Medizin & BiotechNewszAufi

Internettherapie gegen Fressanfälle entwickelt

Einfach losfressen? Nix da: Erst wird gepostet. Abb.: hw
Einfach losfressen? Nix da. Abb.: hw

Leipzig/Hannover, 14. August 2017. Experten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Uni Leipzig haben eine internet-basierte Selbsthilfetherapie für Übergewichtige mit Heißhungeranfällen entwickelt. Gedacht ist diese telemedizinische Behandlung für Menschen, die wegen des Fachkräftemangels ansonsten zu lange auf einen Platz für eine kognitive Verhaltenstherapie warten müssten.

Binge-Eating-Patienten wollen negative Gefühle durch Essen unterbrechen

Die Zielgruppe sind Menschen mit einer Binge-Eating-Störung. Sie essen bei wiederkehrenden Essanfällen unkontrolliert große Mengen an Lebensmitteln, was zu starkem Übergewicht führen kann. „Die Essanfälle werden meist durch negative Gefühle ausgelöst, die während des Essens unterbrochen werden“, erklärte Prof. Martina de Zwaan von der MHH. „Mit Hilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen, ihr Essverhalten zu normalisieren, weitere Gewichtszunahmen zu verhindern und mit ihren psychischen Problemen anders als durch Essen umzugehen.“ Diese Präsenztherapie führe auch rascher als eine Internettherapie zu guten Ergebnissen. Sei eine solche Behandlung nicht möglich, komme aber auch die neue internetbasierte Behandlung in Frage.

Selbstmotivation entscheidend

Diese Internettherapie beinhaltet ein erstes persönliches Gespräch sowie regelmäßige E-Mail-Kontakte mit dem Therapeuten. „Es ist für die Patienten einfach, ein solches Programm zu beginnen und in ihrem eigenen Rhythmus durchzuarbeiten, aber man muss sich für ein gutes Ergebnis selbst motivieren, auch dabei zu bleiben“, betonte Prof. Anja Hilbert, Professorin für Verhaltensmedizin im Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) für Adipositas-Erkrankungen der Leipziger Universitätsmedizin.

Die Testreihen mit 180 Patienten – je zur Hälfte klassich beziehungsweise per Internet behandelt – zeigten, dass die kognitive Verhaltenstherapie schneller wirkt, sich nach etwa 18 Monaten  aber vergleichbare Fortschritte bei beiden Therapieformen einstellen.

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

Schreibe einen Kommentar