Forschung, News, zAufi
Schreibe einen Kommentar

Kleiner Monster mit Morph-Muskeln

Arthur und Noah sind 12 und 13 Jahre alt und ziegen in den Tschnischen Sammlungen die Prototypen ihrer künstlichen "Smart Materials"-Hand. Foto: Heiko Weckbrodt

Arthur und Noah sind 12 und 13 Jahre alt und ziegen in den Tschnischen Sammlungen die Prototypen ihrer künstlichen Hand aus „Smart Materials“. Foto: Heiko Weckbrodt

„Science Camp“: Junge Tüftler entwerfen in Technischen Sammlungen Biester aus intelligenten Materialien

Dresden, 13. Oktober 2017. Junge Tüftler haben in der vergangenen Ferienwoche die Technischen Sammlungen Dresden (TSD) heimgesucht und in einem „Science Camp ,Paper Biests’“ gar schreckliche Papierbiester erschaffen. Und wie es sich für Biester des Digitalzeitalters gehört, bestehen die aus intelligenten Materialien. Genauer gesagt: Die Muskeldrähte der Biester sind aus Nickel und Titan. Miteinander legiert, „erinnern“ sie sich an frühere Formen, die sie schon einmal hatten – deshalb nennt man sie Formgedächtnislegerungen. Und spüren sie Hitze oder Elektrizität, dann morphen sie sich in diese „erinnerte“ Form zurück.

Künstliche Muskeln könnten vielerorts E-Motoren ersetzen

Viele erwachsene Ingenieure und Wissenschaftler sehen in solch intelligenten Morph-Werkstoffen eine effizientere und vielseitigere Alternative zu Elektromotoren, weil sie eben in vielerlei Hinsicht den menschlichen Muskeln ähneln. Und in den TSD in Striesen hat der Nachwuchs dafür schon mal ein paar Ideen entwickelt.

Jerrz hat den Eddi erschaffen / dank intelligenter Materialien kann der mit den H'nden winken. Foto> Heiko Weckbrodt

Jerrz hat den Eddi erschaffen / dank intelligenter Materialien kann der mit den H’nden winken. Foto: Heiko Weckbrodt

Künstliche Hände und fleischfressende Titan-Pflanzen

Arthur und Noah zum Beispiel konstruierten aus solchen wundersamen Legierungen eine künstliche Hand, die dank der Steuersignale des Bastler-Computers „Arduino“ richtig winken kann. Andere hauchten mit den künstlichen Muskeln allerlei biestigen Schlangen und Hydras Leben ein. Freilich klingt das Basteln mit intelligenten Materialien einfacher als es ist: Julius und Tom beispielsweise züchteten fleischfressende Pflanzen aus Titan und Nickel, die dank Formgedächtnis nach unachtsamen Passanten schnappen sollten. Freilich musste das Duo bei der Abschlusspräsentation am Freitag im Turmcafé der Technischen Sammlungen Dresden einräumen: „Das funktioniert nur sporadisch.“

Technikmusum will mit Partnern moderne Wisseenschafts-Technikkommunikation erproben

Sich aber gerade dadurch nicht entmutigen zu lassen, weiterzuprobieren, auch mal zurück ans digitale Reißbrett zu gehen – all dies gehört eben zu den Tugenden eines guten Forschers. Und dies wollen auch die Initiatoren des Wissenschaftsferienlagers den Jugendlichen nahe bringen: „Sie sollen lernen, wie Wissenschaftler forschen“, betonte TSD-Projektleiterin Projektleiterin Anja Johannes und kündigte weitere „Science Camps“ fürs kommende Jahr an. Die sind Teil des Programms „Smart Materials Satellites“. Die TSD und weitere Partner wie das Fraunhofer IWU, die Stiftung Bauhaus Dessau, die Kunsthochschule Berlin Weißensee und die SYN-Stiftung wollen dabei moderne Formen der Wissenschafts- Technikkommunikation erproben wollen – ein weiterer Baustein für den Wissenschaftsstandort Dresden.

Autor: Heiko Weckbrodt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.