Alle Artikel mit dem Schlagwort: Plastik

Plastemüll in Deutschland. Foto: Heiko Weckbrodt

Deutschland exportiert weniger Plastemüll

Im Corona-Jahr war es aber noch eine Million Tonnen Wiesbaden, 3. März 2021. Deutschland hat im Corona-Jahr 2020 rund eine Million Tonnen Kunststoff-Abfälle in Ausland „abgeschoben“. Immerhin sinkt der deutsche Plastikmüll-Export langfristig: Zum Vorjahr verringerte sich die Menge um acht Prozent. 2010 hatte die Bundesrepublik sogar noch 1,5 Millionen Tonnen Plastemüll ausgeführt, seitdem sind die Volumina also um ein Drittel geschrumpft. Dies geht aus Angaben des statistischen Bundesamtes (Destatis) aus Wiesbaden hervor. Deutschland ist aber weiter der größte Plastemüll-Exporteur aus dem EU-Raum.

Aus Plastemüll machen die in Containern eingehausten Pyrolyse-Anlagen der "Biofabrik" Dresden synthetisches Öl sowie weitere verwertbare Stoffe. Echter "Abfall" bleibt kaum übrig, versichern die Ingenieure aus Sachsen. Foto: Heiko Weckbrodt

Enespa baut weltgrößte Plastemüll-Pyrolysefabrik in Sachsen

40-Millionen-Euro-Investition: Schweizer wollen mit Dresdner Biofabrik-Anlagen bis zu 60.000 t Abfall pro Jahr in Öl verwandeln Dresden/Spremberg/Appenzell, 2. März 2021. Um die deutschen und Schweizer Plastemüllberge möglichst umweltfreundlich abzutragen, errichten der Anlagenbauer „Biofabrik“ aus Dresden und die Recyclingfirma „Enespa“ aus Appenzell nun gemeinsam in Sachsen die – laut eigenen Angaben – weltweit größte Fabrik für chemisches Recycling. Das Werk im Industriepark „Schwarze Pumpe“ an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg soll mit Pyrolyseanlagen aus Dresden pro Jahr bis zu 60.000 Tonnen Kunststoff-Abfälle in synthetisches Rohöl zerlegen. Die Investitionskosten schätzen die Partner auf rund 40 Millionen Euro.

"Wastx Oil"-Aufbereiter. Foto: Biofabrik

Plastemüll-Pyrolyseure der Biofabrik Dresden gehen in Serie

Weltverbesserer aus Sachsen wollen Abfallberge abtragen und daraus Öl für die Kreislaufwirtschaft machen Dresden/Straßgräbchen, 5. Februar 2021. Die Ingenieure der Biofabrik Dresden haben sich ein hehres Ziel gesteckt: Sie wollen die Plastemüllberge rund um den Erdball abtragen. Rund zehn Jahre lang haben sie an einer Lösung getüftelt – und sie schließlich gefunden: containergroße Pyrolyse-Anlagen, die hochautomatisiert alten Verpackungsabfall schlucken, den Kunststoff bei rund 400 Grad in kleine Moleküle zerlegen und damit synthetisches Rohöl („Synthetic crude“) sowie andere verwertbare Stoffe erzeugen. Die Serienproduktion dieser „Wastx Plastic“-Maschinen beginnt nun in Sachsen – bald sollen sie weltweit im Einsatz sein. Das hat Biofabrik-Sprecher Hendrik Oeser angekündigt.

Plastemüll belastet die Umwelt. Vor allem Mikroplaste-Teilchen in den Ozeanen gelten als ernstes Problem, da Meeresvewohner dieses Partikel fressen - und letztlich landen diese Teilchen dann auch im Menschen. Foto: Heiko Weckbriodt

Freiberger wollen Mikroplaste wegblasen

Blondierungs-Turbo soll schädliche Partikel aus dem Abwasser holen Freiberg, 16. Januar 2020. Strömungs- und Umweltexperten der Bergakademie Freiberg arbeiten an einem Verfahren, um Mikroplaste elegant aus der Kloake zu filtern. Einen Lösungsansatz haben sie schon, in den nächsten zwei Jahren soll daraus eine industriereife Lösung werden. Das hat die TU und Bergakademie Freiberg heute angekündigt.

Geschäftsführer Marcus Stein von der Watttron Freital inszpiziert die Demonstrator-Maschine, die Thermoplaste energiesparend in Verpackungen verwandelt. Foto: Heiko Weckbrodt

Weniger Joghurtbecher-Müll: Umweltallianz zeichnet Watttron Freital aus

Vorreiter für ökologischere Produktion Freital/Dresden, 9. Januar 2020. Die Umweltallianz Sachsen hat das Freitaler Unternehmen Watttron als Vorreiter für eine ökologischere Industrie ausgezeichnet. Das hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden heute mitgeteilt. Die Instituts-Ausgründung helfe mit ihren innovativen Keramik-Heiztechnologien dabei, zum Beispiel in der Joghurtbecher-Produktion Kunststoffe zu sparen. Dies wiederum könne dazu beitragen, die Plaste-Müllberge zu verringern.

Ab diesen Spielzeug-Giraffen fällt sofort das auf Ellipsen reduzierte Design auf, das Jahrzehnte später in frühen 3D-Computzerspielen wie "Little Big Adventure" wieder auftauchte. Foto: Sebastian Köpcke / Volker Weinhold, ZOO MOCKBA

„Leningrader Plastiktiere“: Sonderschau über sowjetische Spielzeugindustrie in Dresden

In Dresdens Partnerstadt fanden einst der „Zukunftswerkstoff“ Plaste und eine neue Formsprache zueinander Dresden, 30. November 2019. Plaste gilt heute vielen umweltbewegten Menschen als Ozeanvermüller und schändliche Massenvernichtungswaffe. Doch in den 1950ern und 60ern war das noch ganz anders. Da wurden Plaste & Co. als der Werkstoff gehandelt, aus dem die Zukunft gemacht ist. Dieses Fortschrittsmaterial griff auch eine junge Generation Leningrader Künstler und Produktgestalter auf, die nach dem II. Weltkrieg mithalf, eine eigene sowjetische Spielzeugindustrie aufzubauen. Die von ihnen entworfenen Bären, Affen und anderen Spieltiere waren aus Zelluloid, Polyethylen und ähnlichen Kunststoffen gemacht .—in einem modernen elliptoiden Design. Das Stadtmuseum Dresden widmet diesen sowjetischen Spielzeugen mit ihrer eigenen Form- und Materialsprache nun eine Sonderausstellung: „Leningrader Plastiktiere“ ist ab heute bis zum 1. März 2020 zu sehen.