Spiele

Broken Age: Charmantes Parallel-Adventure

Durch den geschickten Einsatz ihres Inventars und etwas Überredungskunst gelingt es der jungen Vella, dem Monsteropferfest zu entkommen. Abb.: BSF

Durch den geschickten Einsatz ihres Inventars und etwas Überredungskunst gelingt es der jungen Vella, dem Monsteropferfest zu entkommen. Abb.: BSF

Vom Glibbermonster zum Bespaßungs-Raumschiff: LucasArts-Altmeister Tim Schafer schickt uns durch bizarre Rätselwelten

Die Probleme, mit denen sich Vella und Shay auf ihren Welten herumschlagen, könnten unterschiedlicher nicht sein: Vella lebt auf einem rückständigen Planeten, auf dem sich die Bewohner von Seeungeheuern freiwillig knechten lassen. Einmal im Jahr opfert jedes Dorf seine vier schönsten Maiden – und diesmal ist Vella an der Reihe, von einem Sabbermonster gefressen zu werden.

Shays einzige Sorge hingegen ist die Langeweile: Der Junge lebt ganz allein auf einem Raumschiff, dirigiert vom Bordcomputer „Mutter“ („Alien“ lässt grüßen). Und „Mutter“ füllt ihn Tag für Tag mit Leckereien voll, schickt ihn auf inszenierte „gefährliche“ Missionen, die in Wirklichkeit nur auf Kindergarten-Spiele hinauslaufen. Was die beide Jugendlichen überhaupt gemeinsam haben? Sie sind die Protagonisten des amüsanten Adventures „Broken Age“ von Tim Schafer (“„Monkey Island“, „Day of Tentacle“).

Gefangen im goldenen Käfig: Shay langweilt sich im Bespaßungs-Raumschiff zu Tode. Abb.: BSF

Gefangen im goldenen Käfig: Shay langweilt sich im Bespaßungs-Raumschiff zu Tode. Abb.: BSF

Erzählerischer Pfiff und Comic-Optik

Und diesem Spiel, das per Crowd Funding durch den Internetschwarm mitfinanziert wurde und nun auch auf physischen Datenträgern in deutscher Fassung veröffentlicht wurde, merkt man durch und durch die Traditionslinie zu den LucasArts-Klassikern an: Es macht einfach Spaß, abwechselnd Vella und Shay durch ihre ganz persönlichen Abenteuer und Desaster und zueinander zu lotsen. Die zunächst nur parallelen Stories haben erzählerischen Pfiff und da macht es auch gar nichts aus, dass „Broken Age“ nicht in modernster Highend-3D-Grafik daher kommt: der Zeichen-Comicstil hier hat seinen ganz eigenen Charme.

Werbung

Ganz abgesehen davon, ist dieses Adventure immer wieder mit netten kleinen Anspielungen auf die Videospiel- und Filmgeschichte gespickt, die der aufmerksame Spieler rasch entdecken wird. Einziger Kritikpunkt: Die Aufgaben und Rätsel, die wir hier für die beiden jungen Akteure zu lösen haben, sind über weite Strecken nicht besonders schwierig, was Einsteiger freut, passionierte Adventure-Fans aber vielleicht unterfordern mag.

Ob sie zueinander finden? Vella und Shay kommen aus zwei völlig unterschiedlichen Welten: Sie lebt in einem Dorf abergläubiger Duckmäuser, er steckt in einem Amüsier-Raumschiff fest. Abb.: BSF

Ob sie zueinander finden? Vella und Shay kommen aus zwei völlig unterschiedlichen Welten: Sie lebt in einem Dorf abergläubiger Duckmäuser, er steckt in einem Amüsier-Raumschiff fest. Abb.: BSF

Werbevideo (DoubleFine Englisch):

Fazit:

Ein fabulierfreudiges Abenteuer im Comic-Stil mit dem Charme der „Point & Click“-Adventures aus dem Hause LucasArts. Autor: Heiko Weckbrodt

Broken Age“ (Tim Schafer/Nordic Games/Eurovideo Medien), Adventure, USK 6, ca. 26 Euro

Zum Weiterlesen:

Adventure führt uns in den Norden von “Game of Thrones”

Herrlich schräges Adventure “Randells Monday”

Adventure “Baphomets Fluch 5” im Test