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Mobilfunk-Paranoia oder NSA? Handy-Besitzer klagen über Phantom-Anrufe

iPhone-Kamera mit LED-Blitz. Abb.: Apple

Abb.: Apple

Berlin, 30. August 2013: Ruft Handy-Besitz Paranoia hervor, gibt es gar Gremlins in den Mobilfunknetzen oder spielt da die NSA an den Reglern? Wie eine repräsentative Aris-Umfrage jetzt ergeben hat, berichten nämlich 39 Prozent aller deutschen Handy-Besitzer über Phantomanrufe: Sie haben das Gefühl, dass ihr Handy klingelt oder vibriert, ohne dass sie wirklich einen Anruf oder eine SMS bekommen. Als der Hightech-Verband „Bitkom“ vor zwei Jahren eine ähnliche Umfrage in Auftrag gegeben hatten, klagten erst 31 Prozent über solche Phantomanrufe.

Experte: Technisch ausgeschlossen

„Ich halte solche Phantomanrufe technisch für ausgeschlossen“, kommentierte indes der Dresdner Mobilfunk-Experte Steffen Watzek die Umfrage. „Die heutigen Systeme haben soviele Sicherheitsvorkehrungen, dass das kaum möglich ist.“ Ähnlich äußerten sich Fachleute aus der Wirtschaft.

Psychologische Hintergründe zu vermuten

Für nicht ausgeschlossen hält Watzek – er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des „Vodafone-Lehrstuhls für mobile Kommunikationssysteme“ an der TU Dresden – indes psychologische Hintergründe: „Wir leben in einer Welt der ubiquitären Verfügbarkeit, in der nahezu jeder für jeden jederzeit erreichbar ist. Schauen Sie sich nur in der Straßenbahn um: Da gucken die Leute nicht aus dem Fenster, sondern die ganze Zeit auf ihr iPhone oder Handy. Da mag es passieren, dass der eine oder andere so verblüfft darüber ist, wenn er mal keinen Anruf bekommt, dass er glaubt, es klingelt doch.“

Merkwürdig, dass mich keiner anruft…

Für diese Hypothese spricht auch ein weiteres Umfrage-Ergebnis: Demnach findet es jeder dritte Handybesitzer zudem merkwürdig, wenn er mal einen Tag lang keine Anrufe und Kurznachrichten bekommt, oder wenn es deutlich weniger sind als üblich. Bei den Jüngeren unter 30 Jahren sind es fast 40 Prozent. Heiko Weckbrodt

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