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Betriebe in Sachsen satteln auf Flüssiggas und Öl um

Notstrom-Diesel in einem Dresdner Rechenzentrum. Die Zeit, bis er hochfährt, überbrücken bei einem Stromausfall große Batterien. Foto: Heiko Weckbrodt

Notstrom-Dieselaggregat in einem Dresdner Rechenzentrum. Foto: Heiko Weckbrodt

IHK plädierte für späteren Stopp für Atomkraft und Braunkohle

Dresden, 27. Juli 2022. Viele Unternehmen in Ostsachsen stellen derzeit mit Blick auf weitere Gasdrosslungen aus Russland ihre Energieanlagen von Erdgas auf Flüssiggas, Heizöl oder Diesel um. Das berichtet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden.

Andreas Sperl. Foto: IHK Dresden

Andreas Sperl. Foto: IHK Dresden

Kammer wünscht sich einfachere Umrüst-Genehmigungen

Die Wirtschaftsvertreter wünschen sich allerdings auch vereinfachte Genehmigungsverfahren für solche Umrüstungen: Laut IHK-Präsident Andreas Sperl stoßen die Betriebe „teilweise auf Bau- oder Umweltbehörden, deren umfangreiche Anforderungen und langen Fristen diese Prozesse erschweren. Damit der Gasnotstand im Winter verhindert werden kann, sollte es vordringliche Aufgabe der Bundesregierung sein, den zuständigen Behörden größere Ermessensspielräume zu ermöglichen und Genehmigungsverfahren – wie im LNG-Beschleunigungsgesetz – deutlich schneller zu machen“.

Überfälliger Technologieschub hin zu erneuerbaren Energiequellen und Speichern

Zugleich plädierte die IHK Dresden angesichts der drohenden Engpässe dafür, Braunkohle-Kraftwerke wieder hochzufahren und die noch existierenden Atomkraftwerke länger zu nutzen als bisher geplant. Sperl sieht darin allerdings eher eine Übergangslösung: Die geminderten Gaslieferungen aus Russland sollten „endlich der entscheidende Impuls für einen massiven Technologieschub sein, den wir bei erneuerbaren Energien, deren Speicherung und intelligenten Energieeffizienzmaßnahmen dringend benötigen, um als führender Wirtschaftsstandort Europas eine Zukunft zu haben“.

Sachsen sind enttäuscht von den Russen

Gerade in Sachsen hatten sich Politiker und Unternehmer bisher auf die russische Liefertreue verlassen und daher seit der Wende viele Energieanlagen auf Erdgas umgerüstet. „Auch wenn Russland über viel Jahre seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, müssen wir spätestens jetzt zur Kenntnis nehmen, dass es kein verlässliches Lieferland mehr ist“, betonte Sperl. „Deshalb ist es richtig und wichtig, dass die Politik darauf konsequent reagiert.“

Quelle: IHK DD