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Krebsstudie startet: Weniger Strahlen = weniger Nebenwirkungen?

Die an einem Kopf-Hals-Tumor erkrankte Dresdner Künstlerin Elke Heber wird mit einer individualisierten Strahlentherapie behandelt, die langfristige Nebenwirkungen der Therapie reduzieren soll. V.l.n.r. Elke Heber und Prof. Mechthild Krause, Geschäftsführende Direktorin am NCT/UCC Dresden und Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Dresden. Foto: NCT

Die an einem Kopf-Hals-Tumor erkrankte Dresdner Künstlerin Elke Heber wird mit einer individualisierten Strahlentherapie behandelt, die langfristige Nebenwirkungen der Therapie reduzieren soll. Elke Heber (l.) und Prof. Mechthild Krause, Direktorin am NCT/UCC Dresden und Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Dresden. Foto: TU Dresden/Stephan Wiegand

Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren können mitmachen

Dresden/Heidelberg, 12. Dezember 2018. Humane Papillomviren (HPV) haben bei der Dresdner Künstlerin Elke Heber Krebs ausgelöst: einen Mund-Rachen-Tumor, der oft von Mundtrockenheit, Schluckbeschwerden beziehungsweise gestörte Geruchs- und Geschmackssinne als Nebenwirkungen begleitet ist. Sie ist nun die erste Patientin in einer gemeinsamen Studie der Dresdner und Heidelberger Ärzte im „Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen“ (NCT).

Strahlendosis schrittweise senken

Dabei wollen die Mediziner die Strahlendosis während der Krebstherapie von insgesamt 30 Patienten schrittweise senken. Dadurch wollen sie ausprobieren, bis zu welcher Dosis der Heileffekt gesichert ist und sich dennoch die Lebensqualität der Patienten verbessern lässt. Auch Patienten von den Universitätsklinika  Essen, Frankfurt, Freiburg, Heidelberg, Mainz, München und Tübingen können an der Studie teilnehmen, hieß es vom NCT Dresden.

Krebs durch Virus ausgelöst

„HPV-verursachte Kopf-Hals-Tumoren sprechen besonders gut auf eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie an“, betonte Studienleiterin Prof. Mechthild Krause vom NCT. „Wir gehen davon aus, dass wir diese Tumoren mit einer verringerten Strahlendosis genauso wirksam behandeln können, wie mit der bislang standardmäßig verabreichten Strahlenmenge. Gleichzeitig hoffen wir so, langfristige gravierende Nebenwirkungen deutlich reduzieren zu können“, erklärte die Professorin, die in Personalunion Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Dresden ist.

Mit Standardbehandlung übertherapiert

„Vieles deutet darauf hin, dass ein Teil der Patienten mit der aktuellen Standardbehandlung übertherapiert wird“, ergänzte Prof. Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Dies wollen wir künftig vermeiden.“

„Ich freue mich, dass ich die Chance habe, an der Studie teilzunehmen und hoffe, dass ich nach der Behandlung ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen kann“, unterstrich Patientin Elke Heber.

Autor: hw