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Wie heilsam ist Bienenluft?

50 verschiedene Substanzen konnten die Forscher der TU Dresden bislang in der Bienenstockluft identifizieren, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Foto: Cindy Henker

50 verschiedene Substanzen konnten die Forscher der TU Dresden bislang in der Bienenstockluft identifizieren, der heilende Kräfte zugeschrieben werden. Foto: Cindy Henker

TU-Chemiker: Gasgemisch im Innern der Bienenstöcke enthält über 50 Stoffe

Dresden, 2. Mai 2018. Ähnlich wie dem Honig und dem Bienenharz Propolis schreiben einige Menschen auch der Luft im Bienenstock heilende Wirkungen zu. Diese 35 Grad warme Luft einzuatmen, soll gegen Bronchitis und Asthma, womöglich gar gegen Migräne, Neurodermitis und Depressionen helfen. Chemiker der TU Dresden haben nun diese Bienenstockluft mit moderner Messtechnik analysiert. Dabei konnten sie über 50 verschiedene Inhaltsstoffe identifizieren, darunter relativ viel Propolis, aber nur sehr wenig Honig.

“Ruhe und Ausgeglichenheit auf dem Land” könnten Therapie-Erfolge beeinflussen

Ob und wie diese Stoffe auch tatsächlich gegen allerlei Krankheiten und Allergien helfen können, sollen weiterführende Studien analysieren. Forschungsansätze sehen die Dresdner Chemiker viele: „Es ist noch ungeklärt, inwieweit die eigentliche Therapie oder die Umgebung dem Patienten gut tun“, erläutert Studienleiter Karl Speer, der an der TU Dresden die Professur für spezielle Lebensmittelchemie inne hat. „Wie viel positiven Einfluss die Ruhe und Ausgeglichenheit auf dem Land haben, wo die Therapie stattfindet, oder das ruhige Einatmen – und welchen Anteil die Inhaltsstoffe der Bienenstockluft selbst zur Therapie beisteuern, bedarf noch eingehender Untersuchungen.“

Birgt die Biene den Schlüssel für den Kampf gegen multiresistente Keime? Das Leipziger Startup AMP hofft, synthehtisierte Peptide der Imme einsetzen zu können, um Menschen wirkungsvollere Antibiotika verabreichen zu können. Foto: Ricks, Wikipedia, GNU-Lizenz

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Forscher kooperierten mit Imkern aus der Praxis

An der Studie waren neben Prof. Speer auch Kristin Recklies und Franziska Kuhn von der Chemie-Fakultät beteiligt. Das Team hatte für seine Untersuchungen mit den Imkern Tino Lorz und Lisa Becker aus Dresden sowie den Bienenexperten im Forstbotanischen Garten in Tharandt kooperiert. Um Fehlerquellen zu minimieren, hatten die Forscher Luftproben aus den Bienenstöcken entnommen und dabei geruchloses Teflon und Kupfer für Schläuche und Gehäuse der Messinstrumente verwendet. Diese Proben analysierten sie dann mittels einer Kombination aus Gaschromatographie und Massenspektrometrie. Dabei werden die Einzelstoffe zunächst getrennt und energetisch angeregt. Aus dem Licht, das sie dann abstrahlen, lässt sich ihre chemische Zusammensetzung ermitteln.

Was ist “Propolis”?

Zum Hintergrund: Um das Volk vor Krankheiten zu schützen, dichten die Bienen ihre Stöcke mit einem selbst hergestellten Harz ab. Dieses „Propolis“ (sinngemäß aus dem Griechischen: Vor den Toren der Stadt) kann Keime, Bakterien, Pilze und andere Krankheitserreger abtöten. Deshalb gilt „Propolis“ als ähnlich wirksam wie künstliche Antibiotika.

Autor: Heiko Weckbrodt

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