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Wird Kunststoffelektronik zur Schlüsseltechnologie für Internet der Dinge?

Biegsame Polymerelektronik mit besonders agilen Ladungsträgern vom cfaed Dresden. Foto: hw

Biegsame Polymerelektronik mit besonders agilen Ladungsträgern vom cfaed Dresden. Foto: hw

Internationale Experten diskutierten zur „Plastics Electronics“-Konferenz im Oktober in Dresden neue Trends

Dresden, 12. August 2015. Die Vernetzung von „intelligenten“ Textilien, Uhren, Fitness-Armbändern, aber auch von Haushaltsgeräten und Autos künftig zum „Internet der Dinge“ (Internet of Things = IoT) zu vernetzen, wird Kunststoff-Elektronik in nächster Zeit eine wachsende Rolle spielen. Und die wird nicht mehr in klassischen Chipfabrik-Verfahren hergestellt, sondern zunehmend durch industrielle 3D-Drucker produziert. Mit diesen Leitthesen werden sich jedenfalls internationale Experten auf der „Plastics Electronics“-Konferenz im Oktober 2015 in Dresden auseinandersetzen.

3D-Druck soll komplexe und billige Elektronik-Komponenten möglich machen

Die Idee dabei: Das viel beschworene Internet der Dinge kann nur funktionieren, wenn die Industrie nicht unbedingt extrem schnelle, sondern vor allem auch extrem billige Multifunktions-Chips anbieten kann, die auf kleinstem Raum beispielsweise Sensoren, Auswertungs-Elektronik, Funkmodule und hauchdünne Energiequellen integrieren. Und um diesen Spagat zwischen komplexen Fähigkeiten und dem Diktat des Preises zu schaffen, könnte der Massendruck von kunststoff- statt siliziumbasierter Elektronik ein Königsweg sein. Dabei will die Industrie auch Methoden adaptieren, die man bisher eher von 3D-Druckern kennt.

Andreas Schaller. Foto: Bosch

Andreas Schaller. Foto: Bosch

So wird beispielsweise Andreas Schaller von Bosch Reutlingen den Einsatz solcher „Additiven“ Druckverfahren für Automobilelektronik bei einem Konferenzvortrag vorstellen. Damit soll die Bordelektronik in Fahrzeugen unter anderem in die Lage versetzt werden, Handgesten der Fahrer zu erkennen.

Organische Energiesammler für mobile Geräte

Einem anderen praktischen Problem auf dem Weg zum „Internet der Dinge“ widmet sich ein Vortrag von Thomas Bickl von der Dresdner Firma Heliatek: All die mobilen Sensoren und Chips werden nämlich auch eine Stromversorgung brauchen. In Frage kommen dafür entweder besonders leistungsfähige und kleine Batterien oder die Integration von Energiesammlern in den Geräten selbst. Und da wiederum könnten biegsame organische Solarfilme, die Energie aus Sonnenlicht erzeugen, eine elegante Lösung sein.

Die „Plastic Electronics Conference“ findet am Rande von Europas größter Halbleitermesse SEMICON Europe vom 6. bis 8. Oktober 2015 in Dresden statt. Weitere Informationen sind hier im Netz zu finden. hw