Alle Artikel mit dem Schlagwort: DVD

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Nach mir die Sintflut: „Noah“ als Ausrottungs-Freak

Katastrophenfilm inszeniert Bibel-Geschichte als Kampf zwischen industrieller Zerstörung und Ökologie Was macht man mit einem religös-fanatischen Tierknutscher, der alles mit seiner „Die Menschheit gehört ausgerottet“-Manie nervt? Heute würden ihn US-Militärs wahrscheinlich unbefristet in Guantanamo einsperren. Doch „Noah“ (Russell Crowe – „Broken City“) hat Glück: Er kommt in der Bibel vor und daher auf die große Leinwand als anstrengend alttestamentarischer Patriarch mit einem Schuss Gladiator-Blut. Der Bibel-Apokalypsen-Film ist nun fürs Heimkino erschienen, interpretiert die Bibel sehr frei und bringt ein Wiedersehen mit Emma Watson („Harry Potter„) als rettungswürdiges Findelkind Ila, Jennifer Connelly („Dark City„) als Noahs Gattin Naameh und Schauspiel-Grandsegneur Anthony Hopkins („Das Schweigen der Lämmer“, „Thor“), der den greisen Methusalem und Endmonster-Magier mimt.

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„PowerDVD 14“ im Test: Multimedia-Zentrale geht in die Wolke

Offline-Youtube, Cloud-Option und viele andere neue Funktionen hinzugekommen Ursprünglich ist PowerDVD als reiner DVD-Player in jenen Zeiten gestartet, als Windows mit Bordmitteln noch keine Heimvideo-Scheiben abspielen konnte. Anbieter „Cyberlink“ baut diese Software aber immer mehr zur Multimedia-Zentrale aus und das ist gerade in der neuen 14er Version deutlich zu sehen.

Wieder mal in schönster Riefenstahl-Ästhetik: Peeta und Katniss werden als tragisches TV-Liebespaar inszeniert. Foto: Lionsgate

DVD „Catching Fire“: Neue Todesspiele für Katniss

Filmmärchen über Widerstand – und die Macht der Selbstinszenierung Im ersten Teil der „Tribute von Panem“ bot die junge Jägerin Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) mit ein paar dunklen Beeren in den „Hungerspielen“ der Zukunfts-USA der Macht des Kapitols die Stirn – und überlebte. Und was hat sie davon? Nun äffen die Unterdrückten dieser Erde die Widerstandskämpferin wider Willen nach. Trotzige Graffiti-Sprayer malen ihre Spotttölpel-Brosche an alle Wände, kleine Mädchen ahmen ihre Zopffrisur nach, Verzweifelte rebellieren in den unterdrückten Distrikten, mit Katniss’ Lied auf den Lippen. Insofern ist auch „Catching Fire“, der nun auf auf DVD erschienene zweite Film zu Suzanne Collins’ dystopischer Jugendroman-Reihe, gleichermaßen Widerstands- wie Modemärchen, ganz ein Produkt unsere Casting-Show-Zeit: die verfilmte These, man könne mit schicken Mode-Accessoires, Selbstinszenierungen und Showauftritten Diktaturen zu Fall bringen.

„The East“: Kapitalismuskritischer Indie-Thriller um Ökoterror

Privatagentin infiltriert Terrorkommune – und zweifelt Die ehrgeizige Agentin Sarah Moss (Brit Marling, „Another Earth“) heuert bei einem privaten Geheimdienst an. Ihr erster Auftrag: Sie soll die mysteriöse Antikapitalisten-Terror-Gruppe „The East“ infiltrieren, die Erdöl in die Wohnungen von Ölmagnaten gießt, Pharma-Bosse mit deren eigenen Antibiotika vergiftet und mit anderen spektakulären Aktionen in die Schlagzeilen kommt. Nach vielen Mühen erschleicht sich Sarah das Vertrauen der jugendlichen Aktivisten um Benji (Alexander Skarsgård) und Izzy (Ellen Page), die im Walde wie in einer Hippie-Aussteigerkommune zusammen leben. Doch bald wachsen in der verdecktem Ermittlerin die Sympathien für die jungen Öko-Eiferer und Zweifel an ihrer Chefin, die offensichtlich auch über Leichen gehen würde, um ihrem Privatgeheimdienst mehr Kunden zu verschaffen.

Anime-DVD „Iron Man – Technovore“: Blechbüchse beharkt Anti-Technoknaben

Während sich der Mann mit der Eisenrüstung gerade in der Realfilm-Version „Iron Man 3“ auf unseren Kinoleinwänden austobt, hat Sony Pictures eine Anime-Variante auf DVD veröffentlicht: In „Iron Man – The Rise oft the Technovore“ hat der japanische Regisseur Hiroshi Hamazaki einige Handlungsstränge der Original-Comics zu einem gezeichneten Übermensch-Spektakel zusammengeführt. Darin beharken sich der Milliardär Tony Stark – alias der „Iron Man“ – und der technologiefeindliche Nietzsche-Fan Ezekiel.

„PowerDVD 13“: Fein-Tuning fürs Multimedia-Zentrum

Für Heimkino hat Cyberlink eine neue Version seines Universal-Abspielprogramms „PowerDVD“ vorgelegt. Anders, als es der aus Traditionsgründen beibehaltene Name nahelegt, sind in „PowerDVD 13“ DVD-Scheiben inzwischen nur noch eine von vielen Abspielwegen – vor allem an der besseren Wiedergabe von Filmdateien hat Cyberlink noch mal ordentlich herumgefeilt. Ein richtiger Knaller ist nicht unter den neuen Funktionen, vielmehr sind eine Reihe von Detailverbesserungen erkennbar.

Bluray „Cloud Atlas“: Opulente Weltgeschichte über den Wolf im Menschen

Ein prächtiges Segelschiff verlässt 1849 durch eine strahlendblaue Bucht eine Sklaveninsel. Eine Enthüllungsjournalistin stürzt 1973 mit ihrem VW Käfer ins Meer. Eine geklonte Sklavin schaut 2144 versonnen auf der überflutete Seoul. Ein prächtiges Fusionsschiff schwebt in der fernen Zukunft durch eine strahlendblaue wieder der Sklaveninsel entgegen. Und irgendwie – so scheint es – hat sich gar nichts geändert: Immer noch und wieder versklaven sich Menschen, etablieren brutale Hackordnungen, töten sich, fressen sich. Und doch gab und gibt es in jeder Epoche der monumentalen Romanverfilmung „Cloud Atlas“ auf den ersten Blick unscheinbare Helden des Alltags, die der Menschheitsgeschichte immer wieder einen mutigen Schubs in die „richtige“ Richtung geben…

DVD „Die ausländische Ente…“: Mädchenmord in japanischen Perspektiven

Ein junger Japaner zieht für ein Studium in eine fremde Stadt um. Dort trifft Shiina den ausgeflippten Herrn Kawasaki, der ihm die traurige Liebesgeschichte des Bhutaners Dorji erzählt, dessen Freundin Kotomi von Tierquälern gemeuchelt wurde. Doch dem jungen Shiina fallen bald Ungereimtheiten in Kawaskis Bericht auf – und durch seine Recherchen entblättert er eine ganz andere Sicht auf das tödliche Drama…

DVD-Pack „Die Tore der Welt“: Eher blutarmes Kostümdrama

In Kingsbridge wird wieder fleißig herumintrigiert Rund 200 Jahre nach dem gotischen Kathedralbau wird in Kingsbridge wieder intrigiert und innoviert: Händlertochter Claris (Charlotte Riley) stemmt sich im 14. Jahrhundert mit Naturheilkunde und Empirie gegen die scholastischen Hanswurst-Ärzte des Klosters. Ihr Lover Merthin (Tom Weston-Jones) – Nachfahre von Kirchenbaumeister Jack aus dem früheren Ken-Follett-Roman „Säulen der Erde“ – will eine ordentliche Steinbrücke für Kingsbridge bauen, wird aber von den altbackenen Zunftmeistern ausgebremst. Derweil intrigiert sich Frauenhasser und Claris-Vetter Godwin (Rupert Evans) erst zum Prior, dann zum Bischof hoch und stellt sich gegen Bruder Thomas, der das Geheimnis um den seltsamen Tod des alten Königs schützt… Schon Folletts Romanvorlage „Die Tore der Welt“ ist eine dicke Scharte von verwobener Handlungsstränge, die nun fürs Heimkino erschienene Verfilmung umfasst satte vier DVDs.

„Symbol“: Japanische Groteske verknüpft alles mit allem

„Symbol“ ist – wie es der Filmtitel schon andeutet – symbolaufgeladenes Experimentalkino aus Japan, das Tausende Kilometer voneinander entfernte Ereignisse rund um den Globus auf mysteriöse Art miteinander verknüpft: Einen trashigen Wrestling-Kampf in Mexiko mit einer Wunderkammer im Nirgendwo, einen bellenden Mann in China mit einem Vulkanausbruch im Meer. Die Botschaft „Alles ist mit allem verbunden“ von Regisseur und Hauptdarsteller Hitoshi Matsumoto ist nicht gerade neu, auch artet sein Spiel manchmal in klassisches japanisches Over-Acting aus, dennoch hat „Symbol“ seinen ganz eigenen Reiz.

Retrokrimi „The Business“: Die Möchtegern-Koksgangster der 80er

Retro-Krimis sind seit einiger Zeit angesagt bei den Regisseuren – man denke nur an „Life on Mars“ oder „The Bank Job“, in denen den 70ern gehuldigt wurde. Auch „The Business“ ist so ein komödiantisch angehauchter Retro-Thriller, in dem Regisseur Nick Love genüsslich in den 80ern schwelgt: Die Frauen tragen Glitzer-Lippenstift, die Nachwuchs-Gangster Tennis-Klamotten, dazu gibt’s Popmusik der Synthie-Ära und natürlich darf der Rubrik-Würfel in einer Szene nicht fehlen. Dabei hat sich Love sichtlich von Gangsterkomödien wie „Bube, Dame, König, Gras“ inspirieren lassen – seine Story um britische Ganoven, die in Spanien groß ins Koks-Geschäft einsteigen wollen und letztlich deppenhaft scheitern, kommt zwar nicht ganz so knackig rüber, hat aber seinen Unterhaltungswert.

DVD-Box „Borgen“: Blick hinter die Seilschaften von Politik und Journaille in Dänemark

(Sidse Babett Knudsen) führt die eher kleine Partei der „Moderaten“, gibt sich aber volksnah: Sie fährt mit dem Fahrrad ins dänische Parlament, nach „Borgen“, vertritt viele Ansichten des modernen Durchschnitts-Dänen, während daheim ihr Mann den Haushalt führt. Eine Verkettung politischer Intrigen katapultiert sie an die Spitze des Staates – und aus Nyborg wird eine knallharte Realpolitikerin, die Machterhalt selbst über Freunde und Familie stellt. Bereits im deutschen Fernsehen lief „Borgen – Gefährliche Seilschaften“ ziemlich erfolgreich, ab morgen ist die dänische Qualitätsserie auch als DVD-Box erhältlich.

„Die Mühle & das Kreuz“: Faszinierend verfilmtes flämisches Meistergemälde

Lech Majewski hat sich in „Die Mühle & das Kreuz“ an ein seltenes Sujet gewagt: Die Verfilmung eines Bildes. Nicht eines Computerspiels oder eines Romans. Nein: An die Kinoumsetzung von „Die Kreuztragung Christi“ des flämischen Meisters Pieter Bruegel (1525-1569). Der Pole Majewski hat das von Bruegel seinerzeit in einem symbolträchtigen Moment eingefrorene Treiben von 100 niederländischen Bauern, „Ketzern“ und spanischen Söldnern in einem stilistisch beeindruckenden Film- der nun auf DVD erschienen ist – gewissermaßen wiederbelebt, das Woher, Warum und Wohin der Akteure in Szene gesetzt.