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Neue Chemie-Labore für Bergakademie Freiberg

Blick von oben auf das Gebäudeensemble: vorn der denkmalgeschützte Clemens-Winkler-Bau, dahinter die neuen Laborflügel Mitte und Süd sowie der bereits 2014 eingeweihte Laborflügel Nord.  Foto: Andreas Hiekel für die TUBAF

Blick von oben auf das Gebäudeensemble: vorn der denkmalgeschützte Clemens-Winkler-Bau, dahinter die neuen Laborflügel Mitte und Süd sowie der bereits 2014 eingeweihte Laborflügel Nord. Foto: Andreas Hiekel für die TUBAF

61,2 Millionen Euro teure Anbauten sollen Forschungsbedingungen verbessern

Freiberg, 21. Mai 2024. Chemiker und Elektroniker haben an der Bergakademie Freiberg bessere Forschungsbedingungen bekommen: Die Wissenschaftler haben heute offiziell zwei neue Laborflügel am Clemens-Winkler-Bau in Beschlag genommen. Die beiden zusätzliche Gebäudetrakte haben insgesamt 61,2 Millionen Euro gekostet. Darauf hat der sächsische Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) hingewiesen.

Namensgeber Clemens Winkler entdeckte 1886 das Element Germanium

„Wie schon Clemens Winkler – der Namensgeber des Gebäudes und der Entdecker des Elements Germanium – wissen wir, dass exzellente Forschung eine exzellente Infrastruktur benötigt“, begrüßte Bergakademie-Rektor Prof. Klaus-Dieter Barbknecht die Anbauten. „Damit verbessern sich die allgemeinen Arbeitsbedingungen deutlich.“

Prof. Marion Tichomirowa bereitet im metallfreien Reinraumlabor eine Probe für die Analyse mit dem Massenspektrometer vor. Foto: A. Hiekel für die Bergakademie Freiberg

Prof. Marion Tichomirowa bereitet im metallfreien Reinraumlabor eine Probe für die Analyse mit dem Massenspektrometer vor. Foto: A. Hiekel für die Bergakademie Freiberg

Metallfreies Reinraumlabor, Versorgungszentrale und Hochdrucklabor

Die beiden neuen Flügel beherbergen auf reichlich 4000 Quadratmetern Fläche unter anderem Labore für acht Institute. Dazu gehören sechs chemische Institute – für die anorganische, organische, physikalische, analytische und technische Chemie – sowie die Biowissenschaften. Daneben sind in dem Neubau das Institut für Elektronik und Sensormaterialien, das Institut für Mineralogie und das Hochdruckforschungszentrum untergebracht. Für die chemischen Versuche gibt es eine zentrale Versorgung mit Kühlwasser, Druckluft, Stickstoff und Argon, eine Reinstgas-Installation für laborspezifische Sondergase sowie eine zentrale Gefahrenmeldeanlage. Zu den Besonderheiten des Neubaus gehören ein metallfreies Reinraumlabor für die genaue Datierung von Gestein, ein Labor für die Entwicklung neuer Materialien für Katalysatoren und Wasserstoff-Speicher und ein Labor, um neue Materialien unter extremen Drücken und Temperaturen in einer Hochdruckpresse herzustellen.

Winkler-Altbau wird als nächstes saniert

Der Clemens-Winkler-Altbau selbst ist bereits 70 Jahre alt: Er wurde 1951 bis 1954 errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. 2014 bekamen die Freiberger Forscher dort mit dem „Flügel Nord“ bereits einen Anbau. Die zwei nun fertiggestellten Flügel komplettieren den Komplex. „Wenn noch der denkmalgeschützte Bestand des Clemens-Winkler-Baus saniert wird, ist damit das markante Gebäudeensemble auf dem Campus vervollständigt“, meint Minister Vorjohann. Die Sanierung soll in der zweiten Jahreshälfte 2024 beginnen und Ende 2028 abgeschlossen sein.

Autor: Oiger

Quellen: SMF, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt