Künstliche IntelligenzNewszAufi

Finanzprofessor: KI gleichauf mit Profi-Anlageberatern

Künstliche Intelligenz, wie sie die KI "Dall-E" visualisiert hat
Künstliche Intelligenz, wie sie die KI „Dall-E“ visualisiert hat

Studie der TU Dresden hat Anlage-Tipps von ChatGPT und menschlichen Profis verglichen

Dresden, 4. Dezember 2023. Wer ChatGPT und andere Instanzen von Künstlichen Intelligenzen als Anlageberater nutzt, bekommt ähnlich sinnvolle Portfolio-Vorschläge wie von einem professionellen menschlichen Berater. Das haben Finanzwissenschaftler um Professor Lars Hornuf von der TU Dresden durch Vergleichstests ermittelt.

Bei menschlichen Finanzberater drohen Interessenkonflikte

Gerade Anfänger seien oft überfordert mit der Vielzahl an Aktien, Fonds und anderen Anlageformen auf dem freien Markt, erklärt Lars Hornuf den Ausgangspunkt der Studie. Daher verlassen sie sich häufig auf Profis bei der Hausbank oder freie Anlageberater. „Finanzberater unterliegen jedoch häufig Interessenkonflikten und empfehlen Produkte, an denen sie mehr verdienen“, betont der Professor. „Das sind aber nicht zwangsläufig die besten Produkte für ihre Kundinnen und Kunden.“

Vergleich mit Portefeuille von US-Finanzberatern

Daher haben Hornuf und sein Team für 48 hypothetische Anlegerprofile Investitionstipps durch die allgemeine Version 4 von ChatGPT erstellen lassen. Diese Ratschläge haben sie dann mit Portfolio-Vorschlägen aus der automatisierten Finanzberatung „eines etablierten US-amerikanischen Finanzberatungsunternehmens“ verglichen.

KI schlug vor allem preiswerte Misch-Fonds vor

Ergebnis: Die KI schlug GPT-4 durchweg kostengünstige „Exchange Traded Funds“ (ETFs) von namhaften Vermögensverwaltern vor. Die Ratschläge ähnelten denen der menschlichen Profis. „GPT-4 wurde nicht spezifisch für die Finanzberatung trainiert, liefert aber dennoch sehr vernünftige Ergebnisse für diese Aufgabe ab“, schätzt Lars Hornuf ein. Als nächstes will er die KI auch in Roboter einpflanzen und testen, ob dies die Entscheidungen eines Kunden beeinflusst. „Wir vermuten, dass sich Investierende vor einem Roboter weniger als Experten ausgeben, um ein positives Selbstkonzept zu erhalten. In der Folge gehen sie vermutlich weniger Risiken ein und treffen insgesamt eine bessere Anlageentscheidung.“

Quelle: TUD

Wissenschaftliche Publikation:

„Using GPT-4 for Financial Advice“ von Christian Fieberg, Lars Hornuf und David Streichin: „CESifo Working Paper No. 10529“ (2023) Fundstelle im Netz: http://dx.doi.org/10.2139/ssrn.4499485

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger