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Bienentanz warnt in Dresden vor Giften

Birgt die Biene den Schlüssel für den Kampf gegen multiresistente Keime? Das Leipziger Startup AMP hofft, synthehtisierte Peptide der Imme einsetzen zu können, um Menschen wirkungsvollere Antibiotika verabreichen zu können. Foto: Ricks, Wikipedia, GNU-Lizenz

Foto: Ricks, Wikipedia, GNU-Lizenz

„Umweltspäher“ behält soziale Signale von Immen am Kulturpalast im Sensor-Auge

Dresden, 3. Juli 2017. Der Kulturpalast bekommt ein paar flotte Bienen – und die übernehmen einen ganz besonderen Job für die Stadt: Sie werden einen Alarmtanz aufführen, wenn sie Pestizide und andere Gifte in der Umgebung spüren. Ein sogenannter Umweltspäher – ein mit speziellen Sensoren gespickter Kasten – wird die Tanzdarbietungen der Immen im Auge behalten und die Giftalarme an die Behörden weiterleiten. Das haben die Städtischen Bibliotheken Dresden angekündigt.

Crowdfunding-Video für die „Umweltspäher“:

Fesche Bienen tanzen vor der Kinderbibliothek

Die Bienen hätten sich so oder so angesiedelt: Nun, da der Kulturpalast umgebaut und auch die neue Zentralbibliothek fertig eingeräumt ist, kehren am 6. Juli auch die Immen zurück, das sich vor den Bauarbeiten bereits an dem Gebäude häuslich niedergelassen hatten. Die vier Bienen-Völker werden einen Platz auf dem Balkon an der Ostseite des Palastes bekommen. Besonders von der Kinderabteilung der Zentralabteilung sollen sie in Zukunft gut beobachtbar sein.

Bienen informieren ihr Vplk durch tanzsignale über Pestizide in der Nähe. Foto:

Bienen informieren ihr Vplk durch Tanzsignale über Pestizide in der Nähe. Foto:

Sensoren werten „elektrische Koloniesignale“ des Immenvolkes aus

Die Idee, die Kommunikationstänze von Bienenvölkern für die Umweltüberwachung einzusetzen, geht auf Neurobiologen der FU Berlin zurück. Prof. Randolf Menzel und seine Kollegen hatten die sozialen Signale, von Biene zu Biene in einem Immen-Volk weitergegeben werden, genauer untersucht. Dabei hatte sich gezeigt, dass diese Flugtänze zum Beispiel anzeigen, wenn Pestizide auf das Gehirn der Arbeitsbienen gewirkt haben – und dass die dahinterstehenden „elektrischen Koloniesignale“ (EKS) durch menschengemachte Sensoren inzwischen automatisch erfassbar sind.

Mittlerweile kümmert sich ein Verein namens „Mellifera“ um das Projekt und hat für den weiteren Ausbau auch schon Geld im Internetschwarm (“Crowdfunding“) eingeworben. Inzwischen kooperieren die Berliner Biologen mit einem Dutzend Imkern bundesweit. hw

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