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6 % weniger Besucher in deutschen Kinos

Rundkino Dresden. Foto: Google Streetview

Rundkino Dresden. Foto: Google Streetview

Trotz steigender Preise sinken Umsätze der Filmtheater

Berlin, 9. Februar 2015: 2014 war kein gutes Jahr für die deutschen Kinos: Laut Filmförderanstalt (FFA) Berlin kamen im vergangenen Jahr nur noch 121,7 Kinobesucher und damit 6,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: 2009 meldete die FFA noch 146,3 Millionen Kinobesucher.

Teurere Tickets fruchteten nicht

Auch Ticket-Teuerungen konnten diesen Abwärtstrend für die Kinos nicht finanziell ausgleichen: Der durchschnittliche Eintrittspreis stieg um 16 Cent auf 8,05 Euro (2009: 6,67 Euro), doch die Gesamtumsätze sanken für die deutschen Filmtheater von 1,023 Milliarden Euro (2013) auf nur noch 979,7 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Sorgt im Programmkino für ausverkaufte Säle: "Monsieur Claude und seine Töchter". Foto: Neue Visionen

Sorgt im Programmkino für ausverkaufte Säle: „Monsieur Claude und seine Töchter“. Foto: Neue Visionen

Am Filmangebot allein kann es kaum gelegen haben

An einem schwachen Filmangebot kann die Flaute in den Kinos kaum gelegen haben, starteten 2014 doch zahlreiche Hollywood-Blockbuster wie „Der kleine Hobbit 3“ oder die „Die Tribute von Panem – Mockingjay 1“ als auch viele europäische Erfolgsproduktionen wie „Monsieur Claude“ oder „Der Hundertjährige…“. Zu vermuten ist, dass vom Erfolg europäischer Produktionen aber vor allem die Programmkinos profitiert haben. Zumindest im persönlichen Gespräch mit dem „Oiger“ hatten Dresdner Programmkino-Betreiber bisher von einem eher guten Kinojahr 2014 gesprochen. Eine entsprechende bundesweite Sonderauswertung liefert die FFA jedoch meist erst später nach.

3D-Hype kühlt ab

Gerade aber wohl der Versuch der Kinos, mit steigenden Ticketpreisen zu reagieren, könnten wohl viele potenzielle Kinogänger in die Arme der Videostreaming-Portale im Internet getrieben haben. Zudem hat sich anscheinend der 3D-Hype etwas abgekühlt, der zeitweise für viel neugieriges Publikum gesorgt hatte: 3D-Filme fanden 2014 nur noch 26,8 Millionen Zuschauer und damit 14 Prozent weniger als im Jahr 2013.

Weniger Spielstätten = weniger Vielfalt

Auch ist die Kinovielfalt wieder etwas gesunken: Zählte die FFA im Jahr 2009 noch 1744 Spielstätten in Deutschland, waren es 2013 lediglich 1637 und im Folgejahr nur noch 1630. Statistisch gesehen heißt das eben auch: Der potenzielle Kinogänger findet in seiner unmittelbaren Nähe vielleicht ein, zwei Filmtheater weniger, die ihm gefallen und die in vernünftiger Fahrtzeit erreichbar sind.

Marktanteil deutscher Filme steigt

Deutlich gewonnen hat immerhin der deutsche Film: Dessen Marktanteil (gemessen nach Besuchern) ist im vergangenen Jahr von 26,2 auf 26,7 Prozent gestiegen. Autor: Heiko Weckbrodt

1 Kommentare

  1. Diese Webseite dieser Filmförderanstalt ist ja der irre nervig. Ob das eine Haltung zum Thema Digitalisierung widerspiegelt?

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