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Dresdner MMS gehört zu Deutschlands besten IT-Arbeitgebern

Die Dresdner T-Systems-MMS wurde in die Liste der besten deutschen IT-Arbeitgeber gewählt. Abb.: MMS

Die Dresdner T-Systems-MMS wurde in die Liste der besten deutschen IT-Arbeitgeber gewählt. Abb.: MMS

Wachsende Telekom-Tochter setzt auf moderne Motivation für „Generation Y“

Dresden, 20. März 2015: Weil auch dem Management klar ist, dass man allein mit fetten Gehältern den jungen hochqualifierten Arbeitnehmer der „Generation Y“* heute kaum noch hinter dem Ofen hervorlocken kann, hat die „T-Systems Multimedia Solutions“ (MMS) beizeiten auf ganzheitliche Motivation für die Belegschaft gesetzt – und bekam dafür nun eine ideelle Belohnung: Das Dresdner Software-Unternehmen wurde in die Riege der 60 besten Arbeitgeber in der informationstechnologischen (IT) Branche in Deutschland gewählt – und schaffte es in der Klasse der IT-Großunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sogar auf Platz 3.

Vertrauens-Arbeitszeit, Heimarbeit und Firmen-Kitaplätze

„Wir bemühen uns schon seit Jahren, unseren Mitarbeitern moderne Arbeitsbedingungen zu bieten“, erklärt sich Frank Schönefeld von der MMS-Geschäftsführung diese Auszeichnung. Ein wichtiger Punkt dabei sei es, den Beschäftigten Vertrauen entgegenzubringen und sie nicht zu gängeln. „Für einige Tätigkeiten, bei denen sich das nicht anders machen lässt, haben wir Kernarbeitszeiten festgelegt. Aber ansonsten gilt bei uns eine Vertrauensarbeitszeit: Wir überlassen es in hohem Maße der eigenen Einschätzung der Mitarbeiter, wie, wo und wann sie ihre Aufgaben erledigen“, betonte er. In der Praxis heißt das zum Beispiel: An die Entwickler, Programmierer, Designer und andere Kollegen werden Notebooks ausgegeben, mit denen sie ihre Tätigkeit auch von daheim aus erledigen können. Das klassische Stechuhr-Rabotten mit starren Anwesenheitszeiten gilt für sie nicht.

Frank Schönefeld. Foto: Heiko Weckbrodt

Frank Schönefeld. Foto: Heiko Weckbrodt

Unternehmensinterne Transparenz nach dem Facebook-Prinzip

Auch hat sich die Telekom-Tochter in einer Vertrags-Kita Kinderbetreuungsplätze reserviert, um beispielsweise Müttern und Vätern, die nach einer Elternzeit wieder arbeiten wollen, die Rückkehr ins Berufsleben zu erleichtern, Zudem setze die MMS auf Transparenz, beziehe die Belegschaft in unternehmerische Entscheidungsprozesse durch Facebook-ähnliche interne Netzwerke ein, sagte Frank Schönefeld.

Auszeichnung als familienfreundliches Unternehmen

Dass diese Einschätzungen nicht bloße Chef-Perspektive sind, hatte sich deutlich im Jahr 2013 gezeigt: Da wurde die MMS nicht etwa von Wirtschaftsprüfern oder Managern, sondern von der Belegschaft selbst als familienfreundlichstes Unternehmen Dresdens nominiert – und ging aus diesem städtischen Wettbewerb als Sieger hervor.

Umsatz wächst auf 140 Millionen Euro

Dieser Weg zahlt sich letztlich auch für die Firma aus. Die „T-Systems Multimedia Solutions“ entwirft, programmiert und betreut Internetauftritte, Online-Läden, Auftragsdatenbanken, Cybersicherheits-Lösungen und andere digitale Projekte für Kunden aus aller Welt, darunter auch Schwergewichte wie Allianz, Henkel oder Telekom. Und damit agiert das Unternehmen mit Hauptsitz in Dresden auch sehr erfolgreich in den internationalen Märkten: Die Umsätze wachsen stark, allein im vergangenen Jahr legte die MMS um 15 Prozent von 122 auf über 140 Millionen Euro zu. Mittlerweile beschäftigt die Firma 1327 Mitarbeiter – darunter 950 feste, hinzu kommen noch Azubis, Werkstudenten und Leiharbeiter. Etwa 80 Prozent der Belegschaft haben ihren Kernarbeitsplatz in Dresden.

Neues Hauptquartier in Dresden steht zur Debatte

Ein weiteres Wachstum ist absehbar. Wenn sich diese Entwicklung so fortsetze, dann werde das bisherige Hauptquartier an der Riesaer Straße in Dresden wohl im Jahr 2018 nicht mehr genug Raum für die Belegschaft bieten, schätzte Schönefeld. Dann müsse man Ausbauten oder einen neuen Unternehmenssitz in Erwägung ziehen. Autor: Heiko Weckbrodt

* „Generation Y“: Begriff aus der Soziologie, bezeichnet meist junge, hochqualifizierte und Arbeitnehmer, die in den 1990er Jahren geboren wurden und für die Selbstverwirklichung, Familie und Freizeit (statt „Pflichterfüllung“) im Lebensmittelpunkt stehen.

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