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Dreimal so viele Grenzpendler

Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice

Das Hauptquartier der EU im Berlaymont-Gebäude in Brüssel. Foto: EU-Presseservice

Ausländische Pendler spielen eine wachsende Rolle auf dem deutschen Arbeitsmarkt

Nürnberg/Dresden, 7. April 2020. Immer mehr Osteuropäer pendeln regelmäßig nach Deutschland, um hier zu arbeiten. Das geht aus einer Statistik des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) aus Nürnberg hervor. Ohne sie – und dies hatten zuvor auch schon die Ifo-Ökonomen aus Dresden hervorgehoben – könnte viele deutsche Betriebe zahlreiche Stellen gar nicht besetzen und Aufträge nicht abarbeiten.

Längst nicht alle „Grenzpendler“ wohnen und arbeiten nahe der Grenze

Laut der IAB-Auswertung hat sich die Zahl der Grenzpendler seit 2010 fast verdreifacht: von weniger als 69.000 ausländische Werktätigen auf über 191.000 im Jahr 2019. Dabei ist „Grenzpendler“ allerdings in einem weiteren Wortsinne zu verstehen: Das IAB rechnet hier alle Berufstätigen mit Wohnsitz im Ausland und Arbeitsort in Deutschland ein. Insofern sei „die Zahl der Grenzpendler nicht nur in den Grenzregionen Deutschlands gestiegen, sondern auch in Kreisen, die im Landesinneren liegen“, hieß es von dem arbeitsagenturnahen Institut.

Polen pendeln besonders viel

Die größte Gruppe unter den Grenzpendlern sind die Polen mit 69.000 Arbeitern, gefolgt von den 36.000 Franzosen und 34.000 Tschechen. „Grenzpendler aus westeuropäischen Nachbarstaaten wie Österreich (gut 9000) oder den Niederlanden (knapp 7000) üben häufig berufliche Tätigkeiten auf einem hohen oder sehr hohen Anforderungsniveau aus“, haben die IAB-Forscher ausgewertet. „Unter den Beschäftigten aus den neueren Grenzpendlerländern, also den östlich gelegenen Ländern wie Polen, der Tschechischen Republik oder Rumänien, haben Tätigkeiten mit geringem Anforderungsniveau eine höhere Bedeutung. Sie sind zudem häufig in der Zeitarbeit tätig.“

Die Studie beruht auf Arbeitsmarktdaten, die das IAB beziehungsweise die Arbeitsagentur vor den Grenzschließungen aufgrund der Corona-Krise erhoben hatte.

Autor: Oiger

Quelle: IAB