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Bosch stürzt sich auf vernetzte künstliche Intelligenz, E-Autos und Wasserstoff

Die Bosch-Manager hoffen auf Milliarden-Umsätze durch vernetzte Geräte, die durch künstliche Intelligenzen gesteuert werden. Hier eine Heimanwendung, bei der die Raumluft und Beleuchtung per App justiert werden. Foto: Bosch
Die Bosch-Manager hoffen auf Milliarden-Umsätze durch vernetzte Geräte, die durch künstliche Intelligenzen gesteuert werden. Hier eine Heimanwendung, bei der die Raumluft und Beleuchtung per App justiert werden. Foto: Bosch

Umsatzeinbußen im Corona-Jahr, Konzernchef will mehr in Zukunftstechnologien investieren

Stuttgart, 22. April 2021. Der deutsche Technologiekonzern „Bosch“ will sich künftig stärker auf vernetzte künstliche Intelligenz (AIoT), elektrische Autoantriebe und Brennstoffzellen konzentrieren und erwartet aus diesen noch jungen Geschäftsfeldern neue Milliardenumsätze. Das geht aus der Jahresbilanz 2020 und dem Ausblick bis 2025 hervor, die Bosch-Chef Volkmar Denner heute vorgelegt hat.

Bosch-Chef Volkmar Denner. Foto: Bosch
Bosch-Chef Volkmar Denner. Foto: Bosch

Umsatz sinkt, leichter Verlust

Demnach ist der Bosch-Umsatz im Corona-Jahr 2020 um 6,4 Prozent auf 71,5 Milliarden Euro gesunken. Dabei machte die Gruppe unterm Strich 186 Millionen Euro Verlust. Dennoch ist Denner überzeugt: „Bosch hat das Corona-Jahr 2020 gut gemeistert.“

Das Herzstück jeder Brennstoffzelle ist ein Plattenstapel ("Stack"), in dem Wasserstoff und Sauerstoff reagieren. Dabei entstehen Wasser, Strom und etwas Wärme. Foto: Bosch
Das Herzstück jeder Brennstoffzelle ist ein Plattenstapel („Stack“), in dem Wasserstoff und Sauerstoff reagieren. Dabei entstehen Wasser, Strom und etwas Wärme. Foto: Bosch

Starkes Wachstum bei Elektroantrieben erwartet

Der Konzern will weiter in Zukunftstechnologien investieren. Dazu gehören Milliardenaufwendungen für Elektroauto-Antriebskomponenten. Bis 2025 rechnet Bosch in diesem Sektor mit einem Umsatzwachstum auf etwa fünf Milliarden Euro, ab 2024 seien hier erste Gewinne zu erwarten.

Elektrische und autonom fahrende Autos mögrn mechanisch einfacher zu bauen sein als heutiger "Verbrenner" - doch der Anteil mikroelektromechanischer Systeme (MEMS) und anderer Elektronik wird drastisch steigen. Grafik: Bosch
Grafik: Bosch

Bosch soll führendes „AIoT“-Unternehmen werden

Ein weiteres Fokusthema sieht Denner in der Kombination aus dem „Internet der Dinge“ (IoT) und dem Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ (KI bzw. AI). Die Bosch-Ingenieure denken da beispielsweise an vernetzte Verkehrserkennungssystemen für Autos. Der Absatz vernetzbarer Geräte für Wohnungen und Eigenheime soll sich 2021 gegenüber dem Vorjahr von vier Millionen auf rund acht Millionen verdoppeln. Denner sieht Bosch auf dem Weg zum „führenden AIoT-Unternehmen“.

Brennstoffzelle für den mobilen Einsatz in Lkws. Visualisierung: Bosch
Brennstoffzelle für den mobilen Einsatz in Lkws. Visualisierung: Bosch

Hoffnungsträger Wasserstoff

Zudem will die Konzernspitze bis 2024 eine Milliarde Euro in die Entwicklung von Brennstoffzellen stecken. Dabei setzt Bosch auf mehrere Technologiepfade: auf stationäre wie mobile Wasserstoff-Minikraftwerke und dabei wiederum primär auf die PEM-Technik, teilsweise aber auch Hochtemperatur-Brennstoffzellen (SOFC). Für dieses Jahr sei der Betrieb von 100 Anlagen mit stationären Brennstoffzellen vorgesehen, etwa um Rechenzentren, Industriebetriebe und Wohnquartiere mit Strom zu versorgen. Seit Ende März 2021 betreiben zudem Bosch und die Stadtwerken Bamberg eine stationäre Festoxid-Brennstoffzelle in der Bamberger Innenstadt.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: Bosch

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Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger