News, Wirtschaft
Schreibe einen Kommentar

Heliatak pflastert Firmensitz in Dresden mit organischen Solarzellen

Die mit organische Solarfolien verkleidete Ostfassade bei Heliatek Dresden. Foto: Heliatek

Die mit organische Solarfolien verkleidete Ostfassade bei Heliatek Dresden. Foto: Heliatek

Energiesammelnde Ostfassade soll Ausbeute bei wenig Licht beweisen

Dresden, 2, November 2014: Um am Praxisbeispiel zu beweisen, dass organische Solarzellen in halber Düsternis mehr Strom sammeln als kristalline Photovoltaik-Paneele, hat die Technologie-Firma „Heliatek“ nun die Ost-Fassade ihres Dresdner Hauptquartiers mit solchen Solariefolien aus eigener Produktion gepflastert. Sie sollen die Bürobeleuchtung im Firmensitz mit Energie versorgen.

Organikfolien in Glas einlaminiert

Monteure installieren die Solarscheiben. Foto: Heliatek

Monteure installieren die Solarscheiben. Foto: Heliatek

„Organische Photovoltaik verbraucht in der Produktion viel weniger Energie im Vergleich zur Herstellung von kristallinen Siliziumsolarzellen und ,HeliaFilm’ ist ideal geeignet für Glaswände aller Art“, meint Manager Frederic Bonnefoy von der „AGC Glass Europe“, die die neuartigen Paneele installiert hatte. „Seine hervorragende Sensibilität bei schwachem Licht und seine exzellente Leistung bei hohen Temperaturen lässt es zum PV-Produkt der Wahl bei verschiedenen BiPV-Anwendungen avancieren.“ „BIOPV“ steht dabei für „Building Integrated Organic Photovoltaics“ und bedeutet, dass Organiksolarfolien – die auch durchsichtig gefertigt werden können – direkt in Fensterscheiben integriert und für die Verglasung ganzer Fassaden genutzt werden können.

Absichtlich gegen Südseite entschieden

Die in Glas einlaminierten Organiksolar-Folien mit einer Spitzenleistung von insgesamt 1 Kilowatt wurden absichtlich an den Fenstern nach Osten eingebaut: Zwar werden klassische anorganische Photvoltaik-Zellen normalerweise an der Südseite installiert, weil die Sonne dort länger einstrahlt. Doch organische Solarfolien haben auch bei wenig Licht noch eine gute Energieausbeute – was Heliatek mit dem Praxisversuch beweisen will. Daher wurde auch ein aufwendiges Mess-System mitinstalliert, um die Ausbeute zu belegen.

Spitzen-Wirkungsgrad bei Silizium-Technologie höher

Konzeptstudie: Mit organischen Solarzellen beschichtetes Auto. Abb.: Heliatek

Konzeptstudie: Mit organischen Solarzellen beschichtetes Auto. Abb.: Heliatek

In der Spitzenausbeute sind die ausgereiften siliziumbasierten Solarpaneele ihren jüngeren organischen Brüdern allerdings weiter überlegen: Handelsübliche Module wandeln 20 bis 30 Prozent der einfallenden Lichtenergie in Strom um, organische Solarfolien kommen nur auf bis zu 10,7 Prozent. Dafür sind organische Solarmodule aber biegsam und transparent produzierbar und kommen bei ungünstigen Lichtverhältnissen auf günstigere Werte als Siliziumzellen.

BMW-Quandt finanziert Ausbau mit

Heliatek entstand 2006 als Ausgründung der Unis Dresden und Ulm. Das Unternehmen hat jetzt 75 Mitarbeiter und betreibt in Dresden eine weltweit technologisch führende Rolle-zu-Rolle-Fabrik für organische Solarfolien. Heliatek finanziert sich allerdings immer noch weitgehend aus Risikokapital und sammelt derzeit Geld für einen Fabrikausbau ein. Erst kürzlich hatte sich BMW-Milliardär Stefan Quandt mit einer Kapitalspritze in der Dresdner Firma engagiert. Autor: Heiko Weckbrodt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.