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Dresdner Ärzte setzen Aorta-Verstärkungsrohr per Schlüsselloch-OP ein

Gefäßchirurg Prof. Christian Reeps (r.), Prof. Herzchirurgie-Chriurgie Klaus Matschke (l.), und Patient Manfred Lauermann. Er ist der erste Patient, dem am Klinikum eine Aortenbogenprothese minimalinvasiv gelegt wurde. Foto: UKD, Annechristin Bonß

Gefäßchirurg Prof. Christian Reeps (r.), Prof. Herzchirurgie-Chriurgie Klaus Matschke (l.) und Patient Manfred Lauermann. Er ist der erste Patient, dem am Klinikum eine Aortenbogenprothese minimalinvasiv gelegt wurde. Dabei hat die besondere Technik geholfen, die in den neuen Hybrid-OP-Sälen am Uniklinikum verfügbar sind. Dort können die Chirurgen per CT, MRT & Co. gleich auf dem OP-Tisch in den Patientenkörper hineinschauen, wenn die Minikameras und eigenen Augen nicht genug sehen. Foto: UKD, Annechristin Bonß

Uniklinik: Nur wenige Zentren beherrschen die minimalinvasive Aortenbogen-Operation

Dresden, 21. März 2019. Das neue Operations-Zentrum mit seinen Hybrid-OP-Sälen beginnt sich für die Patienten des Uniklinikums Dresden bereits medizinisch auszuzahlen: Chirurgen haben erstmals einem Patienten eine spezielle Blutgefäß-Prothese, einen Aortenbogen eingesetzt, ohne den Brustkorb zu öffnen – und dabei ihren neuen Hybrid-Saal genutzt, in dem CT, MRT und andere Durchleuchtungsmethoden in Echtzeit gleich am Ort des Eingriffrs verfügbar sind. Der 80-Jährige hat die OP gut überstanden.

Prothese ohne Brustkorb-Schnitt

Laut Uniklinik gibt es deutschlandweit nur wenige Zentren, die diese minimal-invasive Eingriffe beherrschen. Dabei fädeln die Gefäß-Chirurgen die Aorta-Prothese durch kleine Schnitte an der Leiste, an Hals oder Arm ein.

Röhrchen verstärkt ausgebeutelte Schlagader

Eingesetzt werden solche Prothesen bei sogenannten Aneurysmen, also Aussackungen der Hauptblutschlagader. Denn wenn solch ein krankhaft erweitertes Blutgefäß platzt, würde der Patient sterben. Daher öffnen die Ärzte in solchen Fällen meist den Brustkorb und setzen eine Art Verstärkungsrohr in die Aorta ein. Dies ist aber vor allem für ältere Patienten gefährlich.

Neues OP-Methode ohne Herzstillstand

Daher haben Mediziner eine minimalinvasive OP-Variante erdacht. „Dies erspart die Sternotomie, die Längsdurchtrennung des Brustbeins, den Herzstillstand und den damit verbundenen Einsatz der Herz-Lungen-Maschine sowie ein Abkühlen des Patienten in der Vollnarkose“, sagt Gefäßchirurg Prof. Christian Reeps von der für Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Dresden. Zweites Argument: Weil der Brustkorb nicht geöffnet werden muss, ist der Blutverlust weitaus geringer.

Autor: hw, Quelle: Uniklinikum Dresden