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Prognose für 2017: Strom wird teurer, Gas billiger

Energiehaus-Mitgründer Christian Rietschel zwischen den heutigen Vorständen Ronny Leszkiewicz (links) und Sebastian Brandt. Foto: Medienkontor

Energiehaus-Mitgründer Christian Rietschel zwischen den heutigen Vorständen Ronny Leszkiewicz (links) und Sebastian Brandt. Foto: Medienkontor

Energiehaus Dresden: „Wettbewerb ist knallhart“

Dresden, 6. Januar 2016. Die deutschen Hauseigner und Mieter müssen in diesem Jahr mit steigenden Strompreisen rechnen. Das haben die Vorstände Ronny Leszkiewicz und Sebastian Brandt von der Genossenschaft „Energiehaus Dresden“ prognostiziert. Dagegen sei mit stabilen, vielleicht sogar sinkenden Endpreisen für Gas-Kunden zu rechnen. „Der Wettbewerb in diesem Segment ist knallhart“, sagte Ronny Leszkiewicz über den Gasmarkt. Schon 2016 seien dort die Beschaffungspreise auf ein historisches niedriges Niveau gesunken.

EEG-Umlage und Netzentgelt sorgen für Schere zwischen Einkauf und Verkauf

Ähnliches gelte für den Strommarkt, in dem ein harter Verdrängungs-Wettbewerb im Gange sei, ergänzte Sebastian Brandt. „Hier mischen immer mehr Anbieter aus dem Ausland, beispielsweise aus Polen mit.“ Daher sei für das Jahr 2017 auch in diesem Energiesegment mit sinkenden Beschaffungspreisen zu rechnen. Anders als im Gas-Markt werde sich dies aber nicht in niedrigeren Strompreisen für die Endverbraucher ummünzen. Schuld daran seien letztlich Kosten, die durch Energieverteiler nicht beeinflussbar seien, weil sie durch staatliche Engriffe zustande kommen: durch festgelegte Netzentgelte beispielsweise und den Berechnungs-Mechanismus für die Ökostrom-Abgabe, den das „Erneuerbare Energien-Gesetz“ (EEG) regelt.

Genossenschaft entstand als Antwort auf hohe Gas-Preise

Dennoch sind die Genossenschaftler zuversichtlich, auch in Zukunft unter den Energiepreisen anderer Anbieter zu bleiben. Dieses Ziel war nämlich vor ziemlich genau zehn Jahren der Auslöser gewesen, warum „Haus & Grund Dresden“-Chef Christian Rietschel und weitere Mitstreiter die „Energiehaus Dresden“ gegründet hatten. „Die ständigen Preissteigerungen auf dem Energiemarkt haben uns damals in Rage versetzt“, erinnert sich Rietschel an die Stimmung der Hauseigner in und um Dresden.

Inzwischen über 15 Millionen Euro Umsatz

2007 hatten „Haus & Grund“, der Siedlerverband, der Verband deutscher Grundstücksbesitzer und anderer Gründer ihre neue Genossenschaft startbereit. Das „Energiehaus Dresden“ kaufte zuerst Gas und dann auch Strom von Dienstleistern in Süddeutschland ein und verkaufte sie an Genossenschaftsmitglieder weiter. Im ersten vollen Geschäftsjahr 2010 kam man auf 119 Strom- und etwa 3500 Gas-Kunden, die für zirka 7,5 Millionen Euro Jahresumsatz sorgten. Seitdem ist die Nachfrage spürbar gestiegen: 2016 hatte die Dresdner Genossenschaft 291 Mitglieder, jeweils 5000 Strom- und Gaskunden und kam auf rund 15,5 Millionen Euro Netto-Jahresumsatz.

Niedrige Energiepreise statt Profit im Fokus

Dabei stehe aber nicht der Profit, sondern der Genossenschaftsgedanke im Vordergrund, beteuern die Vorstände: Das Energiehaus habe das Ziel, Energie zu möglichst niedrigen Preisen an seine Mitglieder und anderen Kunden weiterzugeben.

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Foto: REpower Systems AG, BWE

Genossenschaft will Öko-Energie künftig auch selbst erzeugen

Und seit einiger Zeit gewinnt auch der ökologische Gedanke im genossenschaftlichen Markthandeln an Gewicht: Ökostrom aus der Schweiz bietet das Energiehaus bereits umweltbewussten Kunden, als nächstes soll ein „Ökogas-Produkt“ folgen, kündigte Leszkiewicz an. „Und wir wollen in die Ökoenergie-Produktion einsteigen“, sagte er. „Einen Standort für ein Windrad oder eine andere Anlage müssen wir aber erst noch finden.“

Autor: Heiko Weckbrodt

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