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Menschen haben Werkzeug mehrmals erfunden

Archäologen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und der Ethiopian Authority for Research and the Conservation of Cultural Heritage sowie Geologen von der Universität der Algarve graben in Bokol Dora in Äthiopien nach Steinwerkzeugen. Foto: Erin Dimaggio, CC2-Lizenz
Archäologen vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und der Ethiopian Authority for Research and the Conservation of Cultural Heritage sowie Geologen von der Universität der Algarve graben in Bokol Dora in Äthiopien nach Steinwerkzeugen. Foto: Erin Dimaggio, CC2-Lizenz

Ausgräber: Vor etwa 2,6 Millionen Euro begannen Menschenartige, Steine scharfkantig zuzuschlagen

Leipzig/Washington, 4. Juni 2019. Unsere Vorfahren haben anscheinend Steinwerkzeuge mehrfach – unabhängig voneinander – erfunden. Diese Vermutung haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (Eva) Leipzig und von der George Washington University aus den USA aufgestellt, nachdem sie mehrere afrikanische Ausgrabungsstätten miteinander verglichen haben.

Auch schlaue Affen nutzten schon Steinhämmer

Demnach begann vor etwa 2,6 Millionen Jahren an verschiedenen Stellen in Afrika ein technologischer Wandel: Zwar hatten schon vor etwa 3,3 Millionen Jahren Schimpansen oder andere Affen hammerartige Werkzeuge im heutigen Kenia benutzt. Aber erst eine halbe Million Jahre später begannen die ersten Menschenartigen, auch scharfkantige Werkzeuge zurechtzuschlagen, die sie wie Messer oder Beile benutzen konnten.

Steinartefakte am Grabungsort in Bokol Dora. Rechts: Foto und dreidimensionales Modell des gleichen Artefakts. Foto und Visualisierung: David R. Braun, CC2-Lizenz
Steinartefakte am Grabungsort in Bokol Dora. Rechts: Foto und dreidimensionales Modell des gleichen Artefakts. Foto und Visualisierung: David R. Braun, CC2-Lizenz

An mehreren Orten in Afrika erfunden

„Vor etwa 2,6 Millionen Jahren scheinen Menschen also damit begonnen zu haben, langfristig in den Werkzeuggebrauch als Teil des Menschseins zu investieren“, schätzen die Eva-Anthropologen ein. Und dies geschah anscheinend an mehreren Orten nahezu parallel zueinander, im heutigen Äthiopien zum Beispiel, wo die Ausgräber ihre neuesten Funde machten.

These vom Werkzeug als menschliches „Alleinstellungsmerkmal“ wackelt immer mehr

Zugleich stellen die neueren Ausgrabungen immer mehr die alte These in Frage, dass Werkzeuggebrauch ein „Alleinstellungsmerkmal“ des Menschen sei, dass ihn vom Tier unterschied.

Autor: hw

Quelle: MPI-Eva

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger