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Deutsche Digitalbranche wächst gegen den Trend

Speziell gesichertes Cloud-Rechenzentrum der T-Systems. Foto: Telekom
Speziell gesichertes Cloud-Rechenzentrum der T-Systems. Foto: Telekom

Bitkom geht für 2024 vom 4,4 Prozent Umsatzplus aus

Berlin, 11. Januar 2024. Die deutsche Digitalwirtschaft ist gegen den deutschen Abschwung-Trend im Jahr 2023 gewachsen: Unternehmen aus den Sektoren Informationstechnologie und Telekommunikation (ITK) haben im vergangenen Jahr 215 Milliarden Euro umgesetzt und damit zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Ein weiteres Wachstum um 4,4 Prozent auf dann 224,3 Milliarden Euro ist für das Jahr 2024 zu erwarten. Das hat der deutsche Digitalverband „Bitkom“ aus Berlin mitgeteilt. Er stützt dabei auf eine Umfrage durch „Bitkom Research“ und das Marktforschungsinstitut „IDC“.

Verband: Branche agiert krisenfest

„Die meisten Unternehmen der Bitkom-Branche präsentieren sich krisenfest“, schätzt Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst ein. „Auch unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen, geprägt von geopolitischen Krisen und Haushaltskürzungen, legen Umsätze und Beschäftigung zu.“ Insbesondere das Arbeitsplatzwachstum könne noch deutlich größer ausfallen, der Fachkräftemangel erweise sich hier als Hemmschuh. „Digitalisierung ist die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat. Unser Vorsatz für 2024 muss lauten: Mehr Entschlossenheit bei der Digitalisierung und mehr Freiraum für Innovationen.“

Gute Geschäftsentwicklung sorgt für neue Jobs

Das Umsatzwachstum der Hightech-Betriebe stärke auch den Arbeitsmarkt. So geht der Bitkom davon aus, dass die ITK-Branche Ende 2024 bereits 1,368 Millionen Menschen beschäftigen werde – ein Wachstum um 36.000. Bereits 2023 seien 28.000 neue Arbeitsplätze entstanden.

Wachstumstreiber sind im ITK-Segment vor allem die Geschäfte mit Software, KI-Plattformen, IT-Dienstleistungen, Cloud-Technik und sogar mit PCs.

Im internationalen Maßstab bleiben die Zuwächse in der deutschen Digitalbranche freilich eher bescheiden: Die Umsätze mit IT und Telekommunikation werden weltweit 2024 der Prognose zufolge um 5,6 Prozent auf 4,91 Billionen Euro zulegen. Das größte Wachstum verbucht dabei Indien mit einem Plus von 7,9 Prozent, dahinter folgen die USA (6,3 Prozent), China (5,7 Prozent), Großbritannien (5,6 Prozent) sowie Japan (3,5 Prozent). Die EU ohne Deutschland kommt auf ein Wachstum von 5,9 Prozent.

Beim Blick auf die weltweiten Marktanteile können die USA ihre Vormachtstellung ausbauen und kommen nun auf 38,0 Prozent. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand China (11,4 Prozent), Japan (4,8 Prozent) und Großbritannien (4,3 Prozent). Deutschland liegt mit 4,0 Prozent nur auf Rang 5, Indien kommt auf 2,5 Prozent Weltmarktanteil.

„Damit Deutschland bei der Digitalisierung aufholt, müssen die Unternehmen und Verwaltungen ihre Investitionen entschiedener hochfahren“, so Wintergerst. Von der Bundesregierung fordert er, dass sie Wirtschaft und Wachstum in den Mittelpunkt ihrer Politik rückt und bei der Digitalisierung aufs Tempo drückt. Wintergerst: „Wirtschaftliche Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit braucht digitale Infrastrukturen, digitalisierte Verwaltungen und digitalisierte Unternehmen.“

Quelle: Bitkom

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger