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Warum Einwanderer nicht radeln

Fahrräder. Foto: TUD
Fahrräder. Foto: TUD

TU Dresden befragt Ausländer, warum sie in Deutschland kaum aufs Fahrrad steigen

Dresden, 10. November 2020. Die Psychologin Lisa-Marie Schaefer von der TU Dresden will durch eine Ausländerbefragung ergründen, warum viele Einwanderer in Deutschland zögern, sich mit dem Fahrrad fortzubewegen. Das geht aus einer Ankündigung der Dresdner Uni hervor.

Andere Länder, andere Mobilitätskulturen

Laut der Psychologin kommen viele der fast 14 Millionen Menschen, die im Laufe ihres Lebens nach Deutschland umgezogen sind, aus „Mobilitätskulturen, die sich mehr oder weniger stark von der deutschen unterscheidet. Das Fahrrad als Verkehrsmittel spielt im Herkunftsland oft eine andere, meist eine untergeordnete Rolle oder es wird kaum als Verkehrsmittel genutzt“, betont Lisa-Marie Schaefer.

Im Zuge des Forschungsprojektes „IntegRADtion“ wollen Schaefer und weitere Forscher an der Fakultät Verkehrswissenschaften „Friedlich List“ der TU Dresden ermitteln, warum die Migranten auch hier in Deutschland kaum Fahrrad fahren und wie sich das ändern lässt. „Dafür ist es sehr wichtig, dass möglichst viele Menschen der ersten Migrantengeneration an der Befragung teilnehmen.“ Erklärte Lisa-Marie Schaefer. „Daher bieten wir die Befragung neben Deutsch auch auf Englisch, Arabisch, Russisch und Türkisch an.“ Teilnehmen dürfen aber auch Deutsche.

Die Umfrage ist hier im Internet zu finden.

Kommentierende Anmerkung:

In China und Vietnam zum Beispiel haben Motorräder und Autos längst das früher so oft gezeige Straßenbild voller Fahräder verdrängt. Und in den dortigen Megacities bewegt sich der gesamte Verkehr aber meist nur im Dauerstautempo über die Straßen und Kreuzungen. Mancher Einwanderer wagt sich dann in Deutschland oft schon allein deshalb nicht zu radeln, weil sie bei einem vieleroft auch in Ortschaften anzutreffenden Tempo von 70 km/h Angst vor den schnellen Autos auf den Straßen haben. Auch ist der sehr regelorientierte Verkehr in Deutschland für manchen Zugezogenen aus Ländern, in denen man im Straßenverkehr auf situative Aushandlungsprozesse setzt, sehr ungewohnt.  

Autor: hw

Quelle: TUD

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger