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Computerspieler lösen Genetik-Rätsel

Faltprotein aus dem Spiel "Foldit". Abb.: DARPA

Faltprotein aus dem Spiel "Foldit". Abb.: DARPA

Arlington County, 27.1.2012: Da sage mal noch einer, Computerspielen sei doof: Internet-Spielern ist es nämlich kürzlich gelungen, ein genetisches Puzzle zu lösen, an der sich die Computer der Biochemiker die Zähne ausgebissen hatten. Die Ergebnisse wurden jetzt im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlicht.

Teilnehmer des von der US-Rüstungsforschungsagentur DARPA entwickelten Online-Spiels „Foldit“ (240.000 Nutzer) hatten dabei die Proteinstruktur eines Enzyms remodelliert, das für die sogenannte Diels-Alder-Reaktion verantwortlich ist, die eine wichtige Rolle bei der organischen Synthese spielt. Wie die DARPA in Arlington County mitteilte, soll die spielerische Entschlüsselung dazu genutzt werden, um die Katalysatorfähigkeit dieses Enzyme um den Faktor 18 zu steigern.

Gerade dieser Einsatz von „Foldit“ nicht nur für die Simulation neuer Proteine, sondern auch für die Funktionsvoraussage zeige, dass mit spielerischen Ansätzen selbst dort Lösungen gefunden werden können, wo klassische Automatisierungsmethoden der Forscher versagen. „Solche remodellierten Enzyme können die pharmazeutische Produktion deutlich beschleunigen“, erklärte Jay Schnitzer von der DARPA, die sich davon eine schnellere und billigere Versorgung der US-Soldaten mit Medikamenten verspricht.

Beim Spiel „Foldit“ müssen simulierte Proteine wie Puzzle nach bestimmten Regeln gefaltet werden. Die DARPA hatte die Entwicklung dieses Spiels gefördert, damit wissenschaftliche Laien bei biochemischen und genetischen Forschungen mit ihren eigenen Ansätze mithelfen. Die Spielergemeinde hatte unter anderem schon mitgeholfen, die Funktionsweise von AIDS-Erregern und Vogelgrippe-Blockern zu entschlüsseln. Heiko Weckbrodt

 

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