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Intelligenter Insulinstift aus Sachsen soll Diabetiker-Alltag erleichtern

Die Forscherinnen und Forscher aus Leipzig und Dresden wollen Diabetikern ein unbeschwerteres Leben ermöglichen - mit Hilfe von Apps, KI und Insulinpen-Aufsätzen. Foto: Thomas Wuttke für Diafyt MedTech

Die Forscherinnen und Forscher aus Leipzig und Dresden wollen Diabetikern ein unbeschwerteres Leben ermöglichen – mit Hilfe von Apps, KI und Insulinstift-Aufsätzen. Foto: Thomas Wuttke für Diafyt MedTech

TU Dresden und „Diafyt Medtech“ aus Leipzig setzen auf künstliche Dosier-Intelligenz – und wollen damit das Leben der Patienten verlängern

Dresden/Leipzig, 6. Februar 2021. Künstliche Intelligenzen (KI) sollen Zuckerkranken künftig dabei helfen, ihre Insulinspritzen genauer zu dosieren. Dafür entwickeln die Technische Universität Dresden (TUD) und das Unternehmen „Diafyt Medtech“ aus Leipzig nun eine digitale Diabetes-Therapie. Diese könne „nicht nur das Alltagsleben der Patienten beträchtlich erleichtern, sondern auch langfristig ihre Lebenserwartung verbessern“, ist Dr. Rene Richter vom TUD-Institut für Feinwerktechnik und Elektronik-Design überzeugt.

Fraunhofer und Bund wollen Marktzugang in USA erleichtern

Für dieses gemeinsame Projekt bekommen die Partner nun Hilfe im Rahmen der „Innohealth USA“-Kampagne der Fraunhofer-Gesellschaft und des Bundesforschungsministeriums, teilte die TUD mit. Dieses Programm soll unter anderem den Marktzugang für junge deutsche Medizintechnik-Unternehmen in den USA erleichtern.

„Falsche Dosierung kann auf Dauer Organe schädigen oder sogar zum Tod führen“

Hintergrund: Deutschlandweit sind rund 340.000 Menschen – darunter etwa 2200 Kinder und Jugendliche – an Diabetes vom Typ 1 erkrankt. Bei ihnen produziert die Bauchspeicheldrüse das Hormon „Insulin“ nicht mehr, das für die Zuckerverarbeitung im Blut wichtig ist. Daher sind diese Patienten auf Insulinspritzen angewiesen. Die Dosierung ist umständlich , weil die Kranken die richtige Menge selbst berechnen müssen, betonen die sächsischen Projektpartner. „Die falsche Dosierung kann auf Dauer Organe schädigen oder sogar zum Tod führen.“

Datenrückfluss trainiert KI

„Diafyt Medtech“ hat daher einen Algorithmus geschrieben, der den individuellen Stoffwechsel des Patienten auswertet, die optimale Insulindosis mit Hilfe von KI-Technologien berechnet und in einer Smartphone-App anzeigt. Außerdem haben TUD und „Diafyt Medtech“ einen intelligenten Aufsatz für „Insulin-Pens“, mit denen heutzutage rund 95 Prozent der insulinpflichtigen Diabetiker ihre Spritzen setzen. Dieser Stift-Aufsatz berechnet und injiziert die richtige Hormon-Dosis. Zudem überträgt er „die exakten Daten und Mengen per Bluetooth an die App, damit sie weiterlernen kann“, heißt es in einer Beschreibung der TUD.

Nachdem nun die ersten Patienten-Tests mit diesem KI-Stift absolviert sind, wollen die Partner einen breiteren Einsatz vorbereiten.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: TUD, Deutsche Diabeteshilfe

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