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AvD: Auto-Maut macht Mobilität unbezahlbar

Die Isolation im Corona-Ausnahmezustand hat die Menschen egoistischer gemacht, hat eine Studie des IWH und der Uni Magdeburg ergeben. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Autofahrer-Verein kritisiert Wirtschaftsweise scharf

Frankfurt am Main, 21. Mai 2024. Auf scharfe Kritik vom „Automobilclub von Deutschland“ (AvD) ist der Vorschlag für eine Straßen-Maut in Deutschland gestoßen, den kürzlich die „Wirtschaftsweisen“ der Bundesampel vorgeschlagen hatten. Dies mache Mobilität für viele Menschen zunehmend „unbezahlbar“, schätzt der Autofahrer-Verein aus Frankfurt am Main ein.

„Vorschläge des Sachverständigenrats sind lebensfremd“

„Die Vorschläge des Sachverständigenrats sind lebensfremd, da sie die Bedürfnisse und Möglichkeiten breiter Bevölkerungsschichten in Sachen individueller Mobilität missachten“, erklärte AvD-Generalsekretär Lutz Leif Linden. „Eine Umschichtung der Kosten des Verkehrs kann der AvD nur dann unterstützen, wenn die Bürger bei den Kosten substanziell entlastet werden. Individuelle motorisierte Mobilität muss auch in Zukunft für alle erschwinglich bleiben.“

Wirtschaftsweise wollen mit Maut-Geld marode Straßen und Gleise sanieren

Auslöser der Kritik: Der „Sachverständigenrat für Wirtschaftsfragen“ hatte Mitte Mai dafür plädiert, einen Straßenbenutzungsgebühr auch für Autos in Deutschland einzuführen – ähnlich, wie sie bereits für Laster gilt. Solch eine Auto-Maut erheben seit Jahren auch schon Frankreich, Österreich, Teschechien und vielen andere europäische Länder. Mit solch einer Gebühr wollen die „Wirtschaftsweisen“ den erheblichen Investitionsstau in der deutschen Verkehrsinfrastruktur abzubauen helfen.

Club erinnert an steigende Kraftstoffpreise und CO2-Steuer

Zwar gebe es in der Tat erheblichen Geldbedarf, um marode Straßen, Brücken und Schienen in Deutschland zu sanieren, um ein dichteres Netz aus Ladestationen zu knüpfen und die Dekarbonisierung des Lasterverkehrs voranzutreiben, stimmt der AvD in diesem Punkt den Wirtschaftsweisen zu. Der Interessenverein wende sich „aber entschieden gegen die weitere Belastung der privaten Pkw-Fahrer“. Der Club verweist darauf, wie essenziell viele Menschen auf’s Auto angewiesen sind – und wie stark die Lebenshaltungskosten auch in diesem Sektor bereits gestiegen sind und weiter steigen: „Der Unterhalt eines eigenen Wagens ist für weite Kreise in der Bevölkerung eine Kostenfrage. Das Fahrzeug wird benötigt, um den Arbeitsplatz zu erreichen und den Alltag zu bewältigen“, argumentiert der AvD. „Nicht nur die Kraftstoffpreise haben in den letzten Jahren massiv zugelegt. Dazu kommt die kontinuierlich ansteigende CO2-Steuer, die ab 2027 nicht mehr durch einen festen Betrag gedeckelt sein wird. Durch das dann geltende EU-System könnten die Kraftstoffpreise nochmals massiv ansteigen.“

Anderseits sei davon auszugehen, dass „Alternativen zum eigenen Pkw schon wegen der langen Planungsvorläufe beim Ausbau öffentlicher Verkehre ebenfalls nicht in ausreichendem Maße kurz- bis mittelfristig vorhanden sein werden“.

Autor: hw

Quellen: AvD, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt