Wirtschaft

Biotech-Branche wächst

Biotech-Forschung an der TU Dresden. Foto: TUD/Eckold

Biotech-Forschung an der TU Dresden. Foto: TUD/Eckold

Erstmals über drei Milliarden Euro Umsatz / Auch neue Biotech-Startups in Sachsen

Leipzig/Dresden/Köln, 24. April 2015: Die Biotech-Branche ist deutschlandweit im Aufschwung: Im Jahr 2014 kam dieser Wirtschaftssektor auf insgesamt über drei Milliarden Euro Umsatz (+6 % zum Vorjahr) und beschäftigte 17.930 Mitarbeiter (+ 5,8 %). Das hat eine Umfrage des Portals biotechnologie.de im Auftrag des Bundesforschungsministeriums ergeben, die nun auf den „Deutschen Biotechnologietagen 2015“ in Köln vorgestellt wurde. Für die sächsische Biotech-Branche deutet sich Ähnliches an.

Auch Aufschwung in Sachsen – vor allem in Leipzig

Zwar liegt für Sachsen noch keine detaillierte Regionalauswertung vor, aber auch hier zeichnet sich ein Aufwärtstrend ab – wenn auch vorrangig in Leipzig: Laut Branchenverband „Biosaxony“ gab es im vergangenen Jahr sechs Biotech-Neugründungen im Freistaat, darunter fünf in Leipzig. Aber auch in Ostsachsen ging eine neue Firma an den Start: Die im März 2014 gegründete Cellab GmbH Radeberg entwickelt Bioreaktoren, die zum Beispiel für die Züchtung von Proteinen und künstlicher Haut eingesetzt werden. Die Forschungsabteilung des jungen Unternehmen kooperiert dabei u. a. mit der TU Dresden.

Aus biotech-nahen Branchen kamen weitere elf Neugründungen hinzu, wobei auch hier die Pleißestadt mit neun Startups dominierte. In Dresden und in Radeburg kam es jeweils zu nur zu einer Neugründung. Genauere Zahlen will Biosaxony demnächst vorlegen.

Dioe im März gegründete "Cellab GmbH" aus Radeberg stellt Bioreaktoren her. Foto: Celllab

Die im März gegründete „Cellab GmbH“ Radeberg stellt Bioreaktoren her. Foto: Celllab

Dresden in Forschung top, wirtschaftliche Verwertung hinkt aber hinterher

Damit profiliert sich Leipzig immer mehr zu dem Biotech-Standort in Sachsen schlechthin. Die Pleißestadt wird wohl auch deshalb im kommenden Jahr auch Gastgeber für die „Deutschen Biotechnologie-Tage 2016“ sein. Der vom Freistaat gleichermaßen geförderte Standort Dresden bleibt zwar in der Biotech-Grundlagenforschung ein Schwergewicht und konnte diesen Status mit der Gründung des Max-Planck-Zentrums für Systembiologie sogar ausbauen.

In puncto wirtschaftlicher Verwertung von Genetik und Biotechnologie schwächelt die Landeshauptstadt aber eher. Branchenkenner hatten dafür in den vergangenen Monaten vor allem die Stadtverwaltung verantwortlich gemacht, die nur unzureichend für geeignete Gewerbeflächen in diesem Sektor sorge. Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat aber inzwischen angekündigt, dass ab 2018 ein zweites Biotech-Gründerzentrum in Dresden entstehen soll.

Autor: Heiko Weckbrodt