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Steampunk-Märchen „Hugo Cabret“: Ein Fest der Bilder

Hugo und Isabelle justieren das Schlagwerk der großen Bahnhofsuhr - die Zahnräder, Federn und anderen Mechaniken machen viel von der Faszination des Films aus. Abb.: Paramount

Hugo und Isabelle justieren das Schlagwerk der großen Bahnhofsuhr – die Zahnräder, Federn und anderen Mechaniken machen viel von der Faszination des Films aus. Abb.: Paramount

Der Knabe Hugo (Asa Butterfield) ist zwölf, Waise und geht einer höchst ungewöhnlichen Berufung nach: Er versteckt sich in den Mauern und Katakomben des Pariser Bahnhofs Montparnasse und zieht dort die Uhren auf. Seine Passion für Räderwerke, Federn und mechanische Komplikationen hat er von seinem Vater (Jude Law) geerbt, einem Uhrmacher, der ihm einzig einen mechanischen Mann, einen Schreibautomaten hinterließ, als er bei einem Museumsbrand starb. Hugos Hoffnung: Wenn er den Roboter repariert, schreibt der ihm eine letzte Botschaft seines Vaters aufs Papier. Von der Faszination für eben solche Steampunk-Technik lebt Martin Scorseses nostalgisches Drama „Hugo Cabret“ in hohem Maße: Selbst ohne 3D zieht die nun erschienene Bluray mit der Magie ihrer Bilder den Zuschauer in den Bann – wenngleich man über die Stringenz der Story streiten kann.

Köstlich: Sacha Baron Cohen als pedantischer Stationsvorsteher, der hier Hugo und seinen mechanischen Freund durch den Bahnhof zerrt. Abb.: Paramount

Köstlich: Sacha Baron Cohen als pedantischer Stationsvorsteher, der hier Hugo und seinen mechanischen Freund durch den Bahnhof zerrt. Abb.: Paramount

 

Denn so richtig mag sich der Meister nicht für einen seiner beiden Hauptstränge entscheiden: Die Geschichte um Hugo – dessen Name wohl eine Referenz an die Arme-Leute-Dramen Victor Hugos sein mag – und dessen mechanische Mission – oder die Hommage an den französischen Stummfilm-Pionier Georges Méliès (Ben Kingsley), der auf Hugos Bahnhof ein trauriges Dasein als Spielzeugverkäufer fristet. Was bei Filmen wie „Magnolia“ oder „Amelie“ so wunderbar wirkte, das Netz vieler Geschichten, das will sich in „Hugo Cabret“ eben doch nicht so recht einstellen, der nach all der Geheimnisweberei eine doch eher maue Auflösung hinterlässt.

Fazit
Abb.: Paramount

Abb.: Paramount

Aber, und das sei ganz klar betont: Sehenswert ist dieses Steampunk- und Stummfilmmärchen dennoch allemal und zwar im ganz wörtlichen Sinne – optisch ist das ganz großes Kino und da ist wiederum die exzellente Bildqualität der Bluray-Fassung zu loben. Nicht zu vergessen Sacha Baron Cohen (Borat), der hier in einer köstlichen Nebenrolle als verkrüppelt-strenger Stationsvorsteher zu sehen ist, der sich in Sachen der Liebe als liebenswürdiger Tollpatsch erweist.

Auch das Bonusmaterial sollte man sich reinziehen, hier findet man neben einem Making-Of unter anderem Kurzdokus über Trickeffekte, die Ära der mechanischen Menschen und den frühen Special-Effects-Guru Méliès. Heiko Weckbrodt

„Hugo Cabret“ (Paramount), USA 2011, Regie: Martin Scorsese, mit Ben Kingsley, Jude Law, Christopher Lee, 127 min. P 6, DVD 15 Euro, Bluray 18 Euro

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