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TÜV will obligate Prüfung für riskante KIs

Künstliche Intelligenz (KI) gilt inzwischen als zentrale Schlüsseltechnologie des Digital-Zeitalters. Die Deutschen sehen die KI-technologie aber eher skeptisch und risikobehaftet. Foto: Geralt. Pixabay, CC0-Lizenz
Künstliche Intelligenz (KI) gilt inzwischen als zentrale Schlüsseltechnologie des Digital-Zeitalters. Foto: Geralt. Pixabay, CC0-Lizenz

Umfrage: 85 % der Deutschen wollen Kennzeichnungspflicht für KI-Systeme

Berlin, 27. Januar 2020. Damit „Künstliche Intelligenzen“ (KI) keinen Unsinn verzapfen und dabei Menschenleben gefährden, hat der Verband der „Technischen Überwachungsvereine“ (TÜV) eine Pflichtüberprüfung für riskante KI-Systeme gefordert. Dieser KI-TÜV soll vor allem für Systeme obligat sein, in denen ein hohes oder sehr hohes Risiko besteht, Menschen zu schädigen. Das betreffe beispielsweise automatisierte Fahrzeuge, KI-gesteuerte Maschinen oder die medizinische Diagnostik.

Verbandspräsident sieht „erhebliche Regelungslücken“

„Beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in sicherheitskritischen Bereichen gibt es erhebliche Regelungslücken“, kritisierte Michael Fübi, der Präsident des TÜV-Verbands (VdTÜV). „Immer dann, wenn Gefahren für die Gesundheit von Menschen oder deren elementare Grundrechte bestehen, sind klare Leitlinien für die Anbieter, Entwickler und Nutzer von KI-Anwendungen notwendig.“

KI-Produkte sollen erst nach Sicherheits-Check auf den Markt kommen

Er berief sich dabei auch auf eine Umfrage unter 1000 Menschen in Deutschland, die das Marktforschungsunternehmen Ipsos für den Verband realisiert hatte. Demnach wollen 85 Prozent der Deutschen eine ausdrückliche Kennzeichnung für KI-Produkte. „Ebenfalls 85 Prozent sind der Meinung, dass KI-Produkte erst auf den Markt gebracht werden sollten, wenn ihre Sicherheit von unabhängigen Stellen überprüft wurde“, zitiert der Verband aus den Umfrage-Ergebnissen.

Die meisten Deutschen wollen eine Pflichtprüfung für KI-Systeme. Abb.: VdTÜV
Die meisten Deutschen wollen eine Pflichtprüfung für KI-Systeme. Abb.: VdTÜV

Die meisten Deutschen sehen KI eher positiv

Zugleich zeige die Studie, dass die Deutschen der KI-Technologie mehrheitlich offen gegenüberstehen. „Mit 46 Prozent empfindet fast die Hälfte aller Befragten etwas Positives oder sehr Positives, wenn sie an KI denken. Weitere 21 Prozent sind neutral. Dagegen empfinden 28 Prozent eher etwas Negatives oder sehr Negatives.“

Autor: hw

Quelle: VdTÜV

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger