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Ifo: Wirtschaftskrise entschärft Fachkräftemangel

Immer mehr Betriebe haben Probleme, offene Arbeitsplätze zu besetzen. Visualisierung: Dall-E
Wegen der Flaute haben weniger Betriebe noch Probleme, offene Arbeitsplätze zu besetzen. Visualisierung: Dall-E

Auftragsbücher leeren sich, Personalbedarf sinkt – außer im Dienstleistungssektor

München, 17. Februar 2025. Wenigstens ein Gutes hat die Wirtschaftskrise, in der Deutschland derzeit feststeckt: Nachdem sich der Fachkräftemangel in Deutschland über Jahre hinweg stetig verschärft hatte, sinkt nun der Personalbedarf der Betriebe angesichts schwach gefüllter Auftragsbücher. Das geht aus einer Ifo-Umfrage hervor.

„Langfristig wird der Mangel an Fachkräften wieder zunehmen“

Allerdings wird das nicht ewig so bleiben: „Die schwache Konjunktur dämpft aktuell die Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften, damit wird der Fachkräftemangel etwas weniger stark empfunden“, meint Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe. Der demografische Wandel bleibe aber eine große Herausforderung: „Langfristig wird der Mangel an Fachkräften wieder zunehmen.“

Laut den Umfragen des Münchner Wirtschaftsforschungs-Instituts bekommen derzeit 28,3 Prozent der Firmen zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte. Im Oktober 2024 gaben dies noch 31,9 Prozent der Befragten an. Ausgeprägt bleibt der Personalmangel indes im Dienstleistungssektor: 35,1 Prozent haben Schwierigkeiten bei der Suche nach Fachkräften. In der Rechts- und Steuerberatung sowie in der Wirtschaftsprüfung können sogar rund 75 Prozent der Firmen nicht genügend qualifiziertes Personal finden. Im Beherbergungsgewerbe sind es etwa 42 Prozent.

In Industrie finden nur noch 18 % der Firmen nicht genug Fachkräfte

Ganz anders das Bild in der kriselnden Industrie: Hier finden „trotz zurückhaltender und teilweiser restriktiver Personalplanung“ immer noch rund 18 Prozent der Unternehmen nicht ausreichend Fachkräfte. Besonders angespannt ist die Lage in der Nahrungsmittelindustrie (27 Prozent), im Maschinenbau (23 Prozent) und bei den Möbelherstellern (23 Prozent).

Autor: Oiger

Quelle: Ifo München

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger