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Deutsche Industrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit

"Made in Germany" hat viel von seinem Glanz verloren. Grafik: Heiko Weckbrodt
„Made in Germany“ hat viel von seinem Glanz verloren. Grafik: Heiko Weckbrodt

Ifo-Umfragen zeigen Abwärtstrend seit 2022

München, 21. Mai 2024. Die deutsche Industrie hat nach eigener Einschätzung seit 2022 immer mehr an internationaler Wettbewerbsfähigkeit verloren. Das haben Umfragen des Ifo-Instituts aus München ergeben. „Für die deutsche Industrie wird es schwieriger, sich im Wettbewerb zu behaupten“, warnt Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe.

Klaus Wohlrabe. Foto: Ifo
Klaus Wohlrabe. Foto: Ifo

Ausnahmen in Pharma- und Holzindustrie

Nahezu alle Branchen in der Industrie berichteten, dass sich ihre Wettbewerbsposition im ersten Quartal 2024 gegenüber dem vierten Quartal 2023 verschlechtert hat. Eine Ausnahme bilden hier die Pharmaindustrie sowie die Hersteller von Holzwaren (ohne Möbel). Mit Blick auf die Märkte außerhalb der EU meldeten alle Branchen außer der Getränkeindustrie eine schlechtere Wettbewerbsposition als im letzten Quartal.

Auch Probleme auf dem Binnenmarkt

Auch im Inland sehen sich mehr und mehr deutsche Unternehmen unter Druck – obwohl die Binnennachfrage nach der jüngsten Inflationskrise inzwischen wieder angezogen hat. Bis Ende 2022 gab es nahezu immer eine Tendenz, dass die Unternehmen sich mehrheitlich gut auf dem Inlandsmarkt behaupten konnten. Seit etwa einem Jahr verschlechtert sich auch im Binnenmarkt die Lage.

Hohe Energie- und Personalkosten, Fachkräftemangel, Bürokratie und digitale Rückständigkeit gehören zu den Bremsfaktoren

Gründe für die schlechtere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie dürften die „üblichen Verdächtigen“ sein: Hohe Energiepreise, zuviel Bürokratie, rückständige Digitalisierung, zu viele Staatseingriffe, hohe Lohnkosten, Fachkräftemangel, die schlecht verwundenen Corona- und Energiekrisen sowie eine sprunghafte Bundespolitik. Hinzu kommt die auch industriell und technologisch immer stärkere Konkurrenz durch neue Exportnationen wie China. Außerdem setzen die protektionistische Politik und Wirtschaftskriege der USA gegen China die Europäer „durch die Hintertür“ unter Druck, weil die Chinesen als Antwort zum Beispiel Solarmodule und Elektroautos in größeren Mengen und zu niedrigen Preisen auf den europäischen und damit auch auf den deutschen Markt umleiten.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Ifo, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger