Alle Artikel mit dem Schlagwort: ISS

Die Fotomontage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt die in Deutschland entwickelte Künstliche Intelligenz "Cimon" in der ISS. Montage: DLR

Die Sojus-Fluchtkapsel ist immer startbereit

MAN-G ymnasiasten löchern per Funk den Astronauten Gerst auf der ISS Dresden. Der Teilchenhagel aus dem All übertönt alles Getuschel. Fast mag man sich am Ufer des tobenden Atlantiks wähnen – so laut ist das kosmische Rauschen, das die Lautsprecher in die Keller-Aula des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums (MAN) an der Haydnstraße übertragen. Um die Zeit zu überbrücken, bis die echte ISS fast senkrecht über Dresden steht, gibt es Wissensfutter: Ein Junge im blauen T-Shirt dirigiert die computeranimierte Raumstation auf einer großen Leinwand hin und her, erklärt den 180 Mitschülern, wer welches tonnenschwere Modul gebaut hat und wozu es gut ist. 10.25 Uhr verziehen sich unisono die Gesichter: Statt nach Meer klingt es plötzlich, als ob ein Auto in die Müllpresse geraten ist. Und dann, recht klar, die Stimme des deutschen Astronauten Alexander Gerst: „Hallo Dresden, hallo Dessau.“ Brausender Beifall tost durch die Aula – lange genug haben die MAN-Gymnasiasten diesen Moment vorbereitet.

Der "elektronische Horizont" soll Lasterfahrern eine sparsame und vorausschauende Fahrweise ermöglichen. Änderungen der Beschilderung teilen die Laster per Cloud an andere Brummis weiter. Grafik: Bosch

Radaraugen für Lkws sollen Abbiege-Unfälle vermeiden

Bosch stellt zur IAA neue digitale Fahrerassis für Brummipiloten vor Stuttgart/Hannover, 2. August 2018. Bosch hat neue Fahrerassistenz-Systeme entwickelt und bereits verfügbare Systeme weiterentwickelt, um Lasterpiloten mehr Überblick zu verschaffen. Das teilte der Stuttgarter Automobilzulieferer heute mit. Digitale Spiegel, Radar-Scanner und ein „elektronischer Horizont“ könnten unter anderem dafür sorgen, dass es weniger Überhol-Unfälle auf Autobahnen gibt und nicht mehr so viele Fußgänger und Radler durch rechtsabbiegende Lkws überfahren werden.

Die Zugvögel sollen Sender bekommen, die nur 5 Gramm wiegen, um damit in den Weltraum zu funken. Foto: Christian Ziegler / MPI für Ornithologie

Pieps gen Weltall

Ornithologen wollen Zugvögel aus dem Orbit überwachen Dresden/Radolfzell. Zugvögel haben die Menschheit seit Urzeiten fasziniert, haben Poeten zu wehmütigen Gedichten inspiriert, Fernweh in reiselustige Zeitgenossen gepflanzt. Im Herbst, so haben wir in der Schule gelernt, zieht es Gänse und Kraniche in den Süden, ins warme Afrika. Doch welche Routen die Zugvögel eigentlich genau nehmen, ob sie zwischendurch auch mal ein wenig trödeln, zickzackfliegen oder Abstecher zu diversen „Sehenswürdigkeiten“ am Rande ihres Weges einlegen, wissen die Ornithologen, die Vogelkundler, trotz aller Beringungs-Versuche immer noch nicht so ganz genau. Dresdner Uni-Ausgründung „Inradios“ steuert Vogelfunk bei Mit dem Projekt „ICARUS“ („International Cooperation for Animal Research Using Space“) wollen Forscher des Max-Planck-Instituts für Ornithologie aus Radolfzell nun ändern: Sie planen, Tausende Vögel mit winzig kleinen GPS-Sendern und Beschleunigungssensoren ausrüsten und dann von der Internationalen Raumstation ISS aus genau überwachen, wo und wie die fliegenden Wanderer eigentlich langziehen. Sie erhoffen sich davon aus Erkenntnisse darüber, wie sich Krankheitserreger global ausbreiten. Dabei bekommen sie Hilfe von der russischen Raumfahrtbehörde ROSKOSMOS – und der Dresdner TU-Ausgründung „Inradios“.

Der AMS-Detektor auf der ISS. Abb.: RWTH Aachen

Neue Hinweise auf Dunkle Materie

Magnetdetektor findet auf Raumstation ISS mehr Antiteilchen als erwartet Erdorbit/Aachen, 18. September 2014: Im Weltall muss es eine bisher unbekannte Antimaterie-Quelle geben – möglicherweise in der legendären „Dunklen Materie“. Darauf deuten Messungen des sieben Tonnen schweren „AMS“-Detektors an Bord der internationalen Raumstation im Erdorbit hin. Das teilte heute die RWTH Aachen mit, die den Magnet-Detektor mitentwickelt hatte. Demnach liegt der Anteil der im All umherrschwirrenden Positronen (Anti-Elektronen) höher als erwartet. „Dies deutet auf eine neue Quelle von Positronen hin“, folgern die Aachener Forscher.

Unermüdlicher Zähler: Die Teilchenfalle AMS an der Raumstation ISS hat einen Antimaterie-Überschuss nachgewiesen. Foto: NASA/ CERN

Überleben im tödlichen All

Algen werden draußen auf Raumstation ISS geschmiert Potsdam/Erdorbit, 24. Juli 2014: Das All gilt eigentlich als absolut tödlich: Keine Luft, Temperaturen nahe am absoluten Nullpunkt, wie ihn nicht einmal die Arktis erreicht, die Strahlung ist erbarmungslos und auch zu futtern schwebt da in der Schwerelosigkeit nichts herum. Dennoch wollen Potsdamer Frauenhofer-Forscher nun das Experiment wagen: Mit russischer Hilfe haben sie nun ein paar besonders frostliebende Algenstämme ins All geschossen. Die werden bei einem Weltraumspaziergang am 18. August an die Außenhülle der Internationalen Raumstation ISS gekleistert, wo sie mindestens ein Jahr unter kosmischen Bedingungen überleben sollen.

Seifenblasen halten im Erdorbit länger durch. Foto: DLR

Seifenblasen im All sind dickfellig

Schülerexperiment auf der ISS Erdorbit, 13. Juli 2014: Seifenblasen sind in der Schwerelosigkeit viel dickfelliger als ihre Brüder auf der Erde, widerstehen selbst Nadelstichen, lassen sich aber durch Techno-Musik nicht allzu sehr beeindrucken. Das hat ein Schülerexperiment auf der internationalen Raumstation ISS gezeigt, das der deutsche Astronaut nach Anweisungen sächsischer und bayrischer Gymnasiasten unternommen hat. Der Raumfahrer fand die schillernden Untersuchungen recht interessant: „Wenn wir hier oben herausfinden, wie es im Prinzip funktioniert, könnte man vielleicht auch auf Erde unter Gravitation Schaumblasen mit dichteren Hüllen produzieren“, meinte Gerst.

Der Raumtransporter "Albert Einstein" hat sich von der ISS in die Erdatmosphäre gestürzt. Foto: ESA(NASA

NASA will Raumstation ISS kommerzialisieren

Erdorbit/Washington, 28. April 2014: Nachdem die US-Raumfahrtbehörde NASA inzwischen erfolgreich einen privaten Pendelverkehr zur internationalen Raumstation im Erdorbit angeschoben hat, drängt sie nun au den nächsten Schritt: eine direkte kommerzielle Nutzung der ISS. Die NASA sieht vielversprechende Chancen, auf der Raumstation beispielsweise private Mikroschwerkraft-Labore für die Pharmaindustrie, Robotik und Materialwissenschaft zu betreiben.

Europas Einstein-Transporter nach ISS-Besuch über Pazifik verglüht

Erdorbit, 2. November 2013: Der europäische Raumtransporter „ATV Albert Einstein“ ist nach seinem fünfmonatigen Besuch bei der Raumstation ISS heute nachmittag mitsamt einer ordentlichen Ladung Astronauten-Müll über dem Südpazifik planmäßig verglüht. Das hat die europäische Raumfahrtbehörde ESA mitgeteilt.

“Cygnus”: Privates Schwan-Raumschiff an ISS angedockt

Erdorbit, 29. September 2013: Das Privatraumschiff „Cygnus“ (lat. für „Schwan“) hat eben an die Internationale Raumstation ISS im Erdorbit angedockt. Das teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Damit haben die Amerikaner nach dem „Dragon“ („Drachen“) nun einen zweiten privaten Raumtransporter zur Verfügung, um die ISS mitzuversorgen.

Starke Antimaterie-Strömung im All entdeckt

Teilchenfalle AMS an der Raumstation ISS findet Positronenfluss Erdorbit, 3. April 2013: Eine an der internationalen Raumstation ISS installierter Teilchenfalle hat eine überraschend hohe Positronen-Strömung (= Anti-Elektronen) nachgewiesen, die anscheinend von allen Seiten konstant das All durchwabert. Das teilte Professor Samuel Ting, der dieses „Alpha Magnetic Spectrometer“ (AMS) an der Raumstation betreut, heute im europäischen Kernforschungszentrum CERN mit. Der gemessene Antimateriefluss könnte nach Ansicht einiger Physiker aus der sogenannten „Dunklen Materie“ entspringen, die – für uns unsichtbar – als eine Art kosmischer Klebstoff ganze Galaxienhaufen zusammen hält.

Kosmo-Drache bringt Bakterien zur Raumstation ISS

Erdorbit, 3. März 2013: Das Privatraumschiff “Dragon” (Drache) von SpaceX hat heute an die Internationale Raumstation ISS angedockt und dort – neben Speis und Trank für die Astronauten – auch Koli-Balterien abgeliefert.  Die Darmbakterien wurden indes nicht ausversehen eingeschleppt, sondern absichtlich: Sie sind Teil einer Reihe biologischer Experimental-Materialien, die Dragon an Bord bringen sollte.

Europas Hableiterbranche will „Airbus für Chipindustrie“

Mikroelektronik-Manager sehen nur kooperativ Chance auf eigene 450-mm-Fabrik in Europa Stresa, 28. Februar 2013: EU-Kommissarin Neelie Kroes hat der europäischen Halbleiterbranche einen Zusammenschluss vorgeschlagen, wie es die einst separaten Flugzeugbauer für den Airbus getan haben – und ist für diesen „Airbus für Chips“-Vorstoß nun auf dem Mikroelektronik-Treffen „ISS Europe 2013“ im italienischen Stresa gefeiert worden. Der „Airbus“ wären in diesem Fall vor allem zwei extrem kostenintensive Technologien, ohne die die europäische Mikroelektronik hinter Taiwan und die USA stark zurückfallen würden: Der Bau mindestens eines Chipwerkes in Europa, das 450 statt 300 Millimeter große Siliziumscheiben (Wafer) verarbeiten kann und der Umstieg auf Röntgen-Lithografie (EUV).

Privatdrache beginnt “Linienverkehr” zur Raumstation

Erdorbit, 10. Oktober 2012: Das Privatraumschiff “Dragon” (Drache) von SpaceX hat heute erfolgreich an die Internationale Raumstation ISS angedockt und damit den privaten “Linienverkehr” in den Erdorbit aufgenommen. Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, bringt der Drache rund 440 Kilogramm Nachschub für die ISS-Astronauten. In 18 Tagen wird das Raumschiff wieder abkoppeln und dann mit etwa 800 Kilogramm Fracht den Rücksturz gen Pazifik einleiten.