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Maschinenbauer Pactec legt Grundstein für neue Fabrik in Dresden

Die ersten Bagger waren bereits Ende 2013 angerollt, am 7. März 2014 war Grundsteinlegung für die neue Pactec-Fabrik in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Die ersten Bagger waren bereits Ende 2013 angerollt, am 7. März 2014 war Grundsteinlegung für die neue Pactec-Fabrik in Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Verpackungsanlagen-Hersteller investiert 30 Millionen Euro

Dresden, 7. März 2014: Nachdem es zeitweise so ausgesehen hatte, als ob „Theegarten-Pactec“ – das ehemalige Nagema – aus Dresden abwandern würde, hat der Maschinenbauer gestern nun doch den Grundstein für eine neue, rund 30 Millionen Euro teure Fabrik an der Breitscheidstraße gelegt. Es handele sich um die größte Investition in der jüngeren Unternehmensgeschichte, betonte Geschäftsführer Markus Rustler, bevor er mit Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) eine Zeitkapsel mit Dokumenten in den Grundstein einmauerte. „Damit rüsten wir uns für die Zukunft.“

Neues Werk für weiteres Wachstum

Denn der traditionsreiche Hersteller von Verpackungsmaschinen beliefert Kunden aus der weltweiten Süßwarenindustrie, hat volle Auftragsbücher – stößt im alten Fabrikgelände nebenan aber immer mehr an räumliche und logistische Grenzen. Daher hatte Pactec bereits 2010 begonnen, ein neues Werk zu planen, wollte zwischenzeitlich sogar nach Bannewitz vor den Toren von Dresden auswandern, weil die Stadtverwaltung mit ihren Genehmigungsverfahren lange nicht aus dem Knick kam.

Video (Heiko Weckbrodt):

Bürgermeister übt Selbstkritik

Daraufhin machte Bürgermeister Hilbert die Angelegenheit zur Chefsache und peitschte die Baugenehmigung auf dem Nachbargrundstück an der Breitscheidstraße im Eiltempo durch. „Wenn man selbstkritisch in den Spiegel schaut, muss man sich natürlich fragen: Warum schaffen wir es nicht immer in diesem Tempo“, sagte er reumütig zur gestrigen Grundsteinlegung.

Neubau und Umzug im laufenden Betrieb

So etwa soll die neue Pactec-Fabrik aussehen. Repro: Heiko Weckbrodt

So etwa soll die neue Pactec-Fabrik aussehen. Repro: Heiko Weckbrodt

Entstehen soll das Werk bis zum Jahr 2017 im laufenden Betrieb: Während ein Großteil der alten Gebäude nach und nach abgerissen wird, ziehen die Arbeiter parallel dazu die neuen Hallen und Bürogebäude nebenan hoch, so dass die Produktion schrittweise umziehen kann. Geplant sind neue Hallen für die Maschinenfertigung, Montage und Lager sowie ein Bürogebäude, ein Lager und ein Sozialtrakt. Auftragnehmer „Vollack“ aus Schkeuditz rechnet mit rund 1900 Kubikmetern Beton und 630 Tonnen Stahl, die zu verbauen sind.

5,8 Millionen Euro steuert Staat bei

Damit erweitern sich die Büroflächen um 5000 Quadratmeter, die Hallenkapazität um 15 500 Quadratmeter. Auch 50 neue Jobs sind geplant. Rund 5,8 Millionen der insgesamt zirka 30 Millionen Euro Investitionen steuert die Sächsische Aufbaubank (SAB) als Förderung bei.

Süßigkeiten-Verpacker weltweit gefragt

Derzeit beschäftigt Theegarten-Pactec rund 390 Mitarbeiter, der Umsatz kletterte im vergangenen Jahr von 50 auf 60 Millionen Euro. Etwa 90 Prozent der Maschinen gehen in den Export.

Ost-west-deutsche Wurzeln

Die Wurzeln des Unternehmens liegen in Ost wie West: 1994 übernahm die 1934 in Köln gegründete Maschinenbaufirma „Rose-Theegarten“ den Verpackungsanlagen-Hersteller Pactec in Dresden. 1997 verlagerten die Kölner auch ihre Zentrale in die sächsische Landeshauptstadt. Pactec wiederum entstand nach der politischen Wende aus dem DDR-Maschinenbaukombinat Nagema, dessen Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Weltweit hat das fusionierte Unternehmen bisher insgesamt über 10.000 Maschinen ausgeliefert. Autor: Heiko Weckbrodt

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