Alle Artikel mit dem Schlagwort: Lkw

Ingenieure und Besucher testen im Mondrian-Raum im Barkhausen-Institut Dresden aus, wie sich abstrakte Entwürfe variieren lassen - und was passiert, denn der Datenschutz bröckelt. Das Zimmer ist teil des "Open Labs". Foto: Robert Arnold für die LHD

Dresdner Ingenieure reanimieren den Geist von Piet Mondrian

Mit einem „Open Lab“ wollen Barkhausen-Forscher der TU Dresden einen heißen Draht zwischen Wissenschaftler und Laien spannen. Dresden, 22. Juli 2020. Viele Grundlagenforscher finden nur mühsam den rechten Draht zum „nur“ allgemeingebildeten Bürger, der letztlich ihre Arbeit bezahlt. Beim noch jungen Barkhausen-Institut der TU Dresden liegt die Populärkommunikation dagegen quasi in den Genen: Die Idee, mit Laien allgemeinverständlich über ein sichereres Internet, verlässliche Roboter und digitale Laster-Horden ins Gespräch zu kommen, wurde von Anfang an in die Organisation und Innenarchitektur des 2018 gegründeten Instituts eingebettet.

Elefantenrennen in Dänemark- Foto: Heb, Wikipedia, CC3-Lizenz, tinyurl.com/coaaon8

Warum Elefantenrennen auf der Autobahn?

Der Ausbrems-Effekt von Laster-Wettrennen wird meist überschätzt, sagt Verkehrsfluss-Experte Dr. Martin Treiber Das hat wohl schon jeden Autofahrer einmal genervt: Da düst man so schön zügig über die Autobahn – und plötzlich schert ein Laster auf die linke Spur, um einen anderen Brummi zu überholen. Natürlich mit der Tempodifferenz einer komatösen Gartenschnecke, damit’s richtig Spaß macht. Warum aber kommt es so oft zu solchen „Elefantenrennen“ zwischen Lkws, die oft nur mit zwei, drei Kilometern pro Stunde (km/h) Tempounterschied ausgetragen werden und die so furchtbar nerven? Und was haben sie für Folgen für den Verkehr ringsum? Mit Blick auf die Ferien-reisezeit hat Oiger-Redakteur Heiko Weckbrodt dazu den Verkehrsfluss-Experten Dr. Martin Treiber vom Lehrstuhl für Ökonometrie und Statistik in der Fakultät Verkehrswissenschaften der TU Dresden ausgequetscht. Als Autofahrer frage ich mich immer: Gibt es eine innere Notwendigkeit für Elefantenrennen? Fürchten die Brummi-Fahrer vielleicht, Schwung am Berg zu verlieren? Dr. Martin Treiber: Früher war das ein Argument, weil viele untermotorisierte Lkw unterwegs waren, die Probleme an Steigungen hatten. Heutige Laster dagegen haben meist genug Power, um auch voll …

Abb.: hw

Brummi-Fahrer: „Enormer Zeitdruck“ führt zu Elefantenrennen

Endlos-Wettrennen der Laster auf Autobahnen kommen unter dem Zwang der Lenkzeiten zustande, sagt der Praktiker Dresden, 12. Juli 2016. Die legendären „Elefantenrennen“ auf den Autobahnen kommen vor allem unter Zeitdruck zustande. Das erklärte Berufskraftfahrer Roland Scheip, der seit 43 Jahren als Lkw-Fahrer auf deutschen und europäischen Straßen unterwegs ist. „Die meisten machen das nur, um ihre Lenkzeiten einzuhalten.“

Susann Wiesner bei der Qualitätskontrolle von fertigen Kolbenringen bei "Federal Mogul". Foto: Heiko Weckbrodt

Kaum ein Brummis brummt ohne Kolbenringe aus Dresden

„Federal Mogul“-Fabrik stellt jährlich Millionen Motorteile her Dresden, 27. Juni 2016. Wer im Industriegelände im Dresdner Norden den alten Bahnschienen folgt und bis in die Sackgasse An der Schleife fährt, trifft auf ein Werktor, hinter dem einer der legendären Marktführer in der Nische, ein „Hidden Champion“ sitzt: Ein Großteil der Lastkraftwagen auf deutschen Straßen fährt mit Motorteilen, die hier im Dresdner Norden hergestellt werden. Denn das ehemals „volkseigene“ Kraftfahrzeugzubehörwerk Dresden gehört inzwischen zum US-Autozulieferer „Federal Mogul“ und stellt jährlich 15 Millionen Kolbenringe her, die in etwa 70 Prozent der Brummis eingebaut werden. Aneinandergesteckt würden diese Ringe für eine Kette von etwa 1800 Kilometer reichen.