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Aus Arnsdorfer „F&G Normteile“ wird „Feindreh“

Anja Peplinski und Michael Grünler zeigen die filigranen Bauteile, die Feindreh fertigt, und im Hintergrund die Maschinen dafür. Foto: Meeco Communication Services

Anja Peplinski und Michael Grünler zeigen die filigranen Bauteile, die Feindreh fertigt, und im Hintergrund die Maschinen dafür. Foto: Meeco Communication Services

Metallbauer sind Spezialisten für filigrane Bauteile geworden

Dresden, 4. August 2023. Der Arnsdorfer Metallbetrieb „F&G Normteile Dresden“ bekommt eine neue Führung und einen neuen Namen: Die bisherigen Gesellschafter Steffen Ruhtz und Wilfried Grünler haben ihre Anteile an Tochter Anja Peplinski und Sohn Michael Grünler übergeben – und die firmieren das Unternehmen nun in „Feindreh GmbH“ um. Das hat der Betrieb heute mitgeteilt.

Kunden von Amerika bis China

Der Umfirmierung soll deutlich machen, dass das 100-köpfige Team längst nicht mehr nur Normteile herstellt, sondern feine und komplexe Drehteile mit teilweise nur 0,3 Millimetern Durchmesser. „Mit der familieninternen Unternehmensnachfolge haben wir ja gezeigt, dass wir ein bodenständiges Unternehmen sind, das hier verortet ist, daher haben wir letztendlich auch ‚Feindreh‘ gewählt“, betont der gelernte Zerspaner und nunmehrige Chef Michael Grünler. „Der größte Teil unserer Auftraggeber sitzt in Süddeutschland, ein Teil aber auch in Amerika und China – und sogar die sind mit dem bisherigen, wesentlich komplizierteren Namen klargekommen.“

Ursprünglich 1925 als „Kerb-Konus“ in Dresden gegründet

„Feindreh“ geht letztlich auf die ursprünglich 1925 durch den Rechtsanwalt Bernhard Eibes in Dresden gegründete „Kerb-Konus GmbH“ zurück. Ab 1927/28 übernahm Carl Eibes das väterliche Unternehmen. Der auf die Produktion von Kerb-Verbindungsstiften spezialisierte Betrieb zog 1929 vom Industriegebiet Dresden-Nord nach Dresden-Leuben um. „Im Januar 1945 wurden Teile des Maschinenparks und der Verwaltung nach Bayern verlagert, wo sie später die Grundlage für einen neuen selbständigen Betrieb bildeten“, heißt es in einem Archiveintrag der „Deutschen Digitalen Bibliothek“ (DDB). Das Unternehmen siedelte sich letztlich in Schnaittenbach an, dort existiert dieser Betrieb auch heute noch.

„Der Firmenteil in Dresden wurde nach dem Krieg zunächst treuhänderisch verwaltet und ging 1946 in Volkseigentum über“, heißt es weiter im DDB-Kurzporträt. „In der Folge firmierte der Betrieb unter der Bezeichnung VEB Kerb-Konus Dresden.“ Nach der Wende wurde das Unternehmen wieder privatisiert. Das Nachfolgeunternehmen des Staatsbetriebes ging allerdings einige Zeit nach der Wende pleite. Aus den Überresten entstand 1994 die F&G Normteile Dresden GmbH“ in Arnsdorf.

Weitere Investitionen geplant

Die neuen Chefs wollen das Unternehmen nun weiter modernisieren. „Wir investieren jedes Jahr rund 1,5 Millionen Euro vor allem in moderne CNC-Technik“, berichtet Anja Peplinski. Damit wollen die Eigner den Betrieb auch weiter auf die Markterfordernisse ausrichten. Die Kunden der Feindreh GmbH kommen aus nahezu allen technischen Branchen, unter anderem aus dem Automobilbau, dem Maschinenbau und der Elektroindustrie. „Vom Steckverbinder in e-Bike-Motoren bis zu Stiften in Klavieren oder der Orgel der Hamburger Elbphilharmonie ist alles dabei“, sagt Grünler.

Die Feindreh-Erfolge freuen auch den Arnsdorfer Bürgermeister Frank Eisold: Das Unternehmen ist laut seinen Angaben einer der größten Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler der Gemeinde.

Quellen: Meeco, DDB, Wikipedia, Feindreh GmbH

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt