie und in anderen Wirtschaftssektoren fehlen weiter Elektro- und Energietechnik-Ingenieure. Darauf hat der Verband der deutschen Ingenieure (VDI) in Düsseldorf hingewiesen. Die Engpässe bei Ingenieurberufen könnten die aktuelle Bau- und Energiekrise weiter verschärfen.

Der Neurologe Timo Siepmann vom Uniklinikum Dresden erklärt der sächsischen Gesundheitsministerin Petra Köpping, wie sich per Tele-Konsil ein Patient mit Schlaganfall-Verdacht aus der Ferne diagnostiziert werden kann. Foto: Heiko Weckbrodt

Immer mehr Sachsen trifft der Schlag

170.000 Fälle pro Jahr – Freistaat stärkt mit drei Millionen Euro seine telemedizinische Netze für Schlaganfall-Diagnose und -Therapie Dresden, 26. Oktober 2023. Jeden Tag trifft der Schlag durchschnittlich fast 50 Menschen in Sachsen: Nach dem Aufstehen zeigt der Badspiegel einen hängenden Mundwinkel, im Supermarkt wird plötzlich das Bein taub und versagt den Dienst oder die Augen bekommen nur noch Doppelbilder zustande. Dann ist höchste Eile geboten: „Nach einem Schlaganfall zählt jede Minute“, erklärt der Neurologe Prof. Timo Siepmann vom Uniklinikum Dresden (UKD). „Nach den ersten Symptomen sterben in jeder Minute, in der es nicht gelingt, den Blutbahnverschluss im Gehirn zu beseitigen, zwei Millionen Nervenzellen.“

Immer mehr Betriebe haben Probleme, offene Arbeitsplätze zu besetzen. Visualisierung: Dall-E

Fachkräftemangel verschärft sich

Ifo-Umfrage: 43 Prozent können offene Stellen nicht adäquat besetzen München, 25. August 2023. Der Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft wächst: 43,1 Prozent der Unternehmen finden nicht genug qualifizierte Arbeiter, Ingenieure oder Ingenieure, um ihre offenen Stellen zu besetzen. Im April lag diese Quote bei 42,2 Prozent. Das geht aus Umfragen des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstituts „Ifo“ aus München hervor.

Der demografische und politische Sonderwünsche belasten die Rentensysteme und andere Sozialversicherungen zunehmend. Visualisierung: Dall-E

Ifo Dresden: Deutsche müssen länger arbeiten, um Sozialsysteme zu stabilisieren

Beitragspflichten für Zins-, Mieten und Wohlhabende würden hingegen kaum helfen Dresden, 19. August 2023. Wenn künftig auch für Zinsen und Mieteinnahmen neben Steuern zusätzlich Kranken-, Pflege- und Rentenbeiträge bezahlt werden müssten, würde dies die deutschen Sozialversicherungssysteme kaum stärken. Das haben Dresdner Ifo-Forscher ausgerechnet.

Verwaister Arbeitsplatz: Immer mehr Betriebe können offene Stellen wegen des Fachkräfte- und Arbeitskräftemangels nicht mehr besetzen. Visualisierung: Dall-E

Arbeitskräfte-Knappheit bremst Beschäftigungswachstum

IAB: „Arbeitsmarktanspannung“ hat sich seit 2010 verdreifacht Nürnberg, 20. Juli 2023. Der Fach- und Arbeitskräftemangel durch den demografischen Wandel bremst zunehmend die Wirtschaft und das Beschäftigungswachstum in Deutschland aus. Das „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB) in Nürnberg beschreibt dies als wachsende „Arbeitsmarktanspannung“. „Damit fällt es Betrieben zunehmend schwer, geeignete Arbeitskräfte zu rekrutieren“, schätzt das arbeitsagentur-nahe Institut ein.

In den nächsten Jahren verlassen weit mehr Menschen das Arbeitsleben als neue hinzukommen. Visualisierung: Dall-E

Fachkräfte-Reservoir in Thüringen fast ausgeschöpft

Ifo Dresden: Reserven reichen nicht, um zukünftigen Fachkräftebedarf zu decken Dresden/Erfurt, 21. Juni 2023. In Thüringen hat in absehbarer Zeit nicht genug Fachkräfte, um den Wirtschaftsbedarf zu decken. Das haben Wirtschaftswissenschaftler vom Ifo Dresden ausgerechnet. „Das regionale Potenzial an Fachkräften ist nicht so groß, wie es oft dargestellt wird, und wird voraussichtlich nicht ausreichen, um den zukünftigen Fachkräftebedarf zu decken“, schätzt Ifo-Forscher Ernst Glöckner im Aufsatz „Mit regionalen Potenzialen gegen den Fachkräftemangel?“ ein.

Seit etwa 2010 steigt die Zahl der Akademiker, Fachkräfte und Hilfsarbeiter, die befristet in Deutschland arbeiten, an. Nachdem Corona abgeebbt ist, sind die Nachhole-Effekte besonders sichtbar. Grafik: Destatis

Ein Fünftel mehr Arbeiter und Akademiker nach Deutschland gekommen

Nachhole-Effekte nach Corona: 351.000 Nicht-EU-Ausländer sind fürs Arbeiten auf Zeit in der BRD Wiesbaden, 1. Mai 2023. Die „Blaue Karte“, das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz und andere Maßnahmen gegen den Arbeitskräftemangel in Deutschland beginnen mit einer gewissen Zeitverzögerung durch Corona nun doch zu wirken. Außerdem zieht auch die „Westbalkan“-Reglung wieder viele Arbeiter in die Bundesrepublik. Das geht aus Erhebungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in Wiesbaden hervor.

Prof. Joachim Ragnitz ist Stellvertretender Leiter der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Ifo: Fachkräftemangel ist nicht nur Gefahr, sondern auch eine Chance

Demografischer Mangel könnte überfälligen Modernisierungsschub auslösen Dresden, 14. März 2023. Der demografische Wandel und der daraus folgende Fachkräftemangel in Deutschland muss nicht zwingend zu einem Wohlstandsverlust führen, sondern kann auch längst überfällige Modernisierungen erzwingen. Darauf hat der Dresdner Ifo-Wirtschaftsforscher Prof. Joachim Ragnitz hingewiesen.

Vor allem auf dem Lande in Ostdeutschland leben viel zu wenige junge Menschen, um für eine gesunde demografische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung dieser Landkreise zu sorgen. Grafik: Dall-E 2

Ostdeutsche Landkreise sind „unterjüngt“

Leipziger Demografen warnen vor wirtschaftlichen Folgen Leipzig, 22. Januar 2023. In Ostdeutschland – und dort wiederum vor allem auf dem Lande – wird der Fachkräftemangel die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren noch stärker ausbremsen aus bisher. Dies zeichnet sich allein schon durch demografische Effekte ab: In vielen ostdeutschen Kreisen liegt der Anteil junger Menschen bis 24 Jahre teils deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 7,3 Prozent. Darauf hat das Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL) in Leipzig hingewiesen. „Überspitzt gesagt könnte man diagnostizieren, dass diese Kreise nicht nur überaltert, sondern auch unterjüngt sind“, erklärte Studienautor Tim Leibert.

Am stärksten wirkte der Bevölkerungsschwund in Sachsen-Anhalt. In einer Art Reallabor wird man in den nächsten Jahren wohl beobachten können, ob die Intel-Ansiedlung in Magdeburg für demografische Effekte sorgt. Grafik: IfW Kiel

IfW Kiel: Ostdeutschland holt Westen vor 2080 nicht ein

Ökonom: Überalterung bremst Wirtschaft im Osten immer mehr aus Kiel, 21. März 2022. Wenn die ostdeutsche Wirtschaft weiter so langsam wächst wie in jüngster Zeit, wird es noch 40 Jahre dauern, bis sich die ostdeutschen Einkommen ans Westniveau angeglichen haben. Sogar 60 Jahre wird es demnach dauern, bis die westdeutsche Arbeitsproduktivität erreicht hat. Das hat das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) für den Thüringer Landtag errechnet. Ähnlich hatte sich in der Vergangenheit auch schon das Ifo-Institut in Dresden geäußert, bis hin zur Prognose, der Osten werde den Westen nie einholen.

Die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta_Thunberg im April 2019 im EU-Parlament. Foto: Gabor Kovacs / EU-Parlament, Wikipedia. CC2-Lizenz

Freitagsdemonstrantin: weiblich, jung und Greta-motiviert

Internationale Umfrage mit sächsischer Beteiligung Chemnitz, 29. Mai 2019. Die typische Teilnehmerin der Klimaschutz-Demos unter dem Motto „Friday for Future“ (FFF) ist jung, weiblich und fühlt sich durch die schwedische Jungaktivistin Greta Thunberg motiviert. Das hat eine schriftliche Befragung von knapp 2000 FFF-Teilnehmern aus 13 Städten in neun Ländern ergeben. An dem internationalen Wissenschaftler-Netzwerk, das die Umfrage realisierte, war auch die Professur für Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas der Technischen Universität Chemnitz beteiligt.

Das Rathaus Dresden vor der Stichwahl um den Oberbürgermeister-Posten. Foto (bearbeitet): Hans-Gerd Bosse, LH Dresden, Montage: hw

Der „kleine Mann“ wählt kaum die AfD

Leipziger Studie: Vor allem Ostdeutsche und Bessergestellte sympathisieren mit der „Alternative für Deutschland“ Leipzig, 25. Juni 2017. Der typische Wähler der rechtskonservativen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) ist männlich, wohnt in Ostdeutschland und bezieht ein mittleres oder höheres Einkommen im Vergleich zum Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Soziologen Holger Lengfeld von der Universität Leipzig.

Feile und Säge waren gestern: Diesen stählernen Skorpion haben Handwerker mit einem Plasamschneider geformt. Jetzt kriecht er durch die Handwerkskammer Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Drohne statt Stehleiter

Dresdner Handwerk steht an der Schwelle zu einem Digitalisierungs-Schub Dresden, 12. Juni 2017. Das ostsächsische Handwerk steht vor einem dramatischen Modernisierungs-Schub. Der kann zunächst Jobs kosten, dürfte dafür aber höhere Produktivität und höhere Löhne ermöglichen – und eine Karriere im Handwerk für Schulabsolventen wieder attraktiver machen. Das haben Präsident Jörg Dittrich und Hauptgeschäftsführer Andreas Brzezinski von der Handwerkskammer Dresden eingeschätzt.

Der Asina-Tablettrechner soll Senioren im Alltag daheim helfen - und auch Omis Blutdruck im Auge behalten. Foto: Exelonix

Neues Zentrum in Dresden erforscht demografischen Wandel

30 Experten gründen „Centrum für Demografie und Diversität“ an der TU Dresden Dresden, 8. Juni 2016. Der Baby-Boom, die prallgefüllten Kitas und die Zuwanderung junger Familien nach Dresden mögen im Moment darüber hinwegtäuschen. Aber dass der demografische Wandel Sachsen und Dresden doch wieder einholen wird, daran haben die meisten Experten kaum Zweifel. Um Ausmaß, Folgen und Antworten auf diesen Wandel zu untersuchen, wollen die Architektin Prof. Gesine Marquardt und der Arbeitspsychologe Prof. Jürgen Wegge zusammen mit rund 30 weiteren Forschern am 13. Juni an der TU Dresden ein „Centrum für Demografie und Diversität“ (CDD) gründen.