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Wirtschaftsweise plädieren für Auto-Maut

Foto (verändert): Heiko Weckbrodt
Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Staat soll zudem für mehr Ladesäulen für E-Laster sorgen

Wiesbaden, 15. Mai 2024. Die Wirtschaftsweisen plädieren für eine Auto-Maut auf deutschen Straßen, um marode Verkehrsnetze in der Bundesrepublik zu sanieren. Das hat der „Sachverständigenrat Wirtschaft“ heute in Wiesbaden der Bundesampel empfohlen.

„Verkehrsinfrastruktur ist in einem desolaten Zustand“

„Die Verkehrsinfrastruktur ist in einem desolaten Zustand“, argumentiert Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrates Wirtschaft. „Ohne größere Investitionen wird sie sich weiter verschlechtern, da der Güterverkehr weiter zunehmen und die Belastung der Infrastruktur steigen wird“. Daher meinen die Ökonomen: „Für die Modernisierung und den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sollte stärker auf eine Nutzerfinanzierung, beispielsweise über eine fahrleistungsabhängige Pkw-Maut, gesetzt werden.“

Eine Auto-Maut gilt in Deutschland allerdings als unpopulär, würde zudem die Verbraucher und die Wirtschaft mit weiteren Kosten in Zeiten einer ohnehin stagnierenden Volkswirtschaft belasten. Die Wirtschaftsweisen selbst gehen nur von einem Mini-Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent in diesem Jahr aus, das sich wiederum stark auf den privaten Konsum stützen soll. Der bisher letzte Anlauf für eine Auto-Maut in Deutschland hatte dem damaligen Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) den Posten gekostet, weil er voreilig die Einführung vorantrieb, ohne alle rechtlichen Probleme gelöst zu haben.

Staat soll öffentliche Flächen für Ladeparks bereitstellen

Eine weitere Empfehlung der Wirtschaftsweisen betrifft die bisher eher lahme Transformation hin zu umweltfreundlicheren Fahrzeugen: „Um den Güterverkehr schneller zu dekarbonisieren, sollte der Aufbau einer Ladeinfrastruktur im Fokus staatlichen Handelns stehen“, fordern sie. Die Wirtschaftsweisen verweisen auf die gewachsene Angebotsbreite und die technologischen Fortschritte von Elektro-Lastern in jüngster Zeit. „Batterieelektrische Lkw können bereits heute dazu beitragen, die Emissionen im Straßengüterverkehr zu reduzieren. Andere emissionsarme Antriebe haben nicht dieselbe Marktreife“, erläutert Monika Schnitzer, die Vorsitzende des Sachverständigenrates Wirtschaft. „Angesichts knapper öffentlicher Mittel und Planungskapazitäten sollte der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Lkw priorisiert werden. Dies wird die Marktdurchdringung von batterieelektrischen Lkw beschleunigen.“

Damit private Unternehmen schneller Ladeparks bauen, sollte der Staat „öffentliche Flächen für Schnellladepunkte entlang der Autobahnen zügig und unbürokratisch“ bereitstellen, fordern die Ökonomen. Denn ein Umstieg der Lasterflotten von Diesel auf Stromer sei besonders wichtig, wenn Deutschland seine ökologischen Ziele erreichen wolle: „Der Güterverkehr ist für acht Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen verantwortlich, davon entfallen 98 Prozent auf den Straßengüterverkehr“, heißt es in der Mitteilung.

Autor: hw

Quelle: Sachverständigenrat Wirtschaft

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger