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Das Spielzeug- und Weihnachtsdorf Seiffen

Stimmungsvolle Seiffener Weihnachtslandschaft im Spielzeugmuseum . Zu sehen ist auch die markante Form der Seiffener Kirche. Foto: Peter Weckbrodt

Stimmungsvolle Seiffener Weihnachtslandschaft im Spielzeugmuseum . Zu sehen ist auch die markante Form der Seiffener Kirche. Foto: Peter Weckbrodt

Oigers Wochenendtipp: Auf ins Erzgebirge

Dresden/Seiffen, 25. November 2016. Mit der Adventszeit nistet sich in unsere Köpfe auch das Stichwort „Seiffen“ ein. Das Erzgebirgsdorf ist der Inbegriff weihnachtlicher Stimmungen und Bilder, aber auch des denkbar schrecklichsten Menschengewühles. Doch dieser Gedanke schreckt uns nicht ab. Vorbei sind doch die Zeiten, da wir ratlos von einer Schnitzerwerkstatt zur nächsten gepilgert sind, getrieben von der Hoffnung, zumindest einen Räuchermann als sichtbares Seiffenerlebnis mitnehmen zu können Jetzt sind die Nussknacker, Engel, Bergleute und Räuchermänner geradezu allgegenwärtig, ihr Variantenreichtum unüberschaubar. Das beste aber: Anders als zu DDR-Zeiten sind sie käuflich. Wir haben die Qual der Wahl, nur der Füllstand unseres Girokontos kann uns eine Obergrenze bei der Erfüllung unserer Wünsche setzen. Also, nichts wie hin! Wir wollen, wir müssen nach Seiffen!

 Die durch ihre markante Formgebung bekannte Seiffener Kirche im Original. Foto: Peter Weckbrodt

Die durch ihre markante Formgebung bekannte Seiffener Kirche im Original. Foto: Peter Weckbrodt

Spielzeugmuseum gilt der erste Besuch

Von der B 170 biegen wir vor Schmiedeberg ab und fahren aussichtsreich im steten bergauf-bergab aussichtsreich über Berg und Tal. Wir entdecken die Burgruine Frauenstein zur Rechten, queren später die Talsperre Rauchenbach, sehen das Schloss Porschenstein zur rechten liegen und schließlich sehen wir auch den Hausberg von Seiffen, den Schwartenberg.

Eine Wunderwelt mit Spielzeug enthält diese Spanschachtel Foto: Peter Weckbrodt

Eine Wunderwelt mit Spielzeug enthält diese Spanschachtel
Foto: Peter Weckbrodt

In Seiffen angekommen, lösen wir irgendwie das Parkplatzproblem. Dann haben wir schon die Qual der Wahl. Aber erst wollen wir uns satte Augen, später erst volle Taschen und Bäuche holen. Wir statten dem Spielzeugmuseum einen gut einstündigen Besuch ab. Uns interessiert die kürzlich eröffnete, bis zum 30. März 2017 gehende Sonderausstellung „Weihnachtskrippen aus 3 Jahrhunderten“. Um es gleich vorweg zu nehmen: Bauen Sie keine zu große Erwartungshaltung auf. Wir entdecken mindestens so viele Pyramiden wie Krippen. Ja, die Krippen sind sehenswert, aber die ganz alten, so von 1700 und danach, sind recht gut getarnt.

So wünschen wir uns gelegentlich die eigene weihnachtliche Stube. Foto: Peter Weckbrodt

So wünschen wir uns gelegentlich die eigene weihnachtliche Stube. Foto: Peter Weckbrodt

Unter dem Motto „Heilige Nacht“ will die Schau vor allem mit den Hintergründen und der Eigentümlichkeit der erzgebirgischen Volkskunst vertraut machen. Und dieses Anliegen gelingt ihr restlos überzeugend! Wir sollten uns die Zeit nehmen, uns von individuellen, anmutigen Landschaftsbildern bezaubern lassen. Die Vielgestaltigkeit reicht von der geschnitzten Bauernkrippe über Szenen auf Pyramiden bis hin zu den thematischen Schachtelsortimenten, die in Kartons oder Spandosen verpackt, Figürliches und Zubehör zum Aufbau einer Krippenlandschaft enthielten. Einen Schwerpunkt der Präsentation bildet die Figurenwelt von Karl Müller 1879 – 1958). Er gilt als einer der letzten der Fußdrehbank. bereits um 1900 sind seine Figuren zur Bestückung von Pyramiden und Laufleuchtern verwendet wurden. Eine an der Seiffener Spielwarenfachschule für die Krippenschau 1934 in Aue erschaffene große Szenerie ziert nun die ihren über 30 kostbaren figuren und Tieren das aktuelle Ausstellungsplakat.

Diese reifengedrehte Stadt entstand 1991 als Meisterstück von D. Weber. Foto: Peter Weckbrodt

Diese reifengedrehte Stadt entstand 1991 als Meisterstück von D. Weber. Foto: Peter Weckbrodt

Ein großes, gut ausgestattetes Spielzimmer sorgt für interaktives Genießen der Spielzeugausstellung auch durch die kleinen Besucher.

Haben wir uns so richtig sattgesehen, könnte eine Stippvisite zur sehenswerten Seiffener Kirche folgen. immerhin liefert sie mit ihrer bemerkenswerten Architektur die immer wiederkehrende Vorlage für Weihnachtspyramiden und Schwibbögen.

Endlich kommt auch das leibliche Wohl zu seinem Recht. Der Gaststätten gibt es reichlich im Ort, auch an den obligatorischen „Fressbuden“ ist kein Mangel. Ist auch das zur Zufriedenheit erledigt, können wir uns Gedanken über das obligatorische Mitbringsel oder auch Andenken machen. Dann haben wir nur noch die Qual der Wahl.

Ein großes Advents- und Weihnachtsprogramm hält die Gemeinde Seiffen zur 26. Seiffener Weihnacht vom 26. November bis 18. Dezember bereit.

Autor: Peter Weckbrodt

Besuchertipps:

Weihnachtssonderschau „Weihnachtskrippen aus 3 Jahrhunderten“ im Spielzeugmuseum Seiffen vom 11. November 2016 bis 30. März 2017, 09548 Kurort Seiffen, Hauptstraße 73; Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 17 Uhr; Eintritt: Erw. 5 Euro, Erm. 4 Euro, Kinder 2 Euro, Familien 11 Euro; Infos im Internet hier

26. Seiffener Weihnacht im Spielzeugdorf vom 26. November bis 18. Dezember:

  • 1. Adventssamstag Große Eröffnungsveranstaltung mit Festumzug
  • 2. Adventssamstag Lichterzug auf Bergbaupfaden
  • 3. Adventssamstag Große Bergparade mit 400 trachtenträgern
  • 4. Adventssamstag Laternenzug zum Weihnachtsmann und Bescherung

Mehr Informationen in der Tourist-Information Seiffen, Hauptstraße 73, Telefon 037362-8438, und hier im Internet.

Anfahrt:

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[caption id="attachment_67607" align="alignleft" width="117"]Peter Weckbrodt. Foto: IW Peter Weckbrodt. Foto: IW[/caption]Peter Weckbrodt hat ursprünglich Verkehrswissenschaften studiert, wohnt in Dresden und ist seit dem Rentenantritt journalistisch als freier Mitarbeiter für den Oiger und die Dresdner Neuesten Nachrichten tätig.

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