News, Software, zAufi

Garten-Stihl steigt in Drohnenfirma Flynex in Leipzig ein

Die Flynex-Gründer betrachten ernst eine fliegende Drohne. Foto: Flynex

Die Flynex-Gründer betrachten ernst eine fliegende Drohne. Foto: Flynex

Sachsen entwickeln Flugplan-Software für fliegende Augen

Leipzig/Waiblingen, 13. Oktober 2021. Der Motor- und Gartengerätehersteller „Stihl“ aus Waiblingen bei Stuttgart beteiligt sich mit weiteren Investoren mit einem Millionenbetrag an der sächsisches Drohnen-Softwareschmiede „Flynex“ aus Leipzig. Das geht aus Mitteilungen von Flynex sowie des „High-Tech Gründerfonds“ (HTGF) aus Bonn hervor, der gemeinsam mit dem „Technologiegründerfonds Sachsen“ (TGFS) sowie die Risikokapitalisten von „GPS Ventures“ und „Snowflake Ventures“ zu den Anteilseignern der Leipziger Drohnenspezialisten gehört.

Forstwirtschaft und Gartenbau rücken in den Fokus

Durch die Partnerschaft mit Flynex will Stihl künftig mehr datengestützte Dienstleistungen für seine Kunden anbieten. Vor allem der Drohneneinsatz in der Forstwirtschaft und im Gartenbau stehen dabei im Fokus. Für die Sachsen wiederum soll das neu eingeworbene Risikokapital den Weg „zu einer führenden Drohnen-Datenplattform“ ebnen. Flynex-Chef sieht das Leipziger Unternehmen gut dafür präpariert: „Mit unserer Plattform bieten wir Unternehmen automatisierte Drohnen und Künstliche Intelligenz zur Datenerfassung und für Echtzeitentscheidungen“, betonet er. „Wir ermöglichen es Unternehmen, Daten zu erstellen und zu verarbeiten, wie es sonst nur digitale Luft- und Raumfahrtunternehmen können.“

Flynex wurde 2015 gegründet und entwickelt Flugplanungs-Software für Drohnenflüge. Erst kürzlich hatten sie beispielsweise gemeinsam mit Partnern eine Lösung für die drohnengestützte Inspektion von Brücken entwickelt. Das Unternehmen ist in Leipzig beheimatet, hat aber auch Standorte in Hamburg und San Francisco.

Rund 430.000 Drohnen in Deutschland

Die Drohnenwirtschaft gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, weil Drohnen immer preiswerter und leistungsfähiger werden und ganz neue Geschäftsmodelle ermöglichen. Mittlerweile sind deutschlandweit bereits rund 430.000 Drohnen im Umlauf. Knapp 90 Prozent davon sind private Kleinnutzer. Der kommerzielle Sektor hole aber deutlich auf, heißt es in einem Bericht vom „Verband Unbemannte Luftfahrt“ (VUL) in Berlin: „Der Anteil der Drohnen in gewerblicher Nutzung stieg seit 2019 um 138 Prozent auf jetzt 45.200 Drohnen und hat sich damit innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt.“ Und das ist nicht das Ende der Fahnenstange: Bis 2025 werde sich der deutsche Drohnenmarkt auf rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz verdoppeln, prognostiziert der VUL. Zudem steige bis zur Mitte der Dekade der Anteil kommerzieller Drohnen an allen UAVs in Deutschland voraussichtlich auf ein Drittel. Michael Garvens vom VUL-Lenkungsausschuss ist überzeugt: „In der Drone Economy schlummert noch viel Potenzial.“

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: HTGF, Oiger-Archiv