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Agrarminister erklärt Breitbandausbau in Sachsen für beendet

Glasfaser bis zum "letzten Meter" gelten als Schlüssel für Tempo 100 Mbs+. Abb.: Dt. Telekom

Glasfaser bis zum „letzten Meter“ gelten als Schlüssel für Tempo 100 Mbs+. Abb.: Dt. Telekom

Allerdings können erst 97,9 Prozent der Sachsen mindestens mit 2 Mbs surfen

Dresden, 29. Dezember 2013: Wer immer noch am Modem-Datenrinnsal hängt, wird sich vielleicht verhöhnt vorkommen, aber offiziell hat Landesumweltminister Frank Kupfer (CDU) nun die digitale Grundversorgung der Sachsen für weitgehend abgeschlossen: Durch die jüngsten Förderprojekte des Freistaats und Ausbauprojekte der Telekommunikationskonzerne können demnach nun 97,9 Prozent der Sachsen prinzipiell auf Internetanschlüsse mit mindestens zwei Megabit je Sekunde (Mbs) zugreifen. Das geht aus einer heute verbreiteten ministeriellen Mitteilung hervor. Fortan werde das Land vor allem den Breitband-Ausbau auf mindestens 25 Mbs sowie den Aufbau von frei zugänglichen Datenfunk-Netzen (vorzugsweise per WLAN) in „touristisch relevanten“ Bereichen fördern.

Land förderte anfangs nur Analysen

Frank Kupfer. Foto: SMUL/ Foto-Atelier-Klemm

Frank Kupfer. Foto: SMUL/ Foto-Atelier-Klemm

Über die Richtlinie zur „Integrierten Ländliche Entwicklung“ (RL ILE/2011) hatte Sachsen zunächst Analysen finanziell gefördert, mit denen unterversorgte Gemeinden und Landkreise Chancen auf schnelle Internetanschlüsse technisch und finanziell untersuchen sollten. Viele Betroffene hatten dies als unzureichend kritisiert, da sie das Geld lieber für die eigentlichen Ausbauprojekte haben wollten.

Zuletzt Küstenschutz-Millionen draufgelegt

Letztlich nutzten laut Umweltministerium vier Landkreise und 89 Gemeinden ILE für 103 Breitbandanalysen. Im zweiten Schritt kofinanzierte der Freistaat 97 Ausbauprojekte. Insgesamt seien mit einem Fördervolumen von 46,8 Millionen Euro „204 676 Haushalte, 1 823 öffentlichen Einrichtungen sowie 32 922 Unternehmen im ländlichen Raum zu einer Breitbandversorgung“ gekommen, so Kupfer. Zuletzt hatte er dafür auch noch sieben Millionen Euro aus der „Gemeinschaftsinitiative Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) und Landesmitteln lockergemacht.

Nun Fokus auf Tempo 25+ und freie WLAN-Netze

Ab Anfang 2014 soll es in Dresden ein freies WLAN-Netz in der Innenstadt geben. Fotos: Sylvio Dittrich (Mediaserver Dresden), hw; Montage: hw

Ab Anfang 2014 soll es in Dresden ein freies WLAN-Netz in der Innenstadt geben. Fotos: Sylvio Dittrich (Mediaserver Dresden), hw; Montage: hw

Inzwischen hat das Wirtschaftsministerium das Programm „Digitale Offensive Sachsen“ (DiOS) aufgelegt. In diesem Rahmen stehen bis 2016 bis zu 80 Millionen Euro zur Verfügung, um in ausgewählten Gegenden, in denen die TK-Unternehmen aus Kostengründen keine Glasfasern verlegen wollen, Geschwindigkeiten von mindestens 25 Mbs zu erreichen und freie WLAN-Netze in Tourismus-Hochburgen aufzubauen.

Freifunk-Datennetz in Dresden geplant

Auf letzteren Topf spekuliert auch die „Dresden Information GmbH“ (DIG), die in der sächsischen Landeshauptstadt im kommenden Jahr solch ein nahezu unbeschränktes und kostenloses WLAN-Netz aufbauen will. Vorstufen dazu hatten zuvor bereits das Bürgernetz (WTC Dresden), die Piraten (Alaunpark) und Kabel Deutschland (Innenstadtkern – für Nicht-KD-Kunden auf 30 Minuten pro Tag beschränkt) installiert. Autor: Heiko Weckbrodt

1 Kommentare

  1. Ich möchte dem Autor noch einmal nahelegen die Definition von Freifunk zu lesen, bzw. auf welcher Netzwerktopologie das Projekt beruht. Bürgernetz und KD funktionieren anders.

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