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Neue Mikroelektronik-Akademie entsteht in Berlin

Als Teil des Fachkräfte-Leitprojekts „Skills4chips“ soll die „Microtec Academy“ Fachkräfte für die deutsche Chipindustrie sichern. Foto: Matthias Baumbach für das FBH
Als Teil des Fachkräfte-Leitprojekts „Skills4chips“ soll die „Microtec Academy“ Fachkräfte für die deutsche Chipindustrie sichern. Foto: Matthias Baumbach für das FBH

Bund schießt 12 Millionen Euro zu

Berlin, 2. November 2024. Um den steigenden Fachkräftebedarf der deutschen Mikroelektronik künftig besser zu decken, entsteht eine nationale Bildungsakademie für Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik – allerdings nicht in den Halbleiter-Hochburgen Dresden oder München, sondern in Berlin. Das Bundesforschungsministerium bezuschusst diese „Microtec Academy“ mit zwölf Millionen Euro, verteilt über vier Jahre. Das geht aus einer Mitteilung des Berliner Ferdinand-Braun-Instituts für Höchstfrequenztechnik (FBH) hervor, das die neue Weiterbildungs-Einrichtung koordiniert.

Weiterbildungen sollen Mikroelektronik-Standort Deutschland stärken

„Unser Ziel ist es, den Mikroelektronik-Standort Deutschland nachhaltig zu stärken“, betont FBH-Wissenschaftschef Prof. Patrick Scheele. „Die Microtec Academy schafft ein einzigartiges Netzwerk, das alle relevanten Player zusammenbringt: Bildungsträger, Berufs- und Hochschulen, Forschung und Industrie. Dadurch können wir passgenaue, zum Teil überregionale Angebote an allen Stellen der Bildungskette bündeln und zugleich neue Qualifizierungswege erschließen.“

Langfristig solle die Akademie „die Qualität und Quantität der gesamten Aus-, Fort- und Weiterbildung im Bereich Mikroelektronik steigern – von der Berufsorientierung über Ausbildung und Studium bis zum Re- und Upskilling“, informiert das FBH – wobei mit den neudeutschen „Re- und Upskilling“ Qualifizierungen gemeint sein dürften. Geplant seien auch digitale Bildungsangebote wie ein virtuelles Technologielabor und Online-Kurse.

Breites Konsortium im Hintergrund

Zu den Partnern der „Microtec Akademy“ gehören das Ferdinand-Braun-Institut – Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik, das regionale Berufsbildungszentrum des Kreises Steinburg, das Institut für Mikrotechnik der Technischen Universität Braunschweig, der Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik der Hochschule Kaiserslautern, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Der Verein Microtec Südwest und das „IVAM Microtechnology Network“. Außerdem wollen der sächsische Halbleiter-Verband „Silicon Saxony“ und der Fraunhofer-Verbund „Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland“ (FMD) die Akademie unterstützen.

Mehrere Chip-Akademie-Projekte in Deutschland

In Deutschland und Europa gibt es mehrere Initiativen für Akademien, die auf die Halbleiterindustrie zielen. Dazu gehören die bereits existierende Chip Academy Dresden und eine virtuelle Akademie der Forschungsfabrik Mikroelektronik. Außerdem gab es aus Sachsen mehrere Vorstöße, für den Freistaat und ganz Deutschland eine neue Weiterbildungs-Akademie für die Mikroelektronik und verwandte Branchen einzurichten. Die meisten dieser Akademie-Projekte sind als Antwort auf den generellen Fachkräftebedarf der wieder wachsenden deutschen und vor allem sächsischen Halbleiterindustrie entstanden – und in der Erwartung, dass Intel und Wolfspeed ebenfalls große Chipfabriken in Magdeburg und im Saarland bauen, wonach es derzeit aber nicht aussieht. Zudem hatte die EU in ihrem Chipgesetz nicht nur Sonderförderungen für neue Fabriken erlaubt, sondern auch eine Bildungsoffensive für die Halbleiterbranche gefordert.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: FBH, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger