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„Luftfahrt befindet sich in einem grundlegenden Transformationsprozess“

So sieht der Turboprop-Flieger D328eco aus. Abb.: Deutsche Aircraft

So sieht der Turboprop-Flieger D328eco aus. Abb.: Deutsche Aircraft

Sachsen stellt neue Lösungen für Flugzeugbau auf der ILA 2024 aus

Dresden/Berlin, 2. Juni 2024. Neue Laserschweißer für Plaste-Flugzeuge, Leichtbau aus thermoplastischen Faserverbundmaterialien, Präzisionsbauteile und dergleichen für Luft- und Raumfahrt zeigt Sachsen ab dem 5. Juni 2024 auf der „Internationalen Luftfahrtausstellung“ (ILA) in Berlin. Insgesamt 15 sächsische Unternehmen, Institute und Organisationen wollen dort ihre neuen Technologien und Produkte zeigen. Das geht aus einer Ankündigung der staatlichen „Wirtschaftsförderung Sachsen“ (WFS) hervor, die auf der Messe einen Gemeinschaftsstand in der Halle 6 aufbaut.

Thomas Horn ist Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Sachsen. Foto: Heiko Weckbrodt

Thomas Horn. Foto: Heiko Weckbrodt

Mehr Digitalisierung, mehr Öko

„Die Luft- und Raumfahrt befindet sich vor allem aufgrund der Mobilitäts- und Energiewende in einem grundlegenden Transformationsprozess“, meint WFS-Chef Thomas Horn. „Die kommenden Jahre werden dabei durch die Digitalisierung von Planungs- und Produktionsprozessen sowie durch den Einsatz ökoeffizienter Technologien geprägt, was zu neuen Modellen, Produkten und Lieferketten führt. Sachsen ist dafür dank seiner Expertise in Schlüsselbereichen wie Mikroelektronik, Softwareentwicklung und Leichtbau hervorragend positioniert.“

Renaissance der sächsischen Luft- und Raumfahrt

Laut dem sächsischen Wirtschaftsministerium umfasst die sächsische Luft- und Raumfahrtindustrie derzeit rund 160 Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit mehr als 7000 Mitarbeitern, die etwa 1,4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Zu den Schwerpunkten gehören Flugzeugumrüstung und -wartung, Werkstoff- und Materialentwicklung, Leichtbau, Elektronik, Prüf- und Sensortechnik, Produkt-Virtualisierung, Antriebe für Raumfahrt und elektrisches Fliegen, Anlagen für Synthesekraftstoff, Astrophysik und Geodaten-Aufbereitung.

Dornier-Flugzeugbau in Leipzig als Leuchtturm-Projekt

Zu den neuen Leuchtturmprojekten in Sachsens Luftfahrtindustrie gehört das Flugzeugwerk der „Deutschen Aircraft“ in Leipzig, die dort den sparsamen Turboprop-Flieger „D328eco“ bauen will. Damit lebt auch die Tradition des Flugzeugbaus in Sachsen wieder auf, die mit dem DDR-Düsenfliegerprogramm 1961 recht abrupt in Dresden geendet hatte. „Auch das – gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) umgesetzte – Forschungsprojekt ,Flying Testbed’, das auf Basis einer D328 den Einsatz von Wasserstofftechnologien in der Luftfahrt testen wird, zeigt die Zukunftsfähigkeit solcher Entwicklungen“, meint Horn.

EFW-Spezialisten rüsten einen Airbus um. Foto: Heiko Weckbrodt

Traditionslinie vom DDR-Jet 152 bis heute nie völlig unterbrochen

Zu den Vorzeige-Unternehmen der wieder erstarkten sächsischen Luft- und Raumfahrt gehören insbesondere auch die Elbe-Flugzeugwerke (EFW), die aus der einstigen Werft für die „152“-Passagier-Jets hervorging. Das Unternehmen gehört zu den führenden Umrüstern weltweit für Airbusse und andere Passagier-Maschinen, die ein neues Leben als Frachter bekommen.

Oberflächenveredelte Bauteile in der Flugzeug-Galvanik Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Oberflächenveredelte Bauteile in der Flugzeug-Galvanik Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

15 Aussteller aus Sachsen

Unter den sächsischen Ausstellern auf der ILA 2024 sind folgende Unternehmen:

  • ADZ Nagano aus Ottendorf-Okrilla,
  • Herone aus Dresden,
  • Kompetenzzentrum Luft- und Raumfahrttechnik Sachsen/Thüringen aus Dresden,
  • Nehlsen-BWB Flugzeuge Galvanik Dresden GmbH & Co.KG,
  • PMG – Precision Mechanics Group GmbH aus Wilsdruff,
  • RMV Kabelsysteme GmbH aus Crossen a.d. Elster.
  • Deutsche Aircraft GmbH aus Leipzig,
  • DHL – European Air Transport Leipzig,
  • EDL Anlagenbau Gesellschaft aus Leipzig,
  • Elbe-Flugzeugwerke aus Dresden,
  • Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM) aus Dresden,
  • Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) aus Dresden,
  • General Atomics Europe aus Dresden,
  • Griesemann Engineering GmbH & Co. KG aus Leipzig und
  • Peli Products Germany GmbH aus Crottendorf

Autor: hw

Quellen: WFS, SMWA, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt