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„Geheimnis von Neapel“: Leg dich nicht mit der Kunstmafia an

Gerichtsmedizinerin Adriana (Giovanna Mezzogiorno) kann sich dem Bann ihrer mysteriösen Party-Bekannschaft nicht entziehen. Szenenfoto aus: "Das Geheimnis von Neapel", Prokino Home Entertainment
Gerichtsmedizinerin Adriana (Giovanna Mezzogiorno) kann sich dem Bann ihrer mysteriösen Party-Bekannschaft nicht entziehen. Szenenfoto aus: „Das Geheimnis von Neapel“, Prokino Home Entertainment

Online-Thriller um die süditalienische Kunstmafia und einen geblendeten Taucher

Auf eine surreale Reise durch die Hinterhöfe und düsteren Geheimnisse am Fuße des Vesuv entführt „Das Geheimnis von Neapel“ seine Online-Zuschauer: Der italienische Thriller von Ferzan Ozpetek („Vidocq„)ist nun in Deutschland als Bezahl-Video im Internet erschienen.

Die Story: Die Gerichtsmedizinerin und ihr abgemurkster Casanova

Erzählt wird darin von einer bizarren Wendung im Leben der Gerichtsmedizinerin Adriana (Giovanna Mezzogiorno). Die lernt auf einer Party einen knackigen Jüngling (Alessandro Borghi) kennen, mit dem sie – ganz gegen ihre sonstigen Gewohnheiten, wie sie beteuert – ratzfatz ins Bett hüpft. Zum verabredeten Rendezvous am nächsten Tag im Museum erscheint ihr Liebhaber indes nicht, er bleibt verschwunden. Sie will die Affäre schon als weitere Enttäuschung abhaken. Als sie aber zur Arbeit geht, liegt bei ihr auf dem Seziertisch ein Mann, dem jemand die Augen ausgestochen und ihn dann abgemurkst hat: Ihr gestern noch so schöner Unbekannter ist tot. Wie sich herausstellt, ging er wohl illegalen Geschäften unter Wasser nach… Bei ihren Nachforschungen gerät die Gerichtsmedizinerin in die Netze des illegalen Kunsthandels, verirrt sich in bizarre Spieleclubs, trifft ein alter ego ihres Casanovas im nächtlichen Neapel – und beginnt immer mehr, an ihrem Verstand zu zweifeln.

Tja, wo bleibt denn der Lover? Adriana (Giovanna Mezzogiorno) wartet vergebens im Museum. Szenenfoto aus: "Das Geheimnis von Neapel", Prokino Home Entertainment
Tja, wo bleibt denn der Lover? Adriana (Giovanna Mezzogiorno) wartet vergebens im Museum. Szenenfoto aus: „Das Geheimnis von Neapel“, Prokino Home Entertainment

Fazit: Verschachtelt mit artifizieller Note

„Das Geheimnis von Neapel“ ist ein verschachtelter und etwas artifiziell inszenierter Krimi mit einigen ziemlich schrägen Gestalten. Stellenweise entwickelt er eine tiefe Sogkraft, an anderen Stellen ist er nur einfach seltsam statt stringent, verheddert sich in Andeutungen. Wohl weil da abzuwarten bleibt, ob und wie das beim deutschen Publikum ankommt, hat Prokino diesen Thriller nicht auf DVD oder Bluray gepresst, sondern als Bezahl- und Leihvideo in die einschlägigen Mediatheken eingestellt.

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Kurzinfo:

  • Titel: „Das Geheimnis von Neapel“
  • Genre: Thriller
  • Produktionsland und -jahr: Italien 2017
  • Laufzeit: 113 Minuten
  • Regie: Ferzan Ozpetek
  • Darsteller: Giovanna Mezzogiorno und Alessandro Borghi
  • Preis: ca. 5 Euro fürs Online-Verleih, 12 Euro Online-Kauf

 

Autor der Rezension: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger