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Heimcomputer feiert Geburtstag

Der Heimcomputer-Urahn Altair 8800. Abb.: Wikipedia/ M. Holley

Der Heimcomputer-Urahn Altair 8800. Abb.: Wikipedia/ M. Holley

Albuquerque, 19.12.2011: Er hat eine ganze Generation junger Tüftler geprägt und den Siegeszug der Rechentechnik im Massenmarkt eingeleitet: Der Heimcomputer, und heute feiert er Geburtstag. Denn am 19. Dezember 1974 brachte die US-Firma „Micro Instrumentation and Telemetry Systems“ (MITS) aus Albuquerque den „Altair 8800“ auf den Markt, der heute als der erste „Home Computer“ (HC) betrachtet wird. Deutsche Heimcomputer folgten erst später, die ersten DDR-Heimcomputerbausätze wie der LC 80 zum Beispiel ab 1982.

Waren die ersten elektronischen Rechner wegen ihres Größe und ihrer Preise zunächst nur dem Militär, Großunternehmen und Universitäten vorbehalten, läuteten Heimcomputer und PC die Ära der Massenverfügbarkeit dieser Technologie ein. Und möglich wurde dies wiederum erst durch die Entwicklung des Mikroprozessors durch Intel und Texas Instruments, die  kompakte Computer zu erschwinglichen Preisen produzierbar machten. Als erster Heimcomputer gilt der Bausatz „Altair 8800“, den MITS ab Ende 1974 für unter 500 Dollar verkaufte.

Maren Dose von den Technischen Sammlungen Dresden an einem Robotron.Heimcomputer Z 9001. Abb.: hw

Maren Dose von den Technischen Sammlungen Dresden an einem Robotron-Heimcomputer Z 9001. Abb.: hw

Weitere Unternehmen stiegen ebenfalls in diesen Markt ein, darunter vor allem Commodore, Atari und Sinclair. Später verschmolz die Heimcomputer-Linie mit der PC-Entwicklung.

HCs drängten als vollwertige, programmierbare und vor allem multimedia-fähige, aber eben billige Rechner in das Segment zwischen der Videospielekonsole und dem Arbeitstier Personalcomputer (PC). Auf solchen Minirechnern wie dem C 64 lernten Generationen späterer Star-Programmierer die Basis für ihr Handwerk, auch machten sie die Computertechnologie erst der breiten Bevölkerung zugänglich und hoffähig.

Eben dieser „Lern- und Propaganda-Effekt“ spielte auch bei der Entwicklung der ersten DDR-Heimcomputer eine Rolle, wollte man doch die Jugend an den neuen Mikroelektronik-Kurs der SED-Führung heranführen. So produzierten die Volkseigenen Betriebe solche Eigenentwicklungen wie den Bausatz LC 80, den Robotron Z 9001 (1984) oder den HC 900 (1985) aus Mühlhausen.

Mitte der 1990er Jahre verschwanden dann aber weltweit fast alle Heimcomputer vom Markt: Die PCs hatten inzwischen „Farbe“, „Sound“ und andere Multimedia-Fähigkeiten gelernt, wurden auch immer billiger, was der Heimcomputer-Ära letztlich ein Ende bereitete. Heiko Weckbrodt

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