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Bosch fertigt Brennstoffzellen ab 2024 in Serie

Bereits jetzt fertigt Bosch Kleinserien von Festoxid-Brennstoffzellen in Bamberg. Foto: Bosch

Bereits jetzt fertigt Bosch Kleinserien von Festoxid-Brennstoffzellen in Bamberg. Foto: Bosch

Effiziente Minikraftwerke sollen Strom für Wohnhäuser, Fabriken und Ladesäulen erzeugen

Stuttgart, 7. Dezember 2020. Bosch will 2024 in die Serienproduktion von Hochtemperatur-Brennstoffzellen für den stationären Einsatz einsteigen. Das hat das deutsche Technologie-Unternehmen heute in Stuttgart angekündigt. Nutzen möchte Bosch dafür die Expertise des britischen Unternehmens „Ceres Power“.

Über 85 % Wirkungsgrad

„Wir sehen die hocheffiziente Festoxid-Brennstoffzelle als einen wesentlichen Baustein für eine nachhaltige Energieversorgung“, erklärte Christian Fischer, der bei Bosch für Energie- und Gebäudetechnologien zuständig ist. Mit einem Gesamtwirkungsgrad von mehr als 85 Prozent sei dieses System „jedem anderen Energiewandler deutlich überlegen“, schätzten die Schwaben ein.

Bosch setzt auf keramischen Technologiepfad

Im Fokus hat Bosch dabei Festoxidbrennstoffzellen (englisch „solid oxide fuel cell“, abgekürzt „SOFC“), die bei hohen Temperaturen nahe 1000 Grad Celsius Wasserstoff und Sauerstoff langsam „verbrennen“ und dabei Strom, etwas Wärme und Wasser erzeugen. Manche SOFCs können auch mit Biogas oder Erdgas betankt werden – dann sind die Anlagen allerdings nicht mehr abgasfrei. Wegen der hohe Betriebstemperaturen sind diese keramischen Zellen besonders effizient, allerdings auch nicht ganz billig in der Herstellung, zudem brauchen sie meist Vorheizsysteme. Bosch sieht sinnvolle SOFC-Einsatzfelder als Mini-Kraftwerke für Wohnhäuser, Fabriken, Gewerbe und Handel, Rechenzentren und für Elektroladesäulen.

Dreistellige Millionen-Investitionen geplant

Der Konzern will einen „dreistelligen Millionenbetrag“ in den Aufbau von Produktionslinien in Bamberg, Wernau und Homburg investieren und strebt eine Jahresproduktion von Brennstoffzellen mit einer Gesamtleistung von 300 Megawatt an. Insgesamt arbeiten derzeit reichlich 250 Bosch-Mitarbeiter an Brennstoffzellen. Das sind 150 mehr als vor einem Jahr.

Die bei Fraunhofer entwickelten Eneramic-Brennstoffzellen sollen demnächst die Vasis für eine Firmen-Ausgründung aus dem IKTS werden. Foto: Heiko Weckbrodt

Die bei Fraunhofer Dresden entwickelte Eneramic-Brennstoffzelle. Foto: Heiko Weckbrodt

Auch Sachsen arbeitet an Hochtemperatur-Brennstoffzelle

Auch in Sachsen haben das Fraunhofer-Keramikinstitut IKTS, die Firmen Sunfire, EBZ und andere Akteure in Dresden jahrelang an Hochtemperatur-Brennstoffzellen geforscht. Zu einer Großserienproduktion ist es dort aber nie gekommen.

Autor: hw

Quelle: Bosch