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Studie: Deutsche Wirtschaft verliert fast 50 Milliarden Euro durch Fachkräftemangel

In den nächsten Jahren verlassen weit mehr Menschen das Arbeitsleben als neue hinzukommen. Visualisierung: Dall-E

In den nächsten Jahren verlassen weit mehr Menschen das Arbeitsleben als neue hinzukommen. Visualisierung: Dall-E

IW-Ökonomen empfehlen mehr Zuwanderung und mehr Personalbindung

Köln, 12. Mai 2024. Die deutsche Wirtschaft verliert in diesem Jahr durch den Fachkräftemangel rund 49 Milliarden Euro – Tendenz: steigend. Das hat eine Studie des „Instituts der deutschen Wirtschaft Köln“ ergeben.

Prognose: Personalbedingte Verluste steigen bis 2027 auf 74 Milliarden Euro

Diese Verluste sind letztlich eine Hochrechnung, wieviel die deutschen Betriebe bei Vollauslastung mehr erwirtschaften könnten, wenn sie nur genug Mechaniker, Elektriker, Ingenieure, Pfleger, Sanitärklempner und andere Fachkräfte hätten, deren Stellen sie derzeit nicht besetzen können. Und weil die geburtenstarken Jahrgänge, auch „Babyboomer“ genannt, in den kommenden Jahren in Rente gehen, dürfte die Fachkräftelücke in Zukunft noch größer werden, schätzen die Studienautoren. Mit diesen Personalengpässen wachse auch das verlorengegangene Produktionspotenzial: Laut der Modellberechnung steigen die Kosten des Fachkräftemangels im Jahr 2027 auf 74 Milliarden Euro.

Um die personellen Engpässe zu lindern, plädiert das IW für mehr Zuwanderung. Zudem sollten sich die Unternehmensleiter mehr anstrengen, ihre Leute bei der Stange zu halten. „Besonders effektiv wäre es, wenn ältere Beschäftigte länger arbeiten würden“, meint Studienautor Alexander Burstedde. „Unternehmen könnten ihre erfahrenen Mitarbeiter mit passenden Angeboten länger im Betrieb halten.“

Autor: Oiger

Quellen: IW Köln, Arbeitsagentur

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt