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Forschungsbedarf kleiner und mittlerer Industriebetriebe steigt

Industrienahe Forschung für den Mittelstand wird hier hoch gewichtet: Blick ins Technikum des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Industrienahe Forschung für den Mittelstand wird hier hoch gewichtet: Blick ins Technikum des Leibniz-Instituts für Polymerforschung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Wegen stagnierender Budgets bekommt nur noch jeder 2. Antrag einen Zuschlag

Köln, 19. Januar 2022. Der Forschungsbedarf kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) steigt – besonders in jenen Betrieben, die keine eigene Entwicklungsabteilung haben. Davon geht zumindest die „Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen ,Otto von Guericke’“ (Aif) aus Köln aus, die sich um die sogenannte „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ (IGF) kümmert.

Demnach konnten wegen stagnierender Budgets im Jahr nur noch 46 Prozent der eingereichten überbetrieblichen Forschungsprojekte eine Förderzusage bekommen. 2017 waren es noch 67 Prozent. „Das lag in keinem Fall an der Qualität der Anträge, die von unabhängigen Gutachtern geprüft werden, sondern an dem kontinuierlich gestiegenen Forschungsengagement und -bedarf von deutschen KMU“, schätzte Aif-Präsident Sebastian Bauer ein. 2021 hatte das Bundeswirtschaftsministerium rund 200 Millionen Euro Fördergelder für „herausragende Forschungsprojekte und die Netzwerkbildung zwischen mittelständischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen“ bereitgestellt.

Die AiF verteilt diese Gelder an Entwicklungsprojekte, an denen kleine oder mittlere Betriebe sowie starke Forschungseinrichtungen beteiligt sind und die einen unmittelbaren wirtschaftlichen Nutzen versprechen – und zwar nicht nur für den einzelnen Betrieb, sondern möglichst für die ganze Branche. Beteiligt sind oft Leibniz-Institute sowie Privatinstitute der Zuse-Gemeinschaft sowie ostdeutsche und speziell auch sächsische Unternehmen.

Im Zuge einer Evaluation dieser Förderinstrumente waren Gutachter im Januar 2022 zu der Einschätzung gekommen: „Die IGF hat sich als effektives Förderinstrument erwiesen. Die mit der Förderung erzielten Effekte zahlen maßgeblich auf die Erreichung der Programmziele ein. Dabei beweist die IGF seit vielen Jahrzehnten Alleinstellungscharakter in der deutschen (und europäischen) Förderlandschaft und stellt somit einen wichtigen Teil der Innovationsförderung im Bundesgebiet dar.“

Autor: hw

Quelle: Aif

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger