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Außeruniversitäre Institute in Dresden

Mit "City Trees", die feinstaub aus der Stadtluft filtern, und anderen Erfindungen aus Dresden präsentiert sich der Institutsverbund "Dresden Concept" bis Anfang Oktober in einer Freiluft-Ausstellung auf dem Neumarkt in Dresden neben der Frauenkirche. Foto: Heiko Weckbrodt

Der Institutsverbund “Dresden Concept”. Foto: Heiko Weckbrodt

Dresden, 30. Januar 2019. Dass sich die TU Dresden immer erfolgreicher als Exzellenzuni im innerdeutschen Wettbewerb zu behaupten vermag, wie erst im Herbst wieder bewiesen, liegt zweifellos an eigenen Anstrengungen – aber auch an der starken Unterstützung durch die außeruniversitären Institute in Dresden. 17 solcher Einrichtungen gibt es heute in der sächsischen Landeshauptstadt, wenn man nur die größten zählt. Sie stehen für ein jährliches Forschungsvolumen von einigen Hundert Millionen Euro und für über 5200 Jobs im Raum Dresden.

Konkurrenzfähig durch Kooperation

Inhalt

Rechnet man noch die inzwischen eingegliederten Zentren wie das CNT oder das Comedd sowie private Einrichtungen wie das Institut für Holztechnologie oder das Institut für Luft- und Kältetechnik hinzu, gibt es etwa zwei Dutzend Forschungseinrichtungen jenseits der Hochschulen und der Uni in der Stadt.

Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme

  • Gründung: 1.7.1993
  • Trägerschaft: Max-Planck-Gesellschaft
  • Ort: Nöthnitzer Straße /Plauen
  • Mitarbeiter: ca. 80 langfristige plus ca. 1500 Gastwissenschaftler im Jahr
  • Forschungsbeispiele: kollektive Phänomene, Quantenphysik und Energietransfer in Materie sowie Biophysik

Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

  • Gründung: 1995
  • Trägerschaft: Max-Planck-Gesellschaft
  • Ort: Nöthnitzer Straße /Plauen
  • Mitarbeiter: ca. 200
  • Forschungsbeispiele: Forschung an der Schnittstelle von Chemie und Physik, Materie unter extremen Bedingungen
Der Standort Dresden des Fraunhofer-Instituts IWU an der Technologiemeile Nöthnitzer Straße. Foto: Heiko Weckbrodt

Der Standort Dresden des Fraunhofer-Instituts IWU an der Technologiemeile Nöthnitzer Straße. Foto: Heiko Weckbrodt

Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU), Institutsteil Dresden

  • Gründung: 2006
  • Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Nöthnitzer Straße/ Plauen
  • Mitarbeiter: 169
  • Forschungsbeispiele: Adaptronik, Akustik, 3D-Druck, Füge- und Medizintechnik.
Die Visualisierung zeigt die technologische Innenansicht der "Autotram Extra Grand". Abb.: Fraunhofer IVI

Die Visualisierung zeigt die technologische Innenansicht der “Autotram Extra Grand”. Abb.: Fraunhofer IVI

Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI)

  • Gründung: 1999
  • Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Zeunerstraße / Räcknitz
  • Mitarbeiter: 179
  • Forschungsbeispiele: Hightech-Bus Autotram, Schnelllade-System für Elektrobusse

Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) – Institutsteil Dresden für die Entwicklung Adaptiver Systeme (EAS)

  • Gründung: 1992
  • Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Zeunerstraße (2020 Wechsel zur Münchner Straße) / Räcknitz
  • Mitarbeiter: 138
  • Forschungsbeispiele: hochzuverlässige Fahrzeug-Elektronik, Entwurfssysteme für Analog- und 3D-Chip

Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR)

  • Gründung: 1992
  • Träger: Leibniz-Gemeinschaft
  • Ort: Weberplatz / Südvorstadt
  • Mitarbeiter: 100
  • Forschungsbeispiele: Wandel von Landschaften, urbaner Klimawandel. Ökologische Stadtentwicklung

Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV), Institutsteil Dresden

  • Gründung: 1995
  • Träger: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Heidelberger Straße / Coschütz-Gittersee
  • Mitarbeiter: 65
  • Forschungsbeispiele: flexible Kosmetik-Verpackungen, Lebensmittel-Roboter, Reinigungstechnologien
Wissenschaftsnacht 2018 in Dresden: auch Lurch Axolotl wachsen verlorene Gliedmaßen nach. Foto: Heiko Weckbrodt

Wissenschaftsnacht 2018 in Dresden: auch Lurch Axolotl wachsen verlorene Gliedmaßen nach. Foto: Heiko Weckbrodt

Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG)

  • Gründung: 1. Januar 1998
  • Trägerschaft: Max-Planck-Gesellschaft
  • Ort: Pfotenhauer Straße / Johannstadt
  • Mitarbeiter: 380
  • Forschungsbeispiele: Mechanismen der Zellorganisation, Zellkommunikation, Regeneration

Zentrum für Systembiologie Dresden (CSBD)

  • Gründung: 2010
  • Trägerschaft: Max-Planck-Gesellschaft und TU Dresden
  • Ort: Pfotenhauer Straße / Johannstadt
  • Mitarbeiter: 120 Belegschaft noch im Aufbau)
  • Forschungsbeispiele: interdisziplinärer, vor allem physikalischer Blick auf die Genese von Leben
Die Entwickler vom Fraunhofer-Institut FEP in Dresden schmelzen organische Farb-Mikrobildshcirme mit dem elektronenstrahl. Foto: Fraunhofer FEP

Die Entwickler vom Fraunhofer-Institut FEP in Dresden schmelzen organische Farb-Mikrobildshcirme mit dem elektronenstrahl. Foto: Fraunhofer FEP

Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik (FEP)

  • Gründung: 1991
  • Trägerschaft: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Winterbergstraße / Gruna
  • Mitarbeiter: 238
  • Forschungsbeispiele: Datenbrillen mit organischen Minibildschirmen, Elektronenkanonen für gesünderes Saatgut
Fraunhofer IKTS: Dotierte OIptomkeramik bei Bestrahlung mit UV-Licht von 366 nm Wellenlänge. Foto: Fraunhofer-IKTS

Fraunhofer IKTS: Dotierte OIptomkeramik bei Bestrahlung mit UV-Licht von 366 nm Wellenlänge. Foto: Fraunhofer-IKTS

Das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme (IKTS)

  • Gründung: 1992
  • Trägerschaft: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Winterbergstraße / Gruna
  • Mitarbeiter: 499
  • Forschungsbeispiele: Brennstoffzellen für hohe Temperaturen, Keramikfilter
Die Batteriezell-Pilotproduktion im Fraunhofer-Laserinstitut IWS in Dresden ist stark automatisiert. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Batteriezell-Pilotproduktion im Fraunhofer-Laserinstitut IWS in Dresden ist stark automatisiert. Foto: Heiko Weckbrodt

Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

  • Gründung: 1990
  • Trägerschaft: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Winterbergstraße / Gruna
  • Mitarbeiter: 416
  • Forschungsbeispiele: Laser-Strukturen, Schwefel-Batterien, Antireibungs-Beschichtungen

Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), Institutsteil Dresden

  • Gründung: 1992
  • Trägerschaft: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Winterbergstraße / Gruna
  • Mitarbeiter: 84
  • Forschungsbeispiele: Leichtbauwerkstoffe, Elektrodenmaterialien, thermoelektrische Mini-Kraftwerke, neue Implantat-Werkstoffe
Ohne nanoelektronik, moderne Sensoren und schnelle Datenverbindungen - zum Beispiel über 5G-Funk oder Licht-WLAN (Li Fi) - werden die hochautomatisierten Fabriken der "Industrie 4.0" nur schwer realisierbar sein. Das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS in Dresden arbeitet in der „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ (FMD) aich an solchen Lösungen. Abb.: IPMS

Ohne Nanoelektronik, moderne Sensoren und schnelle Datenverbindungen – zum Beispiel über 5G-Funk oder Licht-WLAN (Li Fi) – werden die hochautomatisierten Fabriken der “Industrie 4.0” nur schwer realisierbar sein. Das Fraunhofer-Photonikinstitut IPMS in Dresden arbeitet in der „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ (FMD) aich an solchen Lösungen. Abb.: IPMS

Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS)

  • Gründung: 1992
  • Trägerschaft: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Maria-Reiche-Straße / Klotzsche
  • Mitarbeiter: 349
  • Forschungsbeispiele: Mikrospiegel für neuartige Sensoren, Sensorsysteme, MEMS, Li-Fi
Das CNT arbeitet mit einer 300-mm-Linie im früheren Qimonda-Reinraum - solche Forschungsbedingungen gibt es europaweit sonst nur selten. Abb.: CNT

Das CNT arbeitet mit einer 300-mm-Linie im früheren Qimonda-Reinraum – solche Forschungsbedingungen gibt es europaweit sonst nur selten. Abb.: CNT

Fraunhofer-Center Nanoelectronic Technologies (CNT)

  • Gründung: 2005
  • Trägerschaft: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Königsbrücker Straße / Klotzsche
  • Mitarbeiter: 60
  • Forschungsbeispiele: Neue Technologien für Chipfabriken
Um die Chipstapel über 100 µm lange Tunnel durchkontaktieren zu können, arbeitet das ASSID mit Dünn-Wafern, die sogar biegsam sind. Abb.: hw

Um die Chipstapel über 100 µm lange Tunnel durchkontaktieren zu können, arbeitet das ASSID mit Dünn-Wafern, die sogar biegsam sind. Abb.: hw

Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) Institutsteil Dresden: All Silicon System Integration Dresden (ASSID)

  • Gründung: 2010
  • Trägerschaft: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Ort: Ringstraße (Stadtgrenze Dresden und Moritzburg)
  • Mitarbeiter: 39
  • Forschungsbeispiele: 3D-Chiptechnologien
Petawatt-Laser am HZDR. Mit solchen Lasern will Professor Ralf Schützhold Teilchen aus dem scheinbaren "Nichts" hervorzaubern. Foto: HZDR, Oliver Killig

Petawatt-Laser am HZDR. Foto: HZDR, Oliver Killig

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR)

  • Gründung: 1956 (seit 2011 bei Helmholtz)
  • Trägerschaft: Helmholtz-Gemeinschaft
  • Ort: Ringstraße Bautzner Landstraße, Dresden-Rossendorf
  • Mitarbeiter: 1200
  • Forschungsbeispiele: Materie unter extremen Magnetfeldern, Ionenphysik, Superlaser, Krebstherapien, Ressourcen-Rückgewinnung
Bringen selbst nur 650 Gramm auf die Waage, tragen aber bis zu 200 Kilogramm: die Karbon-Hocker von Polymerforschern aus Dresden. Foto: IPF

Bringen selbst nur 650 Gramm auf die Waage, tragen aber bis zu 200 Kilogramm: die Karbon-Hocker von Polymerforschern aus Dresden. Foto: IPF

Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden (IPF)

  • Gründung: 1948 (Neugründung 1. Januar 1992)
  • Trägerschaft: Leibniz-Gemeinschaft
  • Ort: Hohe Straße / Südvorstadt
  • Mitarbeiter: 480
  • Forschungsbeispiele: Polymerwerkstoffe, selbstheilende Reifen, Polymer-3D-Druck
Piezoelektrrische Chip-Scheiben auf SAW-Basis. Foto: SAWLab Saxony / IFW

Piezoelektrrische Chip-Scheiben auf SAW-Basis. Foto: SAWLab Saxony / IFW

Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW)

  • Gründung: 1992
  • Trägerschaft: Leibniz-Gemeinschaft
  • Ort: Helmholtzstraße / Südvorstadt
  • Mitarbeiter: 479
  • Forschungsbeispiele: Nanomotoren, Supraleit-Vehikel, neue Werkstoffe und Quantenmateralien
Im IHD werden Boards mit 3D-Textilfasern verstärkt. Foto: IHD

Im IHD werden Boards mit 3D-Textilfasern verstärkt. Foto: IHD

Institut für Holztechnologie Dresden (IHD)

  • Gründung: 1952/Privatisierung 1992
  • Trägerschaft: privat
  • Ort: Zellescher Weg / Südvorstadt
  • Mitarbeiter: rund 120 feste Mitarbeiter und 40 Studenten.
  • Forschungsbeispiele: neue Anwendungen für Holz als Leichtbauwerkstoff, Füge- und Klebeverfahren, Holz-3D-Druck, Holzfedern, Holzarchitektur

 

Autor: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

Außeruniversitäre Forschung in Sachsen