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Bergbau-Altlasten als Rohstoffquelle

Die Spülhalde Davidschacht beinhaltet die Rückstände der Aufbereitung von Blei-, Zink- und Kupfererzen in Freiberg. Foto: SAXONIA Standortverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH.

Die Spülhalde Davidschacht in Freiberg enthält Rückstände von Blei, Zink und Kupfer. Foto: Saxonia – Standortverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH.

Erzgebirge wird Reallabor für das „Recomine“-Netzwerk – Bund gibt 15 Millionen Euro

Freiberg, 21. März 2019. Das Erzgebirge soll eine Modellregion dafür werden, wie sich Wertstoffe aus alten Stollen und Bergbauhalden gewinnen lassen. Viele kleine Pilotprojekte wollen die Forscher und Unternehmer aus dem sächsischen Netzwerk „Recomine – Ressourcenorientierte Umwelttechnologien für das 21. Jahrhundert“ in den nächsten Jahren als Vorzeigebeispiele in einer Art großem „Reallabor“ kreieren. Das Bundesforschungsministerium hat den Partnern bis zu 15 Millionen Euro versprochen. Das geht aus einer gemeinsamen Mitteilung des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR) und der Bergakademie Freiberg hervor.

Umweltlasten verwerten

„Reststoffe aus dem Bergbau haben zwei Seiten: Sie gehen zu Lasten der Umwelt, enthalten aber noch fein verteilte, niedrig konzentrierte Rohstoffe“, erläuterte Projektkoordinator Dr. Jens Gutzmer die Ideen dahinter. „Teilweise werden diese schon wiederaufbereitet. Aber nur in seltenen Fällen ist dies auch mit einer Sanierung verbunden. Hier setzen wir an.“

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Viele kleine, dezentrale Pilotanlagen geplant

Das Programm richtet sich an Unternehmen und Institute auf beiden Seiten der deutsch-tschechischen Grenze. Sie sollen sich vernetzen und innovative Recyling-Technologien für Bergbau-Altlasten entwickeln. Binnen fünf Jahren sollen daraus „marktreife Technologien“ entstehen, „die im Erzgebirge einsetzbar, aber auch international attraktiv sind“, heißt es in der Ankündigung. „Damit eine wirtschaftliche Gewinnung von gering konzentrierten Rohstoffen möglich ist, sind vor allem kleine und dezentrale Anlagen geplant.“ Einige Betriebe und Grundstücks-Eigentümer wollen ihre Standorte für Pilotversuche mit realen Halden, Schlacken und Wässern zur Verfügung stellen.

Helmholtz-Ressourcentechnologen haben den Hut auf

Projektkoordinator ist die HZDR-Tochtereinrichtung „Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie“ (HIF). Beteiligt sind insgesamt 60 Partner, darunter die Freiberger Uni, die Saxonia Standortentwicklungs- und verwaltungsgesellschaft und die Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH.

Autor: hw